Viele Anleger rieben sich verwundert die Augen, als Investment-Guru Warren Buffett vergangene Woche seinen Einsteig beim Computerkonzern IBM bekannt gab. Mit 10,8 Milliarden Dollar hat sich der 81-jährige Investor am 100 Jahre alten Computerkonzern beteiligt.
Die Überraschung war vor allem groß, weil die Kombination Technik und Warren Buffett bis dato als unvorstellbar galt. Das „Orakel aus Omaha" hatte stets betont, er investiere nur in Unternehmen, deren Geschäft er auch verstehe. Zu seinen Beteiligungen zählen daher leicht verständliche Branchen wie der Getränkehersteller Coca-Cola, der Versicherer Munich Re oder der Finanzdienstleister Wells Fargo - aber kein Technologie-Unternehmen. Die Geschäftsentwicklung der Tech-Branche sah Warren Buffett immer als schwer prognostizierbar an. Deshalb hat er auch die Finger von derartigen Investitionen gelassen.
Einmal IBM, immer IBM
Nun habe er jedoch die Geschäftsberichte von IBM gelesen und seine Meinung über Investitionen in der Branche geändert. „IBM halte die Bestandskunden bei der Stange und wachse gleichzeitig auf der ganzen Welt", begründet das Orakel seine Entscheidung. Dickes Lob gab es für das Management, das selbst in der Wirtschaftskrise noch für ordentliche Gewinne gesorgt hatte. „Sie haben einen tollen Job gemacht", so Buffett.
Gewinnmaschine „Big Blue"
In der Tat: Bei IBM läuft es derzeit wie am Schnürchen. Das haben unter anderem die Geschäftszahlen für das dritte Quartal eindrucksvoll bewiesen. Konkret: Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 26,3 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieben 3,8 Milliarden Dollar hängen. Sieben Prozent mehr als im Vorjahr.
Hervorragende Zukunftsaussichten
Es sind vor allem die guten Zukunftsaussichten, die für eine Investition in „Big Blue" sprechen. Der Gewinn je Aktie dürfte bis 2015 auf 20 Dollar steigen (2011: 13 Dollar). Das soll vor allem durch die Fokussierung auf vier Schlüsselmärkte erreicht werden: Cloud Computing, Datenveredelung (Business Analytics), Initiativen zu Smarter Planet und das Wachstum in den Schwellenländern. Derzeit leisten die BRIC-Staaten einen Anteil von 20 Prozent am Gesamtumsatz. Der Umsatzanteil soll bis 2015 auf 30 Prozent steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird auch die eine oder andere Übernahme anstehen.
IBM hoch zwei
Mit dem Computerriesen IBM setzt Warren Buffett das erste Mal auf ein Technologie-Unternehmen. Es spricht vieles dafür, dass der erfolgreiche US-Milliardär auch hier den richtigen Riecher hat. Wem das Direktinvestment zu langweilig ist, setzt auf das IBM-Turbozertifikat (WKN DB6 E7Y) der Deutschen Bank mit Hebel 2,2.