Der Münchener Aurelius AG hat ihre in der Oberpfalz ansässige Tochtergesellschaft Schabmüller an die italienische ZAPI-Gruppe verkauft. Zahlen zur Transaktion wurden zwar in der heute abgesetzten Meldung nicht genannt, nach Recherchen des AKTIONÄR ist der Verkauf für die Münchener jedoch äußerst lukrativ.
72-Millionen-Deal
Die Aurelius-Tochter Schabmüller erzielte im Jahr 2011 einen Umsatz von 61,3 Millionen Euro und ist mit einer zweistelligen EBITDA-Marge sehr profitabel. Operativ hat die Firma mehr als zehn Millionen Euro verdient. Für Schabmüller hat Aurelius 72 Millionen Euro in bar erhalten. In der Bilanz dürfte Schabmüller mit einem deutlich niedrigeren Wert im unteren zweistelligen Bereich angesetzt sein.
An der Jahresprognose eines annualisierten Umsatzes von 1,5 Milliarden Euro ändert die Transaktion nichts: „Mit dem Verkauf von Schabmüller an die italienische ZAPI Gruppe am 27. Juli erfolgte auch die Endkonsolidierung. Auf die geplanten 1,5 Mrd. Euro annualisierter Umsatz für 2012 sollte dies keinen Einfluss haben", verrät Dr. Dirk Markus im Interview mit dem AKTIONÄR.

Sonderdividende möglich
Für die Aurelius-Aktionäre dürfte sich die Transaktion in barer Münze auszahlen. Es ist davon auszugehen, dass die Münchener die Anleger im Rahmen einer Sonderausschüttung am Erfolg beteiligen. „Unsere Aktionäre sollen an unserem Erfolg teilhaben. Unser Ziel ist es, die Basisdividende für 2012 erneut zu erhöhen und auf Grund des Erfolges mit Schabmüller wird auch eine Sonderausschüttung möglich", so Aurelius-Chef Dr. Dirk Markus im Interview mit dem AKTIONÄR. Dass die Sonderausschüttung üppig ausfallen könnte, dafür könnten auch weitere Unternehmensverkäufe sorgen. „Wir haben noch weitere Unternehmen in unserem Konzern die reif sind, auf eigenen Füßen zu stehen. Wir sind deshalb im ständigen Kontakt mit potenziellen Käufern", so Markus weiter. Zur regulär geplanten Dividende von 1,50 Euro könnten noch 3,50 bis vier Euro dazukommen. DER AKTIONÄR rechnet daher für 2012 mit einer Ausschüttung von fünf Euro je Aktie. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 32,15 Euro entspricht dies einer Dividendenrendite von 15,5 Prozent.

Klarer Kauf
Angesichts dieser Kennzahl und der Aussicht, dass im laufenden Jahr noch zwei weitere Verkäufe möglich sind, ist der Aktien-Musterdepotwert des AKTIONÄR ein klarer Kauf. Das bisherige Kursziel von 40 Euro ist daher als Mindestziel für die nächsten Monate zu sehen.