Jetzt ist das Tafelsilber an der Reihe. Der griechische Staat überlegt aufgrund der misslichen Lage, einen Teil seiner Beteiligungen zu verkaufen. Selbst der 34-Prozent-Anteil am Wett- und Lottoanbieter OPAP (WKN 765 974) könnte bald den Eigentümer wechseln.
Ein Großinvestor dürfte relativ schnell gefunden werden. Schließlich gilt OPAP als Perle im Staats-Portolio. Die bereits 1958 gegründete Gesellschaft ist im Bereich Sportwetten und Lotto klarer Marktführer in Griechenland. Dies beschert OPAP weiterhin hohe Einnahmen. Zumal die Vergangenheit gezeigt hat, dass die Bevölkerung in Krisenzeiten am Glücksspiel - in der Hoffnung auf schnellen Reichtum - kaum spart.
20 Prozent Rendite
Selbst im von der Krise gezeichneten ersten Quartal gelang OPAP ein operativer Gewinn in Höhe von 214 Millionen Euro (Vorjahr: 262 Millionen Euro). Wie gesund die operative Entwicklung ist, zeigt insbesondere der Blick auf den operativen Cash Flow. Dieser wurde gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 90 Millionen Euro mehr als verdoppelt.
Neue Glücksspiele
Die Griechen ruhen sich nicht auf der bislang durch den Staat geschützten monopolartigen Stellung aus, sondern investieren permanent in neue Produkte und Spiele. So wurde zuletzt etwa „GoLucky" eingeführt. Hierbei wird spielerisch Geld auf animierte Ballons gesetzt.
Das Gros der Analysten geht daher davon aus, dass sich OPAP trotz Krise weiterhin auf dem richtigen Weg befindet. Nach einem Umsatzrückgang in diesem Jahr wird 2012 bereits wieder mit einem zweistelligen Wachstum gerechnet. Dementsprechend haben UBS und Credit Suisse vor wenigen Tagen ihre Kaufempfehlungen bekräftigt. Letztere hat das Kursziel sogar deutlich von 12,40 auf 17,50 Euro angehoben.
Extrem günstige Bewertung
Da die Aktie im Zuge der Krise trotzdem an Boden verloren hat, verfügt sie mittlerweile über eine attraktive Bewertung. So liegt die Dividendenrendite bei rund 20 Prozent. Auch das KGV von 7 unterstreicht, dass die OPAP-Aktie Luft nach oben hat.

Wer nicht wagt, ...
Schon der volatile Chart zeigt: OPAP-Aktionäre müssen gute Nerven mitbringen. Doch die sehr günstige Bewertung und mögliche Impulse durch den Einstieg eines neuen Großaktionärs könnten die Aktie schnell wieder beleben. Mutige Anleger bauen schrittweise eine Position auf.