Nach dem Turnaround im ersten Quartal will Alphaform (WKN 548795) auch nachhaltig schwarze Zahlen schreiben. Kann der Vorstand seine Pläne umsetzen, dürfte die Aktie durchstarten.
Alphaform befindet sich im Wandel. Bis 2008 konzentrierte sich das in Feldkirchen ansässige Unternehmen im Segment "Rapid Manufacturing" auf die Produktion von Prototypen sowie Kleinserien. Die Kunden kamen vorwiegend aus den Bereichen Automobil und Rennsport. Während der Wirtschaftskrise litten diese Bereiche unter großen Absatzproblemen. Das bekam auch Alphaform zu spüren. Toyota und BMW, zwei Großkunden mit einem Anteil von über 20 Prozent am Gesamtumsatz, stellten ihre Formel-1-Aktivitäten vollkommen ein. Ein herber Schlag!
Medizin gegen die Konjunktur
Um sich von der Konjunktur und der Zyklik der Geschäftsbereiche unabhängiger zu machen, wurde vor vier Jahren mit dem Kauf der MediMet GmbH der Bereich Medizintechnik ins Leben gerufen. Mittlerweile generiert der Hersteller von Implantaten für Hüfte, Knie und Schulter fast die Hälfte der gesamten Umsätze. Zu den möglichen Wachstumstreibern zählt die anhaltend steigende Nachfrage nach Implantaten aufgrund der demographischen Entwicklung. Zudem dürfte der Trend zum Outsourcing im Medizintechnikbereich den Umsatz ankurbeln. Vorstand Dr. Thomas Vetter sieht aber auch Synergieeffekte innerhalb der Gruppe. Die Auftragslage ist stabil, sodass sich Alphaform in diesem Jahr primär auf die Ergebnisverbesserung konzentriert. Die Produktivität ist durch das schnelle Wachstum in den letzten Quartalen etwas unter die Räder gekommen. "Wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen. Die Prozesse in Ordnung und die Kosten unter Kontrolle bringen", erklärt der Vorstand, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und bereits aktiv geworden ist.
Der Problemlöser
Als Folge des laufenden Effizienzsteigerungsprogramms konnten bereits erste Erfolge auf der Kostenseite verzeichnet werden. Weitere sollten im laufenden Jahr folgen. Aber auch der Bereich Rapid Prototyping kann sich immer weiter von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise erholen. Hier werden mittels Schichtbauverfahren Prototypen verschiedenster Produkte entwickelt und produziert, die dann von den Kunden als Testprodukte verwendet werden können. Alphaform gilt in Branchenkreisen als Problemlöser von der Produktidee bis zur Kleinserie und hilft die Entwicklungskosten und vor allem auch die Zeit bis zur Vermarktung deutlich zu verringern.
Keine Abkühlung in Sicht
Die Gesellschaft ist hier vor allem von der Nachfrage der Automobilindustrie abhängig. Die Bayern arbeiten für fast alle führenden europäischen Autohersteller und Zulieferer. Und bei Audi, BMW, Daimler und Co laufen die Geschäfte unverändert gut. Neben den Projekten im klassischen Bereich sorgt hier das Thema Elektromobilität für Fantasie. Denn auch an den neuen E-Fahrzeugen, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen dürften, ist Alphaform beteiligt. "Wir sind in der Entwicklungsphase mit eingebunden und wir haben eine ganze Reihe von E-Mobilitätsprojekten, bei denen wir mit den Automobilherstellern zusammenarbeiten und das wird wohl auch noch eine Zeitlang anhalten, bevor sich das wieder abkühlt", so Dr. Vetter.

Turnaround im Visier
Dass Alphaform auf einem guten Weg ist, zeigen die Zahlen zum ersten Quartal. Der Umsatz wurde um 16,5 Prozent auf 6,8 Millionen Euro gesteigert. Mit 0,2 Millionen Euro erreichte das Unternehmen ein positives Betriebsergebnis (Vorjahr: -0,3 Millionen Euro). Auch unter dem Strich ist der Turnaround gelungen. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,03 Euro. Auf Jahressicht dürfte bei weiter steigenden Umsätzen ein Gewinn je Aktie von 0,13 Euro erzielt werden können. Gelingt es Alphaform, neben den konjunkturabhängigen Prototypen- und Entwicklungsaktivitäten mittelfristig auch größere Serienanwendungen auf den Markt zu bringen und zudem andere Industriezweige zu bedienen, dürften Umsatz und Gewinn auf Sicht in deutlich höhere Dimensionen vorstoßen - und der vor vier Jahren eingeleitete Wandel abgeschlossen sein.
Einsteigen und abfahren
Operativ ist Alphaform bereits auf Turnaround-Kurs. Die Aktie ist dagegen noch nicht aus ihrer Lethargie erwacht. Anleger können das aktuelle Niveau daher zum Aufbau einer Position nutzen.