Richard Nitzsche
Achterbahnfahrt beim DAX! Schlecht sah er aus in den ersten Handelsstunden. Nach schwachem Start rutschte der deutsche Leitindex unter 6.100 Zähler. Fallende Umsätze im Einzelhandel ließen die Händler in Frankfurt zweifeln. Dann verfehlte das US-BIP auch noch die Erwartungen der Volkswirte. Der DAX sackte durch, notierte gegen 15.00 Uhr bei 6.060 Zählern. Doch die Erlösung ließ nicht lange auf sich warten: Das US-Verbrauchervertrauen und der Einkaufsmanagerindex - beide schlugen die Prognosen. Der Dow Jones drehte, der DAX rannte hinterher. 120 Punkte konnte er zwischenzeitlich gutmachen. Die vollen Gewinne nimmt er allerdings nicht mit ins Wochenende. Bei 6.147 Zählern geht der deutsche Leitindex aus dem Handel - zumindest mit grünen Vorzeichen; es bleibt ein moderates Plus von 0,22 Prozent. Auf Wochensicht verliert er 19 Punkte oder 0,3 Prozent.
Conergy findet Einigung mit Kreditgebern
Nach monatelangem Tauziehen mit den Kreditgebern erzielte das Solarunternehmen Conergy nun eine Einigung mit seinen Kreditgebern. Diese erklärten sich bereit, die Verbindlichkeiten bis Ende 2011 zu verlängern. Außerdem werden auch noch ausstehende Tilgungsraten bis Ende 2011 ausgesetzt. Das Papier verliert 2,3 Prozent.
EADS erhöht Prognose, Commerzbank belässt Rating auf "Add"
Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS erhöht seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen hebt die Prognosen für Umsatz, Rentabilität, Free Cashflow und Aufträge wegen des schwächeren Euros. Frühere Vorhersagen basierten auf einem Euro-Kurs von 1,40 US-Dollar, nun unterstellt der Konzern 1,35 US-Dollar. EADS rechnet nun mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro, zuvor hatte man nur 1 Milliarde unterstellt.
Nach den Quartalszahlen haben die Experten der Commerzbank das Rating für EADS auf "Add" belassen, bei einem leicht erhöhten Kursziel von 19,00 Euro. Die gute Entwicklung bei Airbus zeige, dass der Konzern auf einem guten Weg sei. Der Analyst räumt der Aktie zwischen 5 und 15 Prozent Kurspotenzial ein. EADS gewinnt 3,2 Prozent.
Einzelhandelsumsätze sinken
Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im Juni um 0,9 Prozent zurückgegangen. Im Mai waren sie noch um 3,0 Prozent gestiegen. Auf Jahressicht ist dennoch ein Sprung von 3,1 Prozent zu verzeichnen - nach einem Rückgang von 0,7 Prozent im Mai.
HeidelbergCement: Analystenprognosen übertroffen, Aktie fällt trotzdem
Der DAX-Neuling HeidelbergCement hat im zweiten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis erzielt. Als Grund nennt das Unternehmen weiterhin gute Geschäfte in den Schwellenländern. Der operative Gewinn stieg um 10,4 Prozent auf 492 Millionen Euro. Dieser Wert übertrifft die Analystenschätzungen. Der Konzern bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr. Nach dem Krisenjahr 2009 möchte man 2010 unterm Strich wieder wachsen.
Der Markt straft die Aktie dennoch ab, da bei Betriebsergebnis und Konzernüberschuss ein Rückgang verzeichnet wurde. Die Analysten der Commerzbank haben als Reaktion auf die Zahlen das Rating "Kaufen" bestätigt und sehen das Kursziel weiterhin bei 58,00 Euro. Das Papier verliert 3,4 Prozent.
Heidelberger Druck beschließt Kapitalerhöhung
Die ordentliche Hauptversammlung der Heidelberger Druckmaschinen AG hat der Bezugsrechtskapitalerhöhung zugestimmt. In den kommenden Monaten kann so eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht für alle Aktionäre geschaffen werden. Das Unternehmen will Einzelheiten noch bekannt geben. Heidelberger Druck will seine Kapitalstruktur stärken und Schulden reduzieren.
Infineon weiterhin "kaufen"
Goldman Sachs erhöht das Kursziel für Infineon nach den Zahlen von 7,00 Euro auf 7,10 Euro und belässt das Rating bei "Conviction Buy". Analyst Simon Schafer meint, das vergangene Geschäftsquartal sei positiv ausgefallen. Die Erwartungen der Experten wurden mit den aktuellen Zahlen und dem angehobenen Ausblick übertroffen.
MAN erhält Großauftrag, UBS bestätigt Rating "Kaufen"
Der Nutzfahrzeug- und Motorenbauer MAN hat zwei Aufträge über insgesamt 131 Stadtbusse erhalten. Die Busse sollen in der polnischen Hauptstadt Warschau und in Schweden zum Einsatz kommen.
Die Investmentbank UBS hat ferner ihre aktuelle Einschätzung für MAN nach den Quartalszahlen bestätigt. Der Analyst empfiehlt MAN weiterhin zum Kauf und prognostiziert ein Kursziel von 80 Euro. MAN gewinnt 1,25 Prozent.
Volkswagen: Audi verdient mehr
Die Volkswagen-Tochter Audi AG berichtet am Freitag einen deutlichen Ergebnisanstieg. Der Umsatz liegt mit 17,57 Milliarden Euro gravierend über dem Vorjahreswert von 14,53 Milliarden Euro. Auch der operative Gewinn stieg auf 1,33 Milliarden. Im Vorjahreszeitraum verdiente Audi nur 823 Millionen. "Das Rekordergebnis zeigt den großen Erfolg unserer Strategie des nachhaltigen und profitablen Wachstums", kommentiert Finanzvorstand Axel Strotbek. Im Gesamtjahr will Audi die Auslieferungen auf 1.080.000 Fahrzeuge steigern. Dies wäre ein Zuwachs von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.
Gewinnmitnahmen bei Wacker nach Zahlen
Der im MDAX gelistete Chemiekonzern Wacker verliert heute 2,7 Prozent. Händler und Analysten verweisen auf Gewinnmitnahmen. Die Zahlen seien zwar besser ausgefallen als erwartet. Marktteilnehmer meinen aber, Wacker hätte den Ausblick noch stärker anheben müssen. Eine positive Überraschung sei ausgeblieben, kommentiert Analyst Peter Wirtz von der WestLB. Er belässt sein Rating auf "Neutral". Unicredit bestätigt die Einstufung auf "Halten" und sieht das Kursziel bei 120,00 Euro.