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Gerd Wegers Millionen­depot geht in eine neue Runde

Andreas Deutsch

Gerd Weger begeistert sich seit einem Vierteljahrhundert für die Börse. Er ist Buchautor ("Optionsscheine als Anlagealternative"), gab den ersten Börsenbrief für Optionsscheine heraus und war Fondsberater. Vor Kurzem rief er "Wegers Börsen-Blog" ins Leben. Am 1. Juli ist die Neuauflage des erfolgreichen Millionendepot gestartet.

Gerd Weger begeistert sich seit einem Vierteljahrhundert für die Börse. Er ist Buchautor ("Optionsscheine als Anlagealternative"), gab den ersten Börsenbrief für Optionsscheine heraus und war Fondsberater. Vor Kurzem rief er "Wegers Börsen-Blog" ins Leben. Am 1. Juli ist die Neuauflage des erfolgreichen Millionendepot gestartet.

Im Interview mit DER AKTIONÄR erklärt Weger, welche Strategie er dieses Mal verfolgt, weshalb Trading in den kommenden Monaten immer wichtiger werden wird und welche Performance er sich für das aktuelle Millionendepot gesetzt hat.

DER AKTIONÄR: Herr Weger, warum haben Sie das Millionendepot am 1. Juli neu gestartet?

Gerd Weger: Eigentlich wollte ich dies schon am Jahresbeginn tun. Wegen der Börsenturbulenzen nach der Lehman-Pleite schien mir das aber kein güns­tiger Zeitpunkt zu sein. Die allgemeine Verunsicherung war einfach zu groß. n Das Millionendepot ist Anfang 2005 an den Start gegangen.

Was waren die Ziele?

Das Millionendepot war das erste öffentliche Realdepot. Damals strebte ich bis zum Ende 2005 eine bessere Performance an als DAX, TecDAX, Dow Jones und Nasdaq.

Haben Sie das Ziel erreicht?

Unter Berücksichtung der Transaktionsgebühren machte das Depot ein Plus von 54 Prozent, der DAX plus 27 Pro­zent und der TecDAX plus 15 Prozent.

Wie liefen die Jahre 2006 bis 2009?

Von Anfang 2005 bis Ende März 2009 verlor der DAX vier Prozent. Das Millionendepot hat 40 Prozent zugelegt. n Blicken wir in die Zukunft.

Wie geht es Ihrer Meinung nach an der Börse weiter?

Ich beschäftige mich seit fast 25 Jahren professionell mit der Börse. In dieser Zeit gab es kaum eine derart unübersichtliche Situation an den Aktienmärkten wie derzeit. Einerseits spricht vieles dafür, dass die Finanzkrise noch lange nicht vorüber ist. Von den Spätfolgen in einigen Jahren einmal ganz abgesehen. Auf der anderen Seite sind die massiven Gegenmaßnahmen von Politik und Notenbanken ebenfalls einzigartig.

Was heißt das für Ihre Anlagestrategie im Millionendepot? Wird sich daran etwas ändern?

Entscheidend für eine erfolgreiche Anlagestrategie wird in den nächsten Monaten, vielleicht sogar Jahren, die Flexibilität sein. Seit dem vergangenen Jahr schwanken Märkte und Einzeltitel in einem vorher noch nicht gesehenen Ausmaß. Daher ist das Erkennen von kurz- und mittelfristigen Börsentrends derzeit der entscheidende Faktor für den Börsenerfolg. Mit anderen Worten: Tendenziell sollte man schneller verkaufen, das Trading nimmt also an Bedeutung zu.

"Im Fokus stehen eindeutig deutsche Aktien." (Gerd Weger über sein neues Millionendepot)

Wo werden Sie schwerpunktmäßig anlegen?

Im Fokus stehen eindeutig deutsche Aktien. Internationale Titel wer­den bei Bedarf beigemischt. Die Trennlinie zwischen konservativen und spekulativen Aktien wurde mit der Finanzkrise stark verwischt. Die Kurseinbrüche bei den Blue Chips unterschieden sich wenig von denen bei kleineren und mittleren Werten. Ein Paradebeispiel ist die Deutsche Bank. Der Titel verlor in einem Jahr 80 Prozent und konnte sich dann von den Tiefstständen in wenigen Monaten verdreifachen, Tagesschwankungen von bis zu 20 Prozent inklusive. Für das Depot heißt das, dass nicht nur mit kleinen Werten, sondern durchaus auch mit DAX-Aktien kurz­fris­tig getradet werden kann.

Werden Sie auch in derivative Instrumente investieren?

Es wird auch Engagements im umfangreichen Universum der Zertifikate und der ETFs geben. Der Anteil an gehebelten Produkten wird sich aber immer in einem vernünftigen Maß im Vergleich zur Depotgröße bewegen.

Werden Sie auch CFDs nutzen?

Wie schon gesagt: Tradings nehmen für den Anlageerfolg an Bedeutung zu. CFDs sind deshalb gerade unter diesem Aspekt hoch interessant. Dies ist auch ein Grund für den Neustart des Depots bei Flatex. Bei Flatex ist das viel einfacher als bei anderen Online-Brokern. Der CFD-Handel ist voll integriert. Man muss also dafür kein weiteres Konto oder Depot eröffnen. Zudem überzeugt die Flat-fee von fünf Euro pro Order. Bei vielen Transaktionen kann das schon zu Buche schlagen. Die Transaktionskosten fließen natürlich wieder ein bei der Bewertung des Millionendepots. Auch ein kleiner Unterschied zu den fiktiven Musterdepots.

Welches Performanceziel peilen Sie diesmal an?

Wie man nach den letzten Monaten gesehen hat, kann man ein Depot durchaus verdoppeln. Allerdings möchte ich das nicht als Ziel ausgeben. Minimalziel ist aber ganz klar erneut eine deutliche Outperformance gegenüber den wichtigen Indizes DAX & Co.

Herr Weger, wir danken Ihnen für das Interview.

Zum Jahresbeginn 2005 startete das Millionendepot als erstes Realdepot in Deutschland. Der Neustart erfolgte zum 1. Juli 2009.

Mehr Informationen zum Millionendepot gibt es unter www.millionendepot.de.

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