Die Übernahmewelle im IT-Sektor rollt schneller denn je. Das sorgt bei vielen Aktien für Fantasie. Neben den klassischen Übernahmekandidaten gibt es aber auch Firmen aus der Branche, die schon in "festen Händen" sind, wo eine komplette Übernahme aber nicht ausgeschlossen ist. Wenn zu den guten Fundamentaldaten und der aussichtsreichen Charttechnik dann auch noch Insiderkäufe kommen, bietet sich ein Einstieg an.
Eine dieser Aktien ist die All for One Midmarket AG (WKN 511 000). Die österreichische Beko Holding hat sich bereits rund 66 Prozent der Anteile an dem SAP-Komplettdienstleister gesichert. Obwohl All for One Midmarket überwiegend für die von der Krise besonders betroffenen Firmen der Automobilzulieferindustrie sowie des Maschinen- und Anlagenbaus tätig ist, wurde der Umsatz und Gewinn im Rumpfgeschäftsjahr (1. Januar bis 30. September 2009) gesteigert.
Gelungener Start
Dieser Trend hat sich auch im ersten Quartal 2009/10 fortgesetzt. Der Umsatz wurde um vier Prozent auf 20,1 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT lag bei 1,0 Millionen Euro (Vorjahr: minus 1,1 Millionen Euro). Die entsprechende EBIT-Marge erreichte fünf Prozent. Unter dem Strich wurden 0,13 Euro je Aktie (Vorjahreszeitraum: 0,23 Euro) erwirtschaftet. "Im ersten Quartal konnten wir an die Erfolge des Rumpfgeschäftsjahres 2009 anknüpfen. Unsere Finanzierungs- und Liquiditätslage ist solide, unser Geschäftsmodell robust", so ein zufriedener Finanzvorstand Stefan Land. Trotz der unverändert hohen konjunkturellen Unsicherheiten will der Vorstand im Gesamtjahr bei einem leichten Umsatzanstieg ein EBIT zwischen 1,5 Millionen und 2,0 Millionen Euro erzielen.
Hohe Auslastung
Nach dem Umbau im Jahr 2008 ist All for One Midmarket als Komplettdienstleister im deutschsprachigen SAP-Mittelstandsmarkt mittlerweile gut aufgestellt. Die positive Entwicklung bei den Lizenzumsätzen führte im ersten Quartal zu neuen Kundenprojekten sowie einem Anstieg des Beratungsbedarfs. Dieser dürfte in den nächsten Monaten für eine solide Auslastung der Berater sorgen.

Insiderkäufe
Bis Mitte Januar hat das Unternehmen eigene Aktien zurückgekauft und insgesamt 24.065 Stücke zum durchschnittlichen Preis von 3,67 Euro je Aktie erworben. Damit hält das Unternehmen 4,6 Prozent am Grundkapital. Zudem haben die beiden Aufsichtsräte Blazicek und Fritsch mit zwei Familienmitgliedern 35.000 eigene Aktien zu 3,50 Euro (Volumen: 122.500 Euro) gekauft. Zuvor erwarb auch Vorstand Stefan Land 2.100 Papiere zu 3,51 Euro im Wert von 7.371 Euro.
Neues Kaufsignal
Begleitet wurden diese Käufe von steigenden Notierungen. In den letzten Wochen konsolidierte die Aktie diese Aufwärtsbewegung. Mit dem Sprung über die 4-Euro-Marke wurde ein neues Kaufsignal generiert. Das nächste Kursziel liegt bei 5,75 Euro.