Es klingt auf den ersten Blick einfach: Man beteiligt sich so früh wie möglich an Wachstumsunternehmen und kann auf diese Art und Weise an deren Erfolg von Beginn an teilhaben. Für die meisten Privatinvestoren ist dieses Unterfangen allerdings unmöglich. Macht nichts: Schließlich können sie in die Aktie von bmp media investors (WKN 330 420) investieren.
Das Unternehmen investiert in Wachstumsunternehmen aus den Bereichen Medien & Marketing Services in Deutschland und in Polen. Die Beteiligungsgesellschaft konzentriert sich dabei auf die frühen Unternehmensphasen Seed, Start-Up und Expansion. Die Haltedauer der Minderheitenbeteiligungen liegt üblicherweise bei drei bis sieben Jahren mit einem Zielvolumen von maximal drei Millionen Euro. Seit der strategischen Neuausrichtung hat bmp einen Fokus auf einen innovativen Wachstumsmarkt.
„bmp hat mit nugg.ad, yoc und K2 bereits mehrere erfolgreiche Exits getätigt und genießt hohes Ansehen in diesem Marktsegment", sagt Alexander Braun, Analyst von Montega. Gemeinsam mit seinem Kollegen Tim Kruse hat er das Unternehmen unter die Lupe genommen und sieht ein Kursziel von 1,60 Euro für die Aktie. Die beiden Experten sehen das starke Netzwerk zu potenziellen Käufern und Verkäufern als ein Merkmal des Unternehmens. „Aufgrund des exzellenten Track-Rekords ist bmp nicht nur für kapitalsuchende Unternehmen ein logischer Ansprechpartner, sondern kann auch auf ein Netzwerk langjähriger Investoren- und Exit-Kontakte zurückgreifen." Zudem loben sie die schlanke Kostenstruktur. Die bmp Beteiligungsmanagement AG erhalte lediglich 2,5 Prozent des Eigenkapitalwertes als Management-Fee sowie einen 15-prozentigen Carried Interest. Abgesehen von den Nebenkosten der Börsennotierung (zirka 0,4 Millionen Euro) gibt es kaum weitere Kostenpositionen.
In den ersten neun Monaten konnte bmp einen Umsatz von 5,1 Millionen Euro erzielen, der Gewinn belief sich auf 0,33 Millionen Euro. Der NAV lag bei 18,6 Millionen Euro beziehungsweise 0,99 Euro je Aktie. Weiteres Geld dürfte dem Unternehmen durch eine Reduzierung des Anteils an der Tochtergesellschaft bmp Beteiligungsmanagement AG in die Kasse fließen. Bei Montega rechnet man mit mindestens 1,2 Millionen Euro.
Die große Unbekannte ist die Beteiligung an Revotar. Der Biotech-Konzern mss seine weitere Forschung finanzieren, gelingt dies nicht, muss bmp womöglich eine Wertberichtigung vornehmen. „Auf den Potenzialwert und das Kursziel hätte dies eine Auswirkung von zirka 50 Cent pro Aktie", meinen die Analysten.
Selbst wenn es Revotar nicht gelingen sollte, die weitere Forschung zu finanzieren, ist das Unternehmen stark unterbewertet. Für Anleger bietet sich auf dem aktuellen Niveau eine ausgezeichnete Einstiegschance. Die Veräußerung der vier Technologie-Beteiligungen dürfte zeitnah erfolgen, was der Aktie weiteren Aufschwung bescheren dürfte.