Sky Deutschland
- Michael Schröder - Redakteur

Der nächste Baustein

DER AKTIONÄR hat bereits darauf hingewiesen: Nach ProSiebenSat.1 und RTL bringt auch der Bezahlsender Sky Deutschland eine Online-Videothek an den Start. Das Angebot unter dem Namen Snap soll abseits des klassischen Abomodells Kunden locken. Ein weiterer Baustein auf dem Weg in die Gewinnzone.

Mit dem neuen Film- und Serien-Portal Snap wagt sich nun auch Sky Deutschland in das Geschäftsfeld Video-on-Demand. Der Abruf-Dienst richtet sich vor allem an Kunden, die von den klassischen Bezahl-Abos nicht angesprochen werden. Es ist nach der App für den hauseigenen Sportnachrichtenkanal Sky Sport News HD bereits das zweite Angebot des Konzerns, das auch Nicht-Abonnenten nutzen können. Abo-Kunden des Senders können Snap gegen eine monatliche Gebühr von 4,90 Euro nutzen, alle anderen zahlen 9,90 Euro und erhalten Zugriff auf zunächst rund 4.000 Filme und Serien. Inhaltlich soll sich Snap vom Abrufdienst Sky Go unterscheiden. So sollen die neuesten Inhalte weiterhin zunächst den Vollzahlern mit Sky Go vorbehalten bleiben.

Sky Deutschland
7,86 €
10,00 €
5,90 €
13.12.2013

Auch andere Unternehmen haben Fernsehen und Filme auf Abruf im Programm: ProSiebenSat.1 etwa hat mit Maxdome eine Online-Videothek, zu RTL gehört Clipfish. Gerade TV-Sender versuchen mit Angeboten neben dem sogenannten linearen Fernsehen – das Sendungen zu festen Zeiten ausstrahlt – Kunden zu gewinnen. Denn die Sehgewohnheiten verändern sich durch die Möglichkeiten des Internets stetig. Auch das normale Sky-Angebot ist inzwischen mobil und zeitversetzt verfügbar.

Online-Abrufdienste gibt es aber auch abseits des klassischen TV-Markts, wie etwa Lovefilm vom Online-Versandhändler Amazon oder Videoload von der Deutschen Telekom. In Amerika haben diese Streaming-Plattformen ihr Nischendasein längst hinter sich. Marktführer ist Netflix: Aus einem kleinen DVD-Verleih per Post ist ein Mega-Konzern geworden, der im Jahr 2012 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Dollar generiert hat - knapp 70 Prozent mit dem Streaming-Geschäft.

Sky-Finanzvorstand Steven Tomsic sieht auch im Pay-TV-Bereich noch viel Luft nach oben: „Unsere Marktpenetration ist im internationalen Vergleich immer noch gering. Das heißt, Sky Deutschland hat immer noch einen verhältnismäßig kleinen Anteil an einem großen Markt inne. Im Moment besitzt noch nicht einmal einer von zehn deutschen und österreichischen TV-Haushalten ein Sky-Abonnement. Da steckt also noch viel Potenzial für uns drin", so Tomsic.

DER AKTIONÄR hat bereits berichtet, dass der Newsflow bei Sky Deutschland zuletzt sehr positiv war. Erst vor Kurzem ist der deutsche Bezahlfernsehsender bei Sport1 eingestiegen und hat die Produktionsfirma Plazamedia gekauft. Zudem wurde bekannt, dass sich der MDAX-Konzern die Übertragungsrechte an der UEFA Champions League für weitere drei Jahre bis einschließlich der Saison 2017/18 gesichert hat. Die Vereinbarung gilt in Deutschland für alle Verbreitungswege im Bezahl-Bereich. Über den Preis wollte Sky keine Angaben machen. Die Kosten wurden bisher auf 50 Millionen Euro pro Saison geschätzt und sollen in der neuen Periode höher als bisher sein. Daher dürften die derzeit rund 3,5 Millionen Abonnenten nicht das Ende der Fahnenstange sein. Der Vorstand peilt derzeit fünf Millionen Kunden an. Bei einem durchschnittlichen Zuwachs von 400.000 Abonnenten im Jahr dürfte dieses Ziel bereits 2017 erreicht werden.

Die Verantwortlichen bei Sky Deutschland haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die steigende Nachfrage nach dem Unterhaltungsangebot von Sky Deutschland hat sich in einer deutlichen Verbesserung der Ertragslage niedergeschlagen. Die Zeit der Verluste scheint vorbei. Die MDAX-Aktie strebt in einem intakten Aufwärtstrend nach oben. Vor zwei Jahren notierte die Aktie dabei noch bei 1,33 Euro – mittlerweile notiert der Wert rund 500 Prozent höher. Mit dem Sprung auf ein neues Rekordhoch dürfte sich die mehrmonatige Aufwärtsbewegung fortsetzen. Nächster Halt: 10,00 Euro. Bestehende Positionen sollten weiterhin mit einem Stopp bei 5,90 Euro nach unten abgesichert werden.

Mit Material von dpa-AFX

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