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Günstige Aktie, starke Aussichten

Es ist ein offenes Geheimnis: Langfristig wird der Transportbedarf weltweit steigen. Die Gründe dafür sind ebenfalls bekannt: allen voran die zunehmende Globalisierung und das Wachstum der Weltbevölkerung.

"Der Transportbedarf ist einer unserer Haupttreiber des Geschäfts", erklärt Detlef Borghardt, Vorstand der SAF-Holland AG gegenüber dem AKTIONÄR. "Mit unserer globalen Aufstellung und unserem ausgezeichneten Produktprogramm sind wir zuversichtlich, überproportional am Wachstum zu partizipieren", führt der Firmenlenker aus. Borghardt weiß, wovon er spricht. Bereits 2000 kam er als Leiter für die Bereiche Verkauf, Service und Marketing zu SAF.

Hochwertige Produktsysteme

Seit Juli 2011 steht er an der Spitze der SAF-Holland-Gruppe, die durch den Zusammenschluss zweier regionaler Unternehmen - SAF in Europa und Holland in den USA - im Dezember 2006 entstanden ist. SAF-Holland (WKN A0M U70) agiert als Hersteller und Anbieter von hochwertigen Produktsystemen und Bauteilen für Nutzfahrzeuge (Truck und Trailer) sowie für Busse und Wohnmobile. Das Produktprogramm umfasst im Wesentlichen Achssysteme, Sattelkupplungen, Stützwinden und Königszapfen, die größtenteils an Originalhersteller (OEMs) im Erstausstattungsmarkt verkauft werden.

Breit aufgestellt

Viele Produkte sind Verschleißteile, daher generiert der SDAX-Konzern bereits rund ein Viertel seiner Umsätze im Service- und Ersatzteilgeschäft (Aftermarket). Dieses Segment war im Vorjahr mit einer EBIT-Marge von über 15 Prozent der profitabelste Bereich. Rund 52 Prozent der Gruppen-Umsätze erwirtschaftet die Gesellschaft in Europa, 42 Prozent in Nordamerika und gut sechs Prozent in sonstigen Ländern der Welt, darunter die BRIC-Staaten. In Nordamerika ist die Entwicklung derzeit relativ stabil. Sollte sich in Europa die finanzpolitische Vertrauenskrise beruhigen, so werden auch hier die Märkte wieder anziehen. Auch wenn Vorstand Borghardt derzeit noch keine unmittelbaren Auswirkungen der Krise für seine Gesellschaft sieht, dürften Kunden einzelne Investitionen wegen des unsicheren Umfelds aufschieben. "Bei rückläufiger Konjunktur investieren die Flottenbetreiber weniger in neue Trailer und LKW", erklärt Roland Könen, Fondsmanager bei Value-Holdings Capital Partners. "Werden zudem weniger Güter transportiert, ist der Verschleiß geringer und SAF hat weniger Service-Geschäft", führt der ehemalige Analyst vom Bankhaus Lampe aus. Der Experte sieht aber auch Vorteile: "Dies wird allerdings in rezessiven Phasen davon aufgefangen, dass die Flottenbetreiber weniger neu kaufen und die bestehende Flotte länger fahren lassen, was tendenziell das Service-Geschäft wieder belebt."

Voll auf Kurs

Nachdem 2011 der Turnaround gelungen ist, hat der Start ins laufende Geschäftsjahr Lust auf mehr gemacht. Das Unternehmen selbst übt sich aber noch in Zurückhaltung. Für 2012 rechnet der Vorstand weiter mit einer "guten Geschäftsentwicklung". Eine detaillierte Prognose ließ sich Borghardt kurz vor den Zahlen zum zweiten Quartal nicht entlocken. DER AKTIONÄR rechnet mit einem Umsatzanstieg auf 865 Millionen Euro sowie einem Gewinn von 0,80 Euro je Aktie. "Der Jahresüberschuss dürfte zwar deutlich von den geringeren Finanzaufwendungen profitieren. Allerdings sollte die Steuerquote höher ausfallen als im Vorjahr, sodass 2012 lediglich eine leichte Steigerung des Gewinns je Aktie zu sehen sein sollte", stimmt Aktienstratege Könen zu. "Nichtsdestotrotz bleibt die Bewertung niedrig", lautet sein Fazit.

Hausaufgaben gemacht

Die Gesellschaft hatte in der Vergangenheit noch mit einem anderen Problem zu kämpfen: der eigenen finanziellen Restrukturierung. Durch die Kapitalerhöhung Ende März 2011 ist dieses Thema aber vom Tisch. Die Eigenkapitalquote liegt wieder über 35 Prozent. Zum Vergleich: Ende 2010 lag diese noch bei rund fünf Prozent. Damit können sich die Verantwortlichen wieder auf das rein operative Geschäft und die Weiterentwicklung konzentrieren. "Dies dürfte vor allem auch auf der Kundenseite mit Erleichterung aufgenommen worden sein, sodass auch hier Verhandlungen einfacher geworden sein dürften", so Könen. Der Fondsmanager geht noch einen Schritt weiter: "Die Aufnahme der Dividendenzahlung, wenn auch nur mit einem geringen Betrag, wäre ein gutes Zeichen, dass die finanzielle Restrukturierung abgeschlossen ist."

Günstiger geht es nicht

Die Aussichten stimmen: SAF-Holland ist solide durchfinanziert. In Europa und Nordamerika hat sich ein hoher Ersatzbedarf aufgestaut, der in den kommenden Monaten sukzessive abgearbeitet werden dürfte. Für zusätzliche Fantasie sorgen die BRIC-Staaten, insbesondere China. Der Umsatzanteil soll hier von unter zwei auf etwa zehn Prozent erhöht werden. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem 2013er-KGV von 5 absolut günstig bewertet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Markt das honoriert und die Aktie aus ihrer Seitwärtsrange zwischen 4,10 und 4,80 Euro nach oben ausbricht.

 Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR

Kurs —  
Empf. Kurs
4,53 €
Ziel
8,50 €
Stopp
3,80 €
Status
Aktiv

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