Mit hochwertigen Büchern und modernen iTunes-Produkten dürfte die Edel AG (WKN 564 950) in Zukunft wieder ins Rampenlicht rücken - sowohl beim operativen Geschäft als auch auf dem Parkett.
"Unsere Wurzeln sind Musik - Bücher und Entertainment sind unsere Zukunft", wirbt die Edel AG. Es sind starke Wurzeln. Im schrumpfenden Tonträgermarkt haben sich die Hanseaten mit einem breiten Spektrum - vom eigenen Klassikkatalog über einen großen Rockbereich bis hin zur Dance-Musik - erfolgreich gegen den Markttrend gestemmt. Vorteil: In jedem Genre verfügt man über eine starke Marktposition. Die Konsolidierung im Musikbereich will Edel nutzen, die gute Position auszubauen. "Wir sind einer der Player, die das am besten können", erklärt Finanzvorstand Timo Steinberg gegenüber dem AKTIONÄR. Dennoch wird das 2006 gestartete Buchverlagsgeschäft mehr und mehr zum zentralen Bestandteil der unternehmerischen Aktivitäten. Hier konzentriert sich Edel vor allem auf hochwertige, illustrierte Bücher - für die es laut Steinberg trotz des Trends zur Digitalisierung der Medien auch auf Sicht einen Markt geben wird.
Konsolidierung und Digitalisierung
Aber auch dem Digitalbereich verschließt sich die Gesellschaft nicht. Im Gegenteil: Durch die Tochter Kontor New Media wird dieser aktiv abgedeckt. "Wir bieten unsere und Inhalte Dritter iTunes, Amazon und Co an und sind einer der größten unabhängigen Anbieter auf diesem Markt", so Steinberg. "In Deutschland kommt mittlerweile jeder zehnte iTunes-Song von uns." Mit der eigenen Druckerei, die auch für externe Dritte aktiv ist, werden im Service-Bereich Synergien zwischen den einzelnen Segmenten gehoben. Es werden sowohl Drucksachen für CDs und DVDs als auch Bücher hergestellt. Diese hohe Wertschöpfungstiefe wirkt sich am Ende positiv auf die Marge auf.
Starke Zahlen
Mit Blick auf die Zahlen zum abgelaufenen Jahr (endete am 30.09.) wird schnell klar: Der Trend zeigt nach oben. Der Umsatz wurde um sechs Prozent auf 137 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT wuchs um 0,4 Millionen auf 7,2 Millionen Euro. Dank des starken Finanzergebnisses wurde unter dem Strich der Gewinn je Aktie auf 0,18 Euro verbessert (Vorjahr: 0,12 Euro). Richtungsweisend für das neue Geschäftsjahr 2011/12 wird das traditionell umsatzstarke Weihnachtsgeschäft. DER AKTIONÄR ist überzeugt, dass die Edel-Produkte trotz Konsumeinbruch weiter nachgefragt sein werden. Zu einer Prognose für das Gesamtjahr ließ sich der Vorstand angesichts der bewegten Märkte nicht hinreißen.

Günstiger Gewinner
Durch den Ausbau des Digitalgeschäfts in allen Produktkategorien und gezielten Zukäufen sollte Edel weiter vom Umbruch der Medienindustrie profitieren. Der Fokus auf renditestarke Nischen wird dabei auch in Zukunft eine ansehnliche und nach unten abgesicherte Gewinnentwicklung ermöglichen. Anleger sollten bei der Medienperle mit KGV 7 und einer Dividendenrendite von 5,2 Prozent nicht zögern, sondern zugreifen.