
Als Maik Brockmann vor rund zwei Jahren zum Vorstand der Arques Beteiligungsholding bestellt wurde, war ihm die Schwierigkeit der Aufgabe bewusst. Vor ihm lag mehr oder weniger eine Art Gemischtwarenladen. Zahlreiche Beteiligungen mussten erst einmal aussortiert werden. Peu a peu wurde Firmen aus dem Beteiligungsportfolio verkauft. Aus Arques wurde Gigaset (515 600), das Unternehmen wurde auf Profit getrimmt.
Derzeit ist Gigaset hinter Panasonic und Vtech weltweit der drittgrößte Hersteller von Schnurlostelefonen. Der Marktanteil beträgt rund 15 Prozent. In Europa ist man unangefochtener Marktführer. Der Erfolg hat sich längst in den Zahlen bemerkbar gemacht. Im dritten Quartal konnte Gigaset die Erwartungen der Experten erneut schlagen. Nicht ganz beim Umsatz, umso mehr aber dafür auf der Ergebnisseite. In den Monaten Juli bis September setzte man 109 Millionen Euro um. Nach Steuern verdiente der Telefonhersteller 5,1 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 3,5 Millionen Euro zu Buche stand.
Vorstand zufrieden
„Es zeigt sich, dass unser Kostenmanagement besonders gut gegriffen hat. Weiter haben wir im dritten Quartal einen guten Produktmix verkauft, wodurch wir höhere Margen erzielten konnten", so Finanzvorstand Alexander Blum. Die Experten spendeten Reihenweise Applaus. Viscardi-Analyst Peter-Thilo Hasler hatte mit einem leichten Verlust gerechnet. Heiko Feber vom Bankhaus Lampe bringt es auf den Punkt: „Gigaset hat ein erfolgreiches Quartal hinter sich gebracht. Obwohl der Umsatz 8,4 Prozent geringer ausfiel als im Vorjahr hat es das Unternehmen geschafft, das EBITDA deutlich um zu steigern", so der Analyst.
Weihnachtsmann bei Gigaset
Um das Jahresziel von 540 Millionen Euro Umsatz sowie ein EBITDA von 57 Millionen Euro zu erreichen, setzt Gigaset auf ein gut laufendes Weihnachtsgeschäft. „Das vierte Quartal ist traditionell und saisonal bedingt immer das wichtigste für Gigaset. Wir sehen derzeit eine gute Entwicklung und sind optimistisch dass wir die Prognose erfüllen können", zeigt sich der Finanzvorstand optimistisch. Ähnlich positive Töne schlägt auch Analyst Feber an: „ Gigaset verfügt mit dem SL910 - das erste Schnurlos-Festnetz-Telefon mit Touch Screen - über ein attraktives Produkt, das erst Ende September eingeführt wurde, und somit erst im Weihnachtsgeschäft nennenswerte Erlöse erwarten lässt. Deutschland ist der wichtigste Einzelmarkt für Gigaset und hier deutet das jüngste GfK-Konsumklima darauf hin, dass auch das Weihnachtsgeschäft gut verlaufen sollte", so der Experte
Dreierspitze
Zudem bekommt Vorstand Maik Brockmann mit Charles Fränkel einen prominenten Neuzugang an die Seite gestellt. Mit Finanzvorstand Blum wird man ab sofort eine Dreierspitze bei Gigaset bilden. Fränkel war zuletzt bei Klick and Buy. Der Fachmann hat jede Menge Kontakte um unter anderem das Thema Zukäufe voran zu treiben „Auch anorganisches Wachstum ist für uns eine ernstzunehmende Säule. Allerdings nicht um jeden Preis. Die Bewertung muss stimmen und insbesondere der strategische Vorteil für unsere Unternehmen", so Finanzvorstand Blum abschließend.
Klingelts?
DER AKTIONÄR geht davon aus, dass Gigaset für das Gesamtjahr mit einer positiven Überraschung bei den Zahlen aufwarten wird. Auf Basis der für 2012 geschätzten Gewinne liegt das KGV bei 5. Die Aktie ist deutlich unterbewertet.