Datagroup
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Überraschung möglich

Aufstrebender IT-Dienstleister sieht gute Chancen, im Schatten von SAP weiter zu wachsen.

Die Datagroup AG zählt mittlerweile zu den zehn größten deutschen IT-Dienstleistern. Vorstandschef Max H.-H. Schaber erwartet sich daraus weiteren Auftrieb für die Geschäftsentwicklung. Er lässt im Interview mit dem AKTIONÄR auch keinen Zweifel daran, dass die Planungen für das bald endende Geschäftsjahr mindestens erreicht werden.

Datagroup
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19.09.2012

DER AKTIONÄR: Herr Schaber, Datagroup ist erstmals in die Top 10 der deutschen IT-Dienstleister aufgerückt. Was bedeutet Ihnen dieser Top-10-Platz persönlich?

Max H.-H. Schaber:  Der Aufstieg in die Top 10 war für uns eine strategische Zielsetzung, die wir nun erreicht haben. Das freut mich persönlich sehr! In den letzten sechs Jahren seit Börsengang ist Datagroup enorm gewachsen und hat sich von einer Platzierung jenseits der Top 30 nun auf die vordersten Ränge gearbeitet. Darauf sind wir bei Datagroup alle sehr stolz und sehen diesen Erfolg gleichzeitig als Ansporn für die Zukunft.

Erwarten Sie durch diese Platzierung auch positive Effekte auf das operative Geschäft?

Wir gehen davon aus, dass uns dieser Erfolg weiteren Auftrieb in der Geschäftsentwicklung geben wird. Als Top 10-Unternehmen rücken wir auch bei Großkonzernen als IT-Dienstleister immer stärker ins Blickfeld. Das gilt umso mehr, seitdem wir Anfang des Jahres den SAP-Dienstleister Consinto übernommen und unsere Kompetenzen um den Bereich SAP erweitert haben.

Das laufende Geschäftsjahr 2011/2012 (30.09.) neigt sich dem Ende zu. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf? Konnten Sie im zweiten Halbjahr an das gute Abschneiden in den ersten sechs Monaten anknüpfen?

Der bisherige Verlauf des zweiten Halbjahres stimmt mich sehr positiv. Vor allem die üblicherweise eher schwachen Monate Juli und August sind sehr gut gelaufen, so dass ich zuversichtlich bin, dass wir auch im zweiten Halbjahr ein sehr gutes Ergebnis vorlegen können.

Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr ist mit „über 140 Millionen Euro" eher konservativ gehalten. Analysten trauen Ihnen mehr als 150 Millionen Euro zu. Eine realistische Schätzung?

Schätzungen von Analysten kommentieren wir traditionell nicht. Wer uns kennt weiß aber, dass wir eher konservative Prognosen veröffentlichen. Ob es denn 150. Millionen Euro werden, können wir heute noch nicht sagen. Über den 140 Millionen Euro dürfte der Umsatz aber in jedem Fall liegen.

Im Januar 2012 hat Datagroup den SAP-Dienstleisters Consinto übernommen. Wie fällt Ihr erstes Fazit aus? Haben sich Ihre Erwartungen bisher erfüllt? Welche positiven Effekte haben sich realisieren lassen?

Mein Zwischenfazit ist durchweg positiv. Consinto hat uns den Eintritt in den lukrativen SAP-Markt ermöglicht. Wir können unseren Kunden nun auch umfassende SAP-Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören Design und Umsetzung von SAP-Umgebungen, der Betrieb dieser Umgebung in eigenen Rechenzentren sowie die Betreuung der Anwender. Dieses breite Leistungsangebot und die langjährige SAP-Expertise der Consinto sind ideal für eine langfristige Zusammenarbeit mit SAP-Kunden. Wir stehen bereits in zahlreichen viel versprechenden Angebotssituationen und ersten gemeinsamen Projekte.

Im laufenden Geschäftsjahr wollen Sie den Dienstleistungsanteil auf rund 68 Prozent aufstocken - längerfristig sogar auf 80 Prozent. Welche operative Marge peilen Sie dabei an?

Wir haben bisher keine Prognose zur operativen Marge abgebeben, gehen jedoch davon aus, dass wir die Marge gegenüber dem Vorjahr in jedem Fall halten können. Für die Zukunft erwarten wir eine deutliche Verbesserung der Margen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Erhöhung des Dienstleistungsumsatzes hierzu entscheidend beitragen  wird.

Datagroup zählte in den letzten Jahren zu den am schnellsten wachsenden IT-Services-Unternehmen in Deutschland. Werden Sie dieses Wachstum in den nächsten Jahren fortsetzen können?

Consinto wird nicht die letzte Firmenübernahme der DATAGROUP gewesen sein. Der IT-Services Markt in Deutschland hält noch viele interessante Unternehmen bereit. Auch wenn wir stets Ausschau nach diesen halten, steht die Eingliederung unserer jüngsten Übernahmen - darunter Consinto - in unserem Fokus. Den gewünschten Nutzen aus unserer Akquisitionsstrategie ziehen wir nur dann, wenn wir der Einbindung neuer Gesellschaften in den DATAGROUP-Konzern ausreichend Zeit und Ressourcen widmen. Wir gehen davon aus, dass das organische Wachstum in der nahen Zukunft zulegen wird, so dass auch ohne kurzfristige Zukäufe eine Ausweitung unseres Geschäftsvolumens erwartet werden kann. Zu berücksichtigen dabei ist, dass wir durch den starken Fokus auf vertragsgebundene Dienstleistungen weniger konjunkturanfällig sind als reine Infrastruktur-Lieferanten.

Die Datagroup-Aktie hat in den letzten sechs Monaten rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Worauf führen Sie die unbefriedigende Kursentwicklung zurück und mit welchen Maßnahmen wollen Sie hier entgegensteuern?

Die Entwicklung der Aktie hat uns natürlich nicht befriedigt. Wesentlichen Einfluss hatten sicher die 10-prozentige Kapitalerhöhung und das Gerücht im Markt, dass wir weitere Kapitalmaßnahmen planen würden. Derzeit ist eine weitere Kapitalerhöhung nicht auf der Agenda. Wir prüfen intensiv alternative Finanzierungsformen, ohne unser Eigenkapital durch Ausgabe neuer  Aktien zu erweitern und dadurch das Ergebnis pro Aktie zu schmälern. Dieses klare Commitment sollte dazu führen, dass die Aktie anhand der operativen Entwickelung und der guten Wachstumsperspektiven des Unternehmens beurteilt wird.

Wo sehen Sie die Datagroup AG in fünf Jahren? Im TecDAX?

Solche Prognosen wären fahrlässig. Unser klares Ziel ist es jedoch, weiter zu wachsen und die Ergebniskennzahlen überproportional zu verbessern. Dies sollte uns insbesondere dann gelingen, wenn die eingeschlagene Strategie, als hochwertiger IT-Dienstleister mit Outsourcing- und Cloud-Lösungen zu den größten und besten Unternehmen Deutschlands zu gehören, aufgeht. Aus einer stetig steilen Entwicklung der Umsatzkurve und der nachfolgenden Verbesserung der Profitabilität wird der Markt die entsprechenden  Ableitungen treffen.

Herr Schaber, vielen Dank für das Interview.

Gutes Chance-Risiko-Profil

Die Datagroup-Aktie bietet aktuell ein gutes Chance-Risiko-Profil. Einem Kurspotentzial von rund 50 Prozent bei einem Kursziel von 7,50 Euro steht mit Stopp bei 4,25 Euro ein überschaubares Risiko gegenüber. Mit einem KGV von 7 bis 8 ist der Wert auch fundamental unterbewertet.

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