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Deutliches Erholungspotenzial

Das neue Jahr ist noch jung. Die Antworten der Analysten und Firmenlenker sind noch immer die alten: "Wenn sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechtern, bekommen wir ein gutes Jahr 2012", heißt es in den meisten Gesprächen. Da die letzte große Wirtschaftskrise aber nicht allzu lang her ist, wissen alle, dass ein Einbruch der Wirtschaft mitunter sehr schnell kommen kann.

Das gilt auch für Gildemeister (WKN 587 800). Doch die Verantwortlichen haben in der letzten Krise ihre Hausaufgaben gemacht und der Werkzeugmaschinenbauer steht besser da als in 2007/08. Neben der Neuordnung der Finanzstruktur und der Reduzierung der hohen Zinsbelastungen hat man vor allem im Kernsegment Werkzeugmaschinen die alte Ertragsstärke zurückerlangt. Damit ist es der Gesellschaft sogar im vergangenen Abwärtszyklus gelungen, profitabel zu bleiben. Daran dürfte sich 2011 nichts geändert haben. Zwischen Juli und September legte der Umsatz um 27 Prozent auf 419 Millionen Euro zu. Das EBIT verdoppelte sich auf 34 Millionen Euro. Unterm Strich standen 18,1 Millionen Euro.

Starkes Kerngeschäft

Dabei konnte Gildemeister vor allem im Kerngeschäft Werkzeugmaschinen überzeugen. Zunehmend stärker wird das Service-Geschäft, das Gildemeister mit dem japanischen Kooperationspartner und Gildemeister-Großaktionär (Anteil: 20,1 Prozent) Mori Seiki verzahnt und mit neuen Mitarbeitern verstärkt hat. Auch in diesem Bereich war ein deutlicher Gewinnzuwachs zu spüren. Berücksichtigt man nur die Ergebnisse aus dem Werkzeugmaschinen- und dem Servicesegment sowie der Holding, so belief sich die EBIT-Marge im dritten Quartal auf sehr gute 10,5 Prozent. Durch steigende Umsätze besteht hier noch Potenzial.

Dickes Polster

Im Herbst hat der Vorstand die Jahresprognose zum Auftragseingang erwartungsgemäß von 1,8 auf 1,9 Milliarden Euro angehoben. Bei einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro sollte  beim EBIT die 100 Millionen-Euro-Marke geknackt werden. Derzeit genießen die Ostwestfalen zudem noch eine Art Sonderkonjunktur. Die Branchenmesse EMO hat Gildemeister im September unglaublich viele Aufträge in die Bücher gespült. "Dank diesem Polster sind wir bis Mitte des Jahres ziemlich ausverkauft", so Vorstand Rüdiger Kapitza.

Go East

Die Rezessionsängste werden 2012 Spuren in den Auftragsbüchern hinterlassen. Gildemeister peilt trotz­dem einen Auftragseingang auf dem Niveau von 2011 an. Dabei dürfte das Geschäft in Deutschland rückläufig sein. Hohe Zuwächse werden dafür in Russland, Südamerika und in Asien erwartet. Mit Christian Thönes als fünftes Mitglied im Vorstand wird die Internationalisierung daher gezielt forciert.

Hohes Erholungspotenzial

Gildemeister überzeugt mit einer soliden Eigenkapitalquote. Der Konzern hat für 2011 bisher gute Zahlen veröffentlicht. Die Aktie wurde dennoch abgestraft. Das KGV liegt mittlerweile bei im Peer-Group-Vergleich absolut günstigen 6. Dass die Auftragseingänge nach dem Rekordjahr nicht weiter wachsen, ist im Kurs mehr als eingepreist. Daraus könnte sich 2012 eine Chance ergeben. Denn schon beim geringsten Anzeichen einer sich stabilisieren den Konjunktur hat die Aktie ein hohes Erholungspotenzial. Abgerundet wird das Bild durch eine Dividendenrendite von 2,3 Prozent und einen Schuss Übernahmefantasie - auch wenn eine Aufstockung des Anteils durch Mori Seiki offiziell bisher ausgeschlossen wurde. Anleger sollten das aktuelle Niveau bei einer der besten Aktien Deutschlands daher zum Einstieg nutzen. 

Kurs —  
Empf. Kurs
10,70 €
Ziel
16,50 €
Stopp
8,25 €
Status
Aktiv

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