Cancom IT Systeme
- Jochen Kauper - Redakteur

Wunderbare Wachstumsstory!

Klaus Weinmann versteht sein Geschäft. In schöner Regelmäßigkeit kauft er neue Firmen hinzu, hält damit gleichermaßen Analysten und Aktionäre bei Laune und, nicht zu vergessen, natürlich sich selbst. Denn Cancom ist Weinmanns Lebenswerk. Seit fast 20 Jahren lenkt der ehemalige Informatik-Student die Geschicke des IT-Konzerns. Weinmann hat den Umsatz von Cancom in den letzten zehn Jahren von 192,1 Millionen Euro (2003)  auf 613,8 Millionen Euro (2013) nach oben geschraubt.

Über viele Jahre verdiente Cancom hauptsächlich mit dem Verkauf von Hard- und Software-Produkten von Firmen wie Hewlett Packard, Apple, oder IBM gutes Geld.

Cancom IT Systeme
34,80 €
45,00 €
27,50 €
02.04.2014

Neue Wachstumsfelder
Mit der Zeit hat Weinmann die Firma weiter entwickelt, hat das Thema IT-Infrastruktur zeitweise in den Vordergrund gestellt. Cancom verdient am Design oder Aufbau  sogenannter IT-Landschaften. Einfach erklärt: Wie ein Häuslebauer einen Architekten braucht, so benötigen Firmen einfach auch IT-Häuser wie Cancom, die dann die technische Infrastruktur innerhalb einer Firma aufzubauen. Größtenteils werden die Sachen dann komplett von Cancom betreut. Neudeutsch spricht man dann auch von „outsourcing“. „Das schöne daran ist, dass solche Kundenbeziehungen in der Regel von langer Dauer sind“, sagt Weinmann.

Portfolio ausgebaut
Mittlerweile gehört das alles zum Standardprogramm von Cancom. Und Firmenchef Klaus Weinmann hat längst einen neuen Spielplatz entdeckt: Cloud Computing. Cloud ist spannend, hipp, einfach in.. Riesige Datenmengen werden quasi ausgelagert. Fotos, Adressen, Telefonnummern oder Musik eben einfach auf einer anderen Festplatte „geparkt“. Anders ausgedrückt: „Cloud ist eine Lösung die irgendwo im Internet läuft, die man praktisch nicht mehr selber auf dem Rechner hat. In dem Moment in dem man zum Beispiel ein iPhone verwendet, greift man nahezu nur noch auf Cloud Lösungen zurück. Sei es Aktienkurse aus der Finanzwelt oder eben einfach nur Musik“, bringt es Cancom-Vorstand Weinmann kurz und knapp auf den Punkt. Cloud ist in aller Munde, ein spannender Wachstumsmarkt. Und Cancom ist mittendrin.

Ehrgeizige Ziele
Im laufenden Jahr will Cancom den Marktanteil im Cloud-Computing ausbauen. Mit dem Ergebnis, dass vor allem das Segment Cloud Computing die Gewinne in Zukunft in Höhe katapultieren wird. Analyst Tim Wunderlich von Hauck & Aufhäuser geht 2014 von einem von Gewinn je Aktie von 1,58 Euro aus. 2016 sieht der Experte den Gewinn pro Anteilsschein bereits bei 2,70 Euro. Bei aller Euphorie um das Thema Cloud Computing ist hier Fingerspitzengefühl gefragt. In einer Boombranche wie das Cloud Computing läuft man gerne Gefahr, für eine Übernahme zu viel Geld auf den Tisch zu legen, Mondprise zu bezahlen. Nicht so Klaus Weinmann. Mit Weitsicht fädelt er die Delas ein, wählt seine Ziele sorgfältig aus und hat so in den letzten Monaten das ein oder andere Schnäppchen gemacht. So hat Cancom zum Beispiel die Allgeier-Tochter Didas Business Services geschluckt. Didas hat 2013 mit 260 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 56 Millionen Euro erzielt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 1,8 Millionen Euro. Spannung verspricht die Übernahme des amerikanischen Cloud-Spezialisten HPM. Dadurch hat Cancom erstmals im aussichtsreichen US-Markt einen Fuß in der Tür. Das reizvolle an diesem Deal: Cancom wird seine eigene Cloud-Lösung in das Angebot der US-Tochter aufnehmen.

Kaufen
Kurzum: Klaus Weinmann bastelt weiter fleißig an einem hochprofitablen IT-Konzern. Dabei ist das Wachstum der letzten Jahre sowieso schon beeindruckend genug. Angetrieben unter anderem von der Übernahme mehrerer hochprofitabler Firmen wird Cancom Umsatz und Gewinn in den nächsten Jahren weiter steigern.

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