Dominik Schertel
Die Aktie des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS zeigt sich am Freitag von ihrer freundlichen Seite und kann etwas an Boden gutmachen. Getragen wird diese Entwicklung durch positive Neuigkeiten bezüglich des Bieterwettstreits bei den US-Tankflugzeugen sowie der Nachricht über das Festhalten an der EADS-Beteiligung durch Daimler.
Vor Kurzem dominierten noch die schlechten Meldungen bei EADS: Der Ausstieg aus dem Bieterwettstreit um US-Tankflugzeuge, ein verhaltener Geschäftsausblick sowie die Streichung der Dividende. Am Freitag kann der MDAX-Titel nun mit positiveren Neuigkeiten aufwarten. Wie der Autobauer Daimler heute mitteilte, werde man von der Ausstiegsklausel bei der EADS-Beteiligung keinen Gebrauch machen. Daimler und das Konsortium von privaten und öffentlichen Investoren haben sich darauf verständigt, die am 9. Februar 2007 getroffene Vereinbarung bezüglich der Beteiligung an EADS fortzusetzen. Daimler hält damit weiterhin 22,5 Prozent der Stimmrechte an dem Luftfahrtkonzern. "Die Bestätigung der Stimmrechts-Struktur gibt der EADS Stabilität, ihre strategischen Ziele konsequent weiterzuverfolgen. Damit trägt Daimler auch zehn Jahre nach Gründung der EADS maßgeblich zur Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte europäischer Integration bei", kommentierte Bodo Uebber, Vorstandsmitglied von Daimler und Aufsichtsratsvorsitzender der EADS, die Entscheidung.
Kommt der Riesenauftrag doch noch?
Vor etwas mehr als einer Woche hieß es von Seiten der EADS, dass man sich mit seinem Partner aus dem Bieterwettstreit um einen Auftrag über 179 Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe zurückgezogen habe, da die US-Regierung den Konkurrenten Boeing in der Ausschreibung begünstige. Wie heute nun zu erfahren ist, fasst das Pentagon eine Verlängerung der Abgabefrist für die Angebote ins Auge. Dadurch will die US-Regierung EADS ermöglichen, doch noch ein Gebot für die Tankflugzeug-Ausschreibung abzugeben. EADS-Chef Louis Gallois hatte zuvor erklärt, dass man noch keine Entscheidung getroffen habe, ob erneut ein Angebot vorgelegt wird. Allerdings sei es für EADS in jedem Fall "unmöglich", eine Offerte bis zur bisherigen Abgabefrist Mitte Mai einzureichen.
Kampf um den Trend
Das EADS-Papier konnte 2010 zunächst nicht an der guten Kursentwicklung der letzten Wochen des Vorjahres anknüpfen. Anfang März gelang schließlich der Sprung zurück in den Bereich um 16,00 Euro. Allerdings konnte sich der Titel auf diesem Niveau nicht behaupten. Schlechter News-Flow sorgte für Kursabschläge, die dazu führten, dass der seit Dezember andauernde Aufwärtstrend unterschritten wurde. Das Papier ist nun dabei die Trendmarke zurückzuerobern.

Für risikobewusste Anleger
DER AKTIONÄR hatte bereits mehrfach betont, dass sich ein Investment bei EADS nicht unbedingt aufdrängt. Der Luftfahrtkonzern ist mit einigen Unsicherheiten behaftet. Lediglich risikobewusste Anleger können auf eine Rückeroberung des Aufwärtstrends setzen. Konservative Anleger sollten sich vorerst zurückhalten.