USU Software
- Michael Schröder - Redakteur

Softwareperle auf Wachstumskurs: Aktie vor Kaufsignal

Im Geschäftsjahr 2013 drückten Sondereffekte den Gewinn der USU Software AG. Inzwischen hat das Service-Geschäft seine Talsohle durchschritten und auch die Partnerschaft mit dem US-Softwarekonzern Softwarekonzern CA Technologies ist erfolgreich angelaufen.

Hauck & Aufhäuser traut dem Spezialisten für IT- und Knowledge-Management im laufenden Jahr ein Umsatzplus von 15 Prozent und einen EBIT-Sprung um 90 Prozent zu. Das neue Kursziel der Analysten liegt bei 13,50 Euro.

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24.02.2014

DER AKTIONÄR sprach mit USU-Vorstand Bernhard Oberschmidt über die Wachstumsoffensive, die Dividendenpolitik und das für 2017 angepeilte Umsatzziel von 100 Millionen Euro.

DER AKTIONÄR: Herr Oberschmidt, die ersten Wochen des Jahres liegen hinter uns. Wir fällt Ihr erstes Zwischenfazit aus? Sind Sie mit den Auftragseingängen in den ersten Wochen des Jahres und der aktuellen Auslastung zufrieden?

Bernhard Oberschmidt: Ich bin absolut zufrieden mit dem Start ins laufende Geschäftsjahr, vor allem die neuen Produkte und das Auslandsgeschäft bringen uns gut voran. Das Produktgeschäft läuft insgesamt sehr zufriedenstellend und auch das Servicegeschäft hat seine Talsohle durchschritten. In Summe erwarte ich bereits für das erste Halbjahr 2014 eine deutliche Geschäftsausweitung im Vergleich zum Vorjahr.

Blicken wir noch einmal auf das vergangene Jahr zurück. Mit Veröffentlichung der Q3-Zahlen hatten Sie die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2013 zurückgenommen. Anstelle eines bereinigten EBITs von über acht Millionen Euro haben Sie die Messlatte auf fünf Mio. Euro heruntergeschraubt. Könnten Sie unseren Lesern die Hintergründe bitte noch einmal erläutern?

Zur Umsetzung unseres Mittelfristzieles, welches das Überschreiten der Umsatzmarke von 100 Millionen Euro bis 2017 vorsieht, haben wir in 2013 eine Wachstumsoffensive gestartet, welche unter anderem den deutlichen Ausbau der Konzernbelegschaft sowie die zielgerichtete Entwicklung neuer Softwareprodukte zum Inhalt hat. Die damit verbundenen Aufwendungen haben in Verbindung mit dem schwächeren produktunabhängigen Servicegeschäft die Profitabilität im Geschäftsjahr 2013 verringert. Zugleich haben wir höhere Vorinvestitionen in die Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Softwarekonzern CA Technologies getätigt, die sich gleichfalls auf das Konzernergebnis auswirkten, während die für Anfang des Jahres erwarteten Umsätze aus dieser weltweiten Partnerschaft erst ab Mitte 2013 realisiert werden konnten.

Sie sprechen die CA-Partnerschaft an, bei der sich die Umsätze später als erwartet realisieren lassen. Wie ist hier der aktuelle Stand? Welche Umsatz- und Ergebnisbeiträge erwarten Sie in den kommenden Monaten?

Mit der Finalisierung aller notwendigen Vorabinvestitionen, welche neben der Verknüpfung unserer Lizenzmanagement-Software mit der Produktsuite von CA unter anderem die Umsetzung mehrerer Sprachversionen zum Inhalt hatten, können wir gemäß IFRS seit dem dritten Quartal 2013 den garantierten Mindesterlös von etwa einer Million Euro pro Jahr voll realisieren. Das mittelfristige Potenzial aus dem Vertrag mit CA ist aber wesentlich höher.

Für das Schlussquartal 2013 hatten Sie eine „signifikante Geschäftsausweitung“ in Aussicht gestellt? Haben sich Ihre Erwartungen im vierten Quartal erfüllt?

Wir sind mit dem Schlussquartal 2013 absolut zufrieden. Es hat gezeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und zurück im Wachstumstrend der vergangenen Jahre sind. Details zu den Q4-Zahlen sowie den Geschäftszahlen für das Jahr 2013 werden wir in Kürze veröffentlichen.

Sie haben nach eigenen Aussagen 2013 eine „Wachstumsoffensive“ gestartet, welche unter anderem die Entwicklung neuer Softwareprodukte beinhaltet. Welche Produkte haben Sie konkret in der Pipeline?

Wir haben mehrere Produktinnovationen gestartet und bereits teilweise im Markt eingeführt. Ich möchte Ihnen zwei konkrete Beispiele nennen. Zum einen haben wir den USU Service Manager entwickelt, eine Software für die Spezifikation, Verwaltung und Steuerung des IT-Service-Portfolios eines Unternehmens. Die IT-Organisation eines Unternehmens erreicht durch den USU Service Manager, der sowohl als Cloud- als auch On-Premise-Lösung verfügbar ist, einen hohen Grad an Standardisierung und Effizienz. Begleitend dazu wurde USU Service Intelligence, ein intuitiv bedienbares Softwaretool, mit dem Unternehmen ihre IT-Daten intelligent aufbereiten, analysieren und steuern können, umgesetzt. Das Tool bietet vordefinierte Kennzahlen und individuelle Dashboards, so dass Kunden auf einen Blick Abhängigkeiten und Schwachstellen im operativen Betrieb sowie Abweichungen zur strategischen Ausrichtung ihrer IT-Organisation erkennen und beheben können.

Von den im vergangenen Jahr zusätzlich vorgenommenen Investitionen versprechen Sie sich „einen deutlichen Wachstumsschub in 2014“. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser trauen Ihnen ein Umsatzwachstum von 15 Prozent zu. Eine realistische Schätzung aus Ihrer Sicht?

Ich hatte Ihnen ja unser Mittelfristziel bis 2017 aufgezeigt – und dieses bedeutet ein jährliches Umsatzwachstum in den Jahren 2014 bis 2017 von über zehn Prozent. Insofern ist die Erwartung der Analysten ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Eine konkrete Umsatz-Guidance für 2014 werden wir wie im Vorjahr mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen 2013 bekannt geben.

Wie sieht es ergebnisseitig in 2014 aus? Wird sich die Profitabilität wieder in Richtung einer zweistelligen EBIT-Marge entwickeln oder rechnen Sie im laufenden Jahr mit weiteren Sonderbelastungen?

Das Jahr 2013 ist für mich ein Übergangsjahr gewesen. Im laufenden Geschäftsjahr plane ich für die USU-Gruppe wieder mit einer deutlich zweistelligen Marge auf Basis des bereinigten EBIT, also ohne akquisitionsbedingte Sondereffekte. Diese Kennzahl ist für uns maßgeblicher, da sie sowohl positive als auch negative Effekte in Verbindung mit der Übernahme von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen bereinigt und so die Vergleichbarkeit der Ertragskraft von USU über die Geschäftsjahre hinweg erleichtert. Sonderbelastungen, wie sie in 2013 auftraten, erwarte ich insofern für 2014 nicht mehr.

Im Dezember 2012 haben Sie die B.I.G. Social Media GmbH (B.I.G.) übernommen. Haben sich Ihre Erwartungen im Bereich Social Media Management bisher erfüllt?

BIG erweitert unser Produktportfolio im Bereich Wissensmanagement in idealer Weise um die Social-Media-Komponente. Während früher der Kunden- und Supportkontakt maßgeblich am Telefon stattfand, erfolgt dieser inzwischen zunehmend über die sozialen Medien. BIG profitiert von diesem Trend und konnte auch in 2013 wieder deutlich zweistellig und auch profitabel wachsen. Hier sehen wir auch für die kommenden Jahre ein enormes Wachstum. Vor allem die Integration von Social-Media-Inhalten in Kundenbeziehungsmanagement-Systeme dürfte sich künftig auszahlen. In diesem Zukunftsmarkt, wir nennen ihn Social CRM, ist BIG hervorragend positioniert.

Um Ihr Umsatzziel für das Jahr 2017 von über 100 Millionen Euro zu erreichen, müssen Sie weiter auf Einkaufstour gehen. Wie sieht Ihre Expansionsstrategie konkret aus? Haben Sie bereits mögliche Targets im Auge?

Für mich ist sehr wichtig, dass wir dieses Mittelfristziel mit den bestehenden Unternehmen, also inklusive BIG, umsetzen könnten und nicht auf Akquisitionen angewiesen sind. Allerdings gehören Unternehmenszukäufe ganz klar zu unserer langfristigen Wachstumsstrategie. Wir halten daher permanent nach profitablen Wachstumsunternehmen Ausschau, die strategisch zur USU-Gruppe passen. Wenn wir ein geeignetes Taget ausfindig machen, das sowohl portfolio- also auch kulturmäßig zu uns passt, gilt es noch, sich beim Kaufpreis einig zu werden. In der Regel kaufen wir daher zunächst eine Mehrheit des Übernahmekandidaten zu einem vergleichsweise günstigen Preis und bieten für die restlichen Anteile einen earn-out-abhängigen Kaufpreis, der durchaus höher sein kann, sofern sich das Unternehmen gemäß der Planung entwickelt. Sollten wir bis 2017 eine Übernahme vornehmen, besteht hieraus ein zusätzliches Wachstumspotenzial über die 100 Millionen-Euro-Umsatzmarke hinaus.

Kommen wir auf die Dividende zu sprechen. Für das Geschäftsjahr 2012 haben Sie 0,25 Euro je Aktie ausgeschüttet. Können Sie sich vor dem Hintergrund der geplanten Expansion überhaupt eine Fortsetzung Ihrer aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik leisten?

Ich stehe fest zu unserer Dividendenstrategie, die eine Ausschüttung von etwa der Hälfte des Gewinnes an die USU-Aktionäre vorsieht. Dabei soll die Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegen, um unseren Anteilseignern zugleich eine Dividendenkontinuität zu bieten. Ich kann und will aber nicht ausschließen, dass wir bei einer sich bietenden Akquisitionsoption auch einmal unter dieser Ausschüttungsquote liegen könnten, wenn sich aus der übernahmebedingten Wertsteigerung des Konzerns ein entsprechender Mehrwert für unsere Aktionäre ergibt. Transparenz und Verlässlichkeit sind daher die Kernpunkte unserer Dividenden- und der gesamten Unternehmenspolitik.

Herr Oberschmidt, vielen Dank für das Gespräch!

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| Markus Horntrich | 0 Kommentare

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