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- Markus Horntrich - Chefredakteur

Wer wagt, gewinnt

Nach einer Übernahme steht der noch unbekannte IT-Spezialist vor einem Umsatzsprung. Ein KGV von 5 lädt zum Einstieg.

Damit ein Unternehmen Erfolg hat, bedarf es eines Managements mit Visionen und der Erfahrung, diese umzusetzen. Die in Linz ansässige Quanmax AG hat ein solches in Person ihres „Machers" Hannes Niederhauser. Der ehemalige Chef des TecDAX-Konzerns Kontron, den er an die Börse gebracht und in den TecDAX geführt hat, hat auch mit seinem neuen „Baby" Quanmax dasselbe Ziel: den TecDAX.

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31.01.2012

Niederhauser hat Quanmax von einem Computer- und Serverschrauber zu einem integrierten IT-Spezialisten entwickelt, der vor allem dank der Cloud-Computing- und IT-Security-Aktivitäten, die 80 Prozent der Wertschöpfung bei Quanmax ausmachen, außerordentlich erfolgreich ist. In Zahlen ausgedrückt: 2011 dürfte Quanmax rund 150 Millionen Euro Umsatz und knapp sieben Millionen Euro Gewinn erzielt haben, nach fast 81 Millionen beziehungsweise 3,76 Millionen Euro im Vorjahr.

Erlössprung nach Übernahme

2012 dürfte Quanmax einen deutlichen Sprung beim Umsatz hinlegen. Verantwortlich dafür ist die im September 2011 getätigte Übernahme der österreichischen S&T, die auf IT-Beratung, -Integration und -Outsourcing spezialisiert ist und ihren Fokus auf den osteuropäischen Markt legt. Ein chancenreiches, aber auch riskantes Unterfangen, wie Niederhauser selbst sagt: „Wenn man eine Firma mit 20 Millionen Verlust kauft und macht das sechs Monate länger, ist man tot. Wenn man die Firma natürlich hinkriegt, hat man auf einen Schlag eine 300- bis 400-Millionen-Firma, die aus meiner Sicht in den TecDAX gehört." Wie der Quanmax-Chef im Gespräch mit dem aktionär jedoch verriet, ging der Plan bei S&T auf, nachdem die ersten Restrukturierungsschritte eingeleitet wurden: „Für die letzten zwei Monate erwarte ich rund eine Million Euro als Ergebnis", so Niederhauser. Der negative Ergebnistrend wurde also bereits umgekehrt, nachdem mit dem Verkauf der S&T-Tochter IMG der größte Verlustbringer eliminiert wurde.

Wachstum oder Job weg

Entsprechend optimistisch sind die Prognosen für 2012. Der Umsatz dürfte auf über 300 Millionen Euro klettern, wobei die Österreicher mit einem Nettogewinn von zehn Millionen Euro planen. Darin sind bereits zwei bis drei Millionen Euro an Restrukturierungskosten eingerechnet, sodass Quanmax - wenn man von einem gleichbleibenden Umsatz ausgehen würde - automatisch beim Gewinn um mindestens 20 Prozent wachsen würde. Das allerdings wäre für Niederhauser nicht akzeptabel: „Wenn wir nur mit 20 Prozent beim Gewinn wachsen, dann würde ich mich von meinem Job verabschieden. Quanmax hat in den letzten fünf Jahren nie unter 50 Prozent Gewinnwachstum geliefert."

Einziger Wermutstropfen der Übernahme ist der Rückgang der Marge im Jahr 2012, was vor allem an den Aufwendungen für die Restrukturierung liegen dürfte. Das soll jedoch kein Dauerzustand bleiben: „Mit dem heutigen Geschäftsmodell, wenn alle Restrukturierungsaufwendungen weg sind und alles rund läuft, traue ich mir bei der Marge sechs Prozent netto und neun Prozent beim EBIT zu", verrät Niederhauser. Geht man von einer realistischen Umsatzgröße von 350 Millionen Euro aus, wären im günstigen Fall 21 Millionen Euro Gewinn möglich. Dem steht ein Börsenwert von lediglich knapp 50 Millionen Euro gegenüber.

100 Prozent möglich

Die Kursentwicklung von Quanmax steht im Vergleich zur operativen Entwicklung in einem krassen Missverhältnis. Aktuell kommt der Wert auf ein 2012er-KGV von gerade einmal 5. Bei Wachstumsraten rund 50 Prozent ist eindeutig eine deutlich höhere Bewertung gerechtfertigt. Selbst bei einer Verdopplung wäre die Aktie noch immer nicht zu teuer.

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