Ein 2010er-KGV von unter 3 lockt zum Einstieg beim deutschen Modulhersteller Solar-Fabrik (WKN 661 471) - der Startschuss für die Aufholjagd ist gefallen.
Der geringe Bekanntheitsgrad der Solar-Fabrik-Aktie ist nicht zuletzt auf die in der Vergangenheit sehr zurückhaltende IR-Politik der Gesellschaft zurückzuführen. Nach einem starken ersten Halbjahr kann Vorstandschef Günter Weinberger nun aber in die Offensive gehen.
Gewinnüberraschung in 2010
Solar-Fabrik blickt auf ein Rekordhalbjahr zurück: In den ersten sechs Monaten 2010 konnten die Umsatzerlöse auf 96,5 Millionen Euro verdoppelt werden, das operative Ergebnis verbesserte sich von -3,6 Millionen auf +9,2 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein beeindruckender Nettogewinn von 7,6 Millionen Euro zu Buche, was einem Ergebnis je Aktie von 0,65 Euro entspricht.
Und auch die Perspektiven für das zweite Halbjahr stimmen: Mit einem angepeilten Absatzwachstum auf mindestens 65 MWp stehen die Chancen gut, das die Freiburger Gesellschaft im Gesamtjahr 2010 das von Equinet-Analyst Sebastian Growe prognostizierte Ergebnis je Aktie von 1,14 Euro erreicht. Auf aktuellem Kursniveau weist Solar-Fabrik damit ein 2010er-KGV von unter 5 auf. Berücksichtigt man zudem die hohe Cash-Position, die bis Jahresende auf drei Euro je Aktie anwachsen sollte, liegt das bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis sogar unter drei.
US-Expansion angepeilt
Zwar wäre es vermessen, zu erwarten, dass Solar-Fabrik dieses Rekordniveau auch 2011 verteidigen kann, mit einem erwarteten Ergebnis je Aktie von 0,75 Euro liegt aber auch das bereinigte 2011er-KGV noch unter 4. Zumal die angepeilte US-Expansion für eine weitere Gewinnüberraschung sorgen könnte. Wie Weinberger im Interview mit dem AKTIONÄR verriet, sind die Pläne für die US-Offensive schon sehr weit gediehen. Über ein Joint-Venture mit einem namhaften US-Partner wollen sich die Freiburger schnell einen Zugang zu den Endkunden erschließen. Zudem würde eine eigene Fertigung im Dollar-Raum das Wechselkursrisiko begrenzen. Die Mittel für die Expansion stehen bereit: Eine Aktienplatzierung hat im Juli rund sechs Millionen Euro in die Solar-Fabrik-Kassen gespült.

Startschuss zur Aufholjagd gefallen
Anleger dürfen sich doppelt über die operativen Erfolge der Freiburger freuen. Neben den erwarteten Kursgewinnen winkt auch die Aufnahme einer Dividendenzahlung, wie Weinberger dem AKTIONÄR verriet. Erstes Trading-Ziel ist das bisherige Jahreshoch bei 6,45 Euro. Gelingt der erwartete Ausbruch, steht einer Fortsetzung der Aufholjagd nichts mehr im Wege. Ein Stopp bei 4,60 Euro dient zur Absicherung.