Martin Weiß
Solange Aixtron zu den Top-Performern im TecDAX zählte, waren sich die Analysten einig: Die Aktie ist ein Kauf. Seit Anfang des Jahres häufen sich nun die skeptischen Kommentare, in denen nicht nur vor dem Einstieg gewarnt, sondern sogar der Verkauf empfohlen wird. Der Aktie bekommt das Tauziehen schlecht.
Was hoch steigt, kann tief fallen: Zählte die Aktie des Spezialmaschinenbauers 2009 mit einer Performance von mehr als 500 Prozent zu den Shootingstars im TecDAX, so macht sich langsam Verunsicherung unter den Anlegern breit. Das Papier hat am Freitag rund acht Prozent im Wert verloren - der zweite deutliche Rücksetzer nach einem Minus von sechs Prozent am Donnerstag. Die Schlussnotiz von 19,80 Euro birgt Sprengstoff in sich, zumindest aus charttechnischer Sicht.
Auf Messers Schneide
Auf dem aktuellen Kursniveau verläuft eine wichtige Unterstützungslinie, die, wird sie nach unten gebrochen, weiteres Abwärtspotenzial bis unter 18 Euro eröffnet. Nachdem sich die 38-Tage-Linie als unüberwindbare Hürde erwiesen hat, zumindest ein denkbares Szenario.
Stabiltät sieht anders aus, wenngleich zum Wochenauftakt die HSBC Aixtron mit einer Kaufempfehlung zur Seite springt: Die Analysten stufen die Aktie mit "Übergewichten" ein und sehen das Kursziel bei 28 Euro. Eine klare Linie ist bei den Analysten dennoch weiterhin nicht in Sicht, die Einschätzungen gehen weit auseinander. Das HSBC-Kursziel steht im krassen Gegensatz zum "Verkaufen" von Hauck & Aufhäuser und deren Kursziel von 17 Euro. Zuvor hatte bereits die Commerzbank den Positionsabbau empfohlen und ein Kursziel von 20 Euro genannt.

Wie geht es weiter? Nach der Korrektur um 18 Prozent in drei Tagen ist eine technische Reaktion fällig, die den Aktienkurs in den Bereich 21/22 Euro treiben könnte. Risikofreudige Anleger versuchen diese Welle zu erwischen, alle anderen warten, bis Aixtron die Marke von 24 Euro überspringt.