Apple-Neuheiten und lange Menschenschlangen vor den Geschäften - das hat spätestens seit der Einführung des iPods Tradition. Apples neuester Coup, das iPad, macht da keine Ausnahme.
Am Markteinführungstag setzte der US-Einzelhandel mehr als 300.000 iPads ab und übertraf damit die alte Bestmarke des iPhone Classic (270.000) deutlich. Die Tradition will es zudem, dass eine Handvoll Kunden ihre Geräte nach dem Kauf umgehend in Einzelteile zerlegt und die Innereien der Öffentlichkeit präsentiert - "Teardown" nennen das die Amerikaner, "grober Verstoß gegen die Garantiebestimmungen" Apple.
Powermanagement von Dialog, Platinen von AT&S
Nach dem "Teardown" ist klar: Das Powermanagement für das iPad stammt von Dialog Semiconductor. Die Platinen für seinen Tablet PC bezieht Apple hingegen vom österreichischen Board-Spezialisten AT&S (WKN 922 230). Auf Nachfrage des AKTIONÄRs wollte der Konzern aufgrund einer vertraglich vereinbarten Verschwiegenheitspflicht keinen Kommentar abgeben. Muss er auch nicht, denn auf Fotos in einschlägigen US-Blogs ist der Firmenaufdruck eindeutig zu erkennen.
Während das bloße Gerücht, Dialog Semiconductor könnte beim iPad mit an Bord sein, ausreichte, um den Kurs der Aktie am Dienstag um neun Prozent in die Höhe zu katapultieren, tendierte das AT&S-Papier überraschend schwächer. Zur Wochenmitte scheint sich die News an der Börse ebenfalls noch nicht rumgesprochen zu haben, die Aktie notiert im frühen Handel in Frankfurt lediglich 0,4 Prozent im Plus bei 8,11 Euro.
Jetzt auf den Zug aufspringen
Anleger sollten das aktuelle Kursniveau nutzen, um eine spekulative Position aufzubauen. Das Risiko eines Investments erscheint überschaubar, denn operativ läuft es bei den Österreichern auch ohne iPad gut. DER AKTIONÄR hatte bereits Anfang 2010 darauf hingewiesen, dass sich das margenstarke High-End-Segment - AT&S-Produkte findet man unter anderen in Spielkonsolen, Digitalkameras und Handys - einer regen Nachfrage erfreut.
Günstig bewertet
Mit einem KGV von 7 ist die AT&S-Aktie fundamental günstig bewertet, das iPad liefert einen zusätzlichen Kick. DER AKTIONÄR erhöht sein Kursziel auf zehn Euro, ein Stopp bei 6,90 Euro sichert die Position ab.