"Wir bauen für Ihr Leben gern!", lautet das Motto der Helma Eigenheimbau AG. Wer sich näher mit dem Unternehmen beschäftigt und mit den Verantwortlichen unterhalten hat, der merkt schnell: Das ist nicht nur ein Werbe-Slogan, sondern gelebte und vor allem gebaute Tatsache. Die Niedersachsen haben seit 1980 über 4.000 massiv errichtete Wunschhäuser an ihre Kunden übergeben - und dabei Umsatz und Profitabilität kontinuierlich gesteigert.
Hohe Kompetenz
Was zeichnet die Gesellschaft aus? Helma ist ein kundenorientierter Baudienstleister mit Full-Service-Angebot. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung, der Planung und dem Verkauf von schlüsselfertigen oder teilfertigen Ein- und Zweifamilienhäusern in Massivbauweise. Das Unternehmen zeichnet sich dabei durch eine hohe Kompetenz im Zukunftsmarkt der Energiesparhäuser aus.
Innovative Produktpalette
Helma bietet neben Passivhäusern seit Ende 2007 ein Sonnenhaus an. Durch die ganzjährige Nutzung der solaren Energie kann mit einem Sonnenhaus auf Öl, Gas und Strom zum Heizen komplett verzichtet werden. Anfang Mai feierte "Das EnergieAutarkeHaus von Helma" den ersten Geburtstag. Dieses innovative Haus hat in seinem ersten Jahr für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Es produziert und speichert Solarstrom für den gesamten Energiebedarf eines bewohnten Hauses und kann zusätzlich noch den Strom für Elektromobilität oder elektrische Gartengeräte bereitstellen. "Eine der wesentlichen Stärken der Gesellschaft ist sicherlich die frühzeitige Positionierung auf die energieeffiziente Bauweise, welche weit über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinausgeht", bestätigt Cosmin Filker von GBC Research gegenüber dem AKTIONÄR.

Hier wächst etwas zusammen
Zudem ist Helma als Bauträger für kleinere bis mittlere Wohngebiete aktiv (Helma Wohnungsbau). Die neu gegründeten Tochterunternehmen Helma Ferienimmobilien (seit 2011) und Hausbau Finanz (seit 2010) komplettieren als Ferienhausanbieter und Finanzierungsvermittler das Angebot. Die Integration der neuen Tochtergesellschaften ist zufriedenstellend verlaufen. Die Hausbau Finanz GmbH konnte bereits im ersten voll konsolidierten Jahr ein Finanzierungsvolumen in Höhe von 53 Millionen Euro vermitteln. Bei den Ferienimmobilien wurden mehrere aussichtsreiche Projekte vorbereitet, die in den kommenden Jahren spürbare Ergebnisbeiträge liefern dürften. "Die Tochter ist auf gutem Weg, wir werden einen ganz vernünftigen Umsatz- und Gewinnanteil generieren", erklärt der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Maerzke im Gespräch mit dem AKTIONÄR.
Hoher Auftragseingang
Die Möglichkeit der individuellen Planung ohne Extrakosten und das ausgeprägte Know-how im Bereich energieeffizienter Bauweisen wird von den Kunden honoriert. Die Folge: Mit knapp 107 Millionen Euro erreichte der Auftragseingang 2011 bei Helma einen neuen Rekordwert. Mit einem Blick auf die jüngsten Vertriebsmeldungen wird klar, dass dies nicht das letzte Rekordjahr gewesen sein dürfte. Im ersten Quartal des laufenden Jahres konnten die Auftragseingänge um weitere fünf Prozent über den Rekordwert des Auftaktquartals 2011 auf 30,5 Millionen Euro gesteigert werden. "Daraus lässt sich eine anhaltend hohe Nachfrage nach Helma-Produkten ableiten, die gleichzeitig die Basis dafür liefert, dass die Gesellschaft auch im Gesamtjahr sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig in neue Regionen vorstoßen sollte", erklärt der GBC-Analyst.
Bekannter Name
Für das laufende Geschäftsjahr geht der Nebenwerte-Experte von einem Umsatzwachstum in Höhe von 20 Prozent auf nahezu 125 Millionen Euro aus. Parallel dazu sollte das EBIT überproportional um 50 Prozent auf 7,2 Millionen Euro zulegen. Dabei bringt Filker einen weiteren Pluspunkt der Gesellschaft ins Spiel: "Eine weitere Stärke ist die hohe Vertriebskompetenz, verbunden mit dem überregional bekannten Namen. Damit war die Gesellschaft in der Lage, auch in einem schwächeren Marktumfeld zu wachsen."
Margenstarkes Bauträgergeschäft
Ein besonderer Treiber der künftigen Unternehmensentwicklung dürfte der Ausbau des margenstarken Bauträgergeschäfts sein. Aktuell liegt das gesicherte und bis zum Jahr 2015 zu realisierende Umsatzvolumen bei etwa 180 Millionen Euro oder 600 Einheiten. Dieses begründet sich aus bereits erworbenen Grundstücken beziehungsweise aus Grundstücken, für die eine Kaufoption besteht. Im September 2011 hat die Gesellschaft bereits Grundstücksareale im Speckgürtel Berlins mit einem Umsatzpotenzial von rund 46 Millionen Euro erworben. „Wir haben hier bereits Zugriff auf umfangreiche Flächen und sind auf längere Sicht ganz gut aufgestellt - haben aber auch noch einige ganz Erfolg versprechende Anbahnungen im Köcher", erklärt der Vorstandsvorsitzende.
Mögliche Belastungen
Es gibt noch einen Sondereffekt, der Helma in die Karten gespielt hat: die Schwäche der Konkurrenz. Nachdem beispielsweise die Kampa AG Insolvenz anmelden musste, liefen vertriebsstarke Handelsvertreter zu den Niedersachsen über. GBC-Analyst Filker hat aber auch Schwächen im Geschäftsmodell der Niedersachsen ausgemacht: "Aufgrund einer verhältnismäßig hohen Abhängigkeit von Marktgegebenheiten wie beispielsweise dem Zinsniveau, der Nachfrage nach Wohneigentum, der Konjunktur- oder der Arbeitsmarktentwicklung können Veränderungen in diesen Punkten teilweise zu Belastungen der Umsatz- und Ergebnisentwicklung führen."
Erstmals mit Dividende
In den letzten Jahren hat die Gesellschaft im Zuge eines sukzessiven Ausbaus der Umsätze eine nachhaltige Rentabilität erreicht. Die Aktionäre sollen künftig auch an der guten operativen Entwicklung teilhaben. Die Gesellschaft plant, auf der Hauptversammlung am kommenden Freitag (6. Juli) die Auszahlung einer Dividende von 0,20 Euro je Aktie genehmigen zu lassen - die sogar steuerfrei verbucht werden könnte.
Margenanstieg
Filker begrüßt diese Maßnahme. „Der finanzielle Aufwand für die geplante Dividendenzahlung in Höhe von 0,6 Millionen Euro hält sich in Grenzen, sodass der finanzielle Spielraum des Unternehmens für weitere Investitionen erhalten bleibt", erklärt der Analyst und ergänzt: „Sowohl die steigende Bedeutung des margenstarken Bauträgergeschäfts als auch die zunehmende Realisierung von Skaleneffekten lässt für die kommenden Geschäftsjahre einen Margenanstieg erwarten."

Analysten optimistisch
Er sieht die Aktie daher erst bei 19 Euro fair bewertet - das entspricht einem Kurspotenzial von mehr als 80 Prozent. Mit seiner positiven Meinung steht Filker nicht alleine da: Seine Kollegen von Close Brothers Seydler Research sehen die Aktie bei 17 Euro fair bewertet. Auch bei Warburg Research raten die Experten zum Kauf - mit Kursziel 16 Euro.
Nachhaltiges Wachstum
Helma Eigenheimbau verbucht beim Auftragseingang auch in diesem Jahr neue Rekordwerte. Die frühzeitige Positionierung auf die energieeffiziente Bauweise sowie die Erschließung neuer Geschäftsfelder wie das margenstarke Bauträgergeschäft sind ein solides Fundament für nachhaltiges Wachstum.
Auf Helma bauen
Umsatz und Gewinn sollten kontinuierlich steigen. Mit einem 2012er-KGV von 7 ist die Aktie daher absolut günstig bewertet. Abgerundet wird das Bild durch die Dividende, die bereits in rund vier Wochen steuerfrei ausgeschüttet wird. Nicht nur Bauherren sollten daher zugreifen.