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Insideraktie der Woche

Manuel Hölzle

Es bleibt dabei: die deutschen Insider zeigen wieder mehr Vertrauen hinsichtlich der Entwicklung der Aktienkurse der eigenen Unternehmen.

Nach den schwachen Transaktionszahlen zu Beginn des neuen Jahres, konnten wir zuletzt einen allgemeinen Anstieg des Transaktionsniveaus ermitteln. Besonders zuversichtlich stimmt uns die Tatsache, dass dieser Anstieg hauptsächlich von der Käuferseite bestimmt wird. Im Zuge dieser Entwicklung reiht sich auch die abgelaufene Kalenderwoche 8 ein. Gemeldet wurden in dieser Woche insgesamt 16 Kauftransaktionen bei 7 Verkaufstransaktionen deutscher Organmitglieder. Über den gesamten Februar kumuliert kauften die Insider 65 Mal Papiere eigener Unternehmen, wohingegen sich gerade einmal 24 davon trennten. Der ermittelte Wert des GBC-Insiderindikators beläuft sich damit auf eine stabile und vielversprechende Größenordnung von 2,71. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag unser Indikatorwert bei 3,31, ein Wert, der gut auf die damaligen niedrigen Einstiegsniveaus zurückgeführt werden kann.

Als Insideraktie der Woche haben wir für Sie die Dresdner Factoring AG gewählt, ein Unternehmen welches in Krisen eine hohe Stabilität aufweist.

Die Dresdner Factoring AG ist das einzige börsennotierte Factoring-Unternehmen Deutschlands und gehört gleichzeitig zu den führenden Anbietern von Mittelstandsfactoring. Die Leistungen der Gesellschaft im Rahmen eines Full-Service-Factoring umfassen die Bereitstellung von Liquidität und Sicherheit durch den Ankauf von Forderungen. Zusätzlich übernimmt die Dresdner Factoring AG die Forderungsversicherung sowie die Debitorenbuchhaltung inklusive Mahnwesen.

Das Geschäftsmodell des Forderungsankaufs und der damit einhergehenden Bereitstellung von Liquidität für mittelständische Unternehmen, hat sich besonders in den letzten Jahren als wichtige Stütze des Mittelstandes herauskristallisiert. Die unverändert schwierigen Finanzierungsbedingungen und ein schleppendes Kreditangebot der Banken haben die letzten Monate zusätzlich geprägt und damit nimmt das Factoring als Finanzierungsinstrument eine zunehmend wichtigere Rolle ein. Mittelständische Unternehmen profitieren beim Einsatz von Factoring in erster Linie von der Umwandlung des Working Capital in Liquidität. Zusätzlich können Verwaltungsaufgaben wie etwa die Debitorenbuchahltung verschlankt werden.


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Vor diesem Hintergrund sind die von der Dresdner Factoring AG (WKN DFA G99) gemeldeten Zahlen für die ersten drei Quartale 2009 als stabil zu bewerten. Insgesamt gingen die Gesamterträge zwar von 5,61 Millionen auf 4,70 Millionen Euro zurück, was auf eine konjunkturbedingt rückläufige Entwicklung des Forderungsumsatzes aber auch auf die Zunahme des Großkundengeschäftes zurückgeführt werden. Gleichzeitig entwickelten sich jedoch die Kosten erfreulich rückläufig, so dass die Dresdner Factoring AG den Konzernüberschuss von 0,27 Millionen auf 0,44 Millionen Euro sogar deutlich steigern konnte.

Die Bilanzsumme der Gesellschaft zeichnet sich sehr sauber und unterstützt diese stabile Entwicklung. So beläuft sich das Eigenkapital der Gesellschaft auf 13,10 Millionen Euro was bei einer Bilanzsumme von 36,27 Millionen Euro einer Eigenkapitalquote von 36,1 Prozent entspricht. Passivseitig stiegen die Verbindlichkeiten aus Factoringverhältnissen von 5,96 Millionen Euro (31.12.2008) deutlich auf 16,71 Millionen Euro an. In der Berichtsperiode haben die Kunden der Gesellschaft die Vorschüsse der angedienten Forderungen nicht immer zeitnah abgerufen und damit ist diese Bilanzposition deutlich angestiegen. Gleichzeitig konnten aber dadurch die Finanzverbindlichkeiten von 14,33 Millionen auf 5,47 Millionen Euro zurückgeführt werden. Auf der anderen Bilanzseite stiegen die Factoringforderungen von 29,53 Millionen auf 30,52 Millionen Euro nur leicht an.

Wie aus den jüngst veröffentlichten Zahlen des Q4 2009 hervorgeht, konnte das Geschäftsjahr 2009 erfolgreich beendet werden. Insgesamt verdiente die Gesellschaft rund 0,70 Millionen Euro und damit 0,25 Euro je Aktie (VJ: 0,15 Euro). In Verbindung mit einem aktuellen Aktienkurs von etwa 3,30 Euro kommt dies einem günstigen KGV von 13,2 gleich. Die niedrige Marktbewertung der Gesellschaft erkennt man aber besonders deutlich beim hohen Abschlag auf den Buchwert. Zum Jahresende 2009 beläuft sich der Buchwert je Aktie auf 5,15 Euro und damit notiert das Wertpapier der Dresdner Factoring AG um 35,9 Prozent unter dem Buchwert. Das KBV beläuft sich auf 0,64. Diese Unterbewertung nutzte der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Bernward J. Rohmann und erwarb 4.875 Aktien mit einem Gesamtvolumen von 16.589 Euro. Da auch in einem schwierigen Konjunkturumfeld der Geschäftsverlauf der Gesellschaft von einer hohen Stabilität geprägt war, sollten sich die aktuellen Unterbewertungen mittelfristig stark abbauen.

Hinweis zum GBC Insiderindikator: Wissenschaftliche Untersuchungen und Studien für den deutschen Kapitalmarkt deuten darauf hin, dass Insidertransaktionen wichtige Informationen für den Kapitalmarkt übermitteln. So untermauern empirische Beobachtungen die Vermutung einer Indikatorwirkung von Directors' Dealings für die Geschäftsentwicklung des betreffenden Unternehmens. Zudem lassen sich solche Aktivitäten tendenziell auch als Indikator für die zukünftige Gesamtentwicklung heranziehen, da Informationsträgern von Unternehmen häufig ein antizyklisches Handeln bescheinigt wird. Ein Katalog möglicher Interessenskonflikte finden Sie hier.

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