Grammer
- Jochen Kauper - Redakteur

Sitzt wie angegossen

Grammer ist Spezialist für Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen. In den letzten Jahren hat sich die Firma mit Hauptsitz in Amberg in der Oberpfalz zu einem gefragten Zulieferer der Autoindustrie gemausert.
Daneben baut das Team von Vorstand Hartmut Müller Sitze für Lkws, Busse, Traktoren und Baumaschinen. Dabei hat es Grammer in den letzten Jahren geschafft, sich von der Masse der Zuliefere deutlich abzusetzen. „Grammer hat einen klaren Fokus auf die Premiumhersteller im Automotivebereich zudem hat Grammer sich als starke Marke im Offroad Seatingbereich etabliert“, sagt Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe.

Starkes Automobilgeschäft

Das Geschäft floriert. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2013 hat Grammer den Umsatz um zwölf Prozent auf 953 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT kletterte gar um 23 Prozent auf 43 Millionen Euro. Schöner Nebeneffekt: die Marge verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. „Wir haben uns gut in den Märkten positioniert und konnten mit unseren Produkten Marktanteilsgewinne erzielen“, so Müller.
Die Ausgangslage ist gut: Grammer hat in den letzten Jahren das Produktportfolio im Automobilsektor deutlich ausgebaut hat. Fertigte man im Jahr 2004 nur die Mittelkonsole für den VW Passat, hat sich die Qualität der Oberpfälzer längst herumgesprochen. In den folgenden Jahren kamen der VW Touareg, die Audi Modelle A6 und A7 sowie die B-Klasse von Mercedes-Benz hinzu. „Wir konnten uns seitdem als führender Hersteller und Entwicklungspartner in diesem Segment  etablieren“, sagt Grammer- Sprecher Matthias Hoppe. Der Ritterschlag folgte vor wenigen Monaten: Grammer bekam den Auftrag von Daimler, die Mittelkonsole für die neue C-Klasse von Mercedes zu bauen.


Zukunftsmusik
Für die Zukunft hat Grammer bereits gesorgt und sich den Zulieferer Nectec Automotive geschnappt. „Dadurch ist der Markt von vier auf drei Anbieter von Crashaktiven Kopfstützen geschrumpft, wodurch der Preisdruck etwas abnehmen und Wachstum für Grammer leichter fallen wird.  - mittelfristig sehr positiv für Umsatz und Marge“, sagt Analyst Ludwig.
Neben der Übernahme von Nectec hat der Grammer-Vorstand einen weiteren guten Deal mit Jiangsu Yuhua Automobile eingefädelt. Seit einem Jahr bauen beide gemeinsam Sitze für LKWs und Busse. Das Potenzial ist gigantisch: In China werden pro Jahr mehr als eine Million mittlere und schwere Lkws produziert und verkauft. Das entspricht einem Weltmarkanteil von fast 50 Prozent. Durchaus möglich also, dass Grammers zweites Geschäftsfeld Seating Systems in den nächsten Jahren deutlich Fahrt aufnimmt. Ohnehin läuft es mit der Fertigung von Sitzen für LKW`s, Traktoren oder Bussen gut. Branchegrößen wie John Deere, Agco/Fendt und Case New Holland gehören zu den Stammkunden.  „Grammer profitiert vor allem vom starken Truckmarkt in Brasilien und Vorzieheffekten in Europa im Truckmarkt“, erklärt Ludwig die starken Zuwächse.

Grammer
37,00 €
45,00 €
30,50 €
09.12.2013



Stabiler Ausblick
Grammer sieht auch für die nächsten sechs Monate eine „stabile Entwicklung“. Im laufenden Jahr erwartet Vorstand Helmut Müller für Umsatz und Ergebnis „ein Niveau, das spürbar über dem des Vorjahres liegen wird“. „Neue Produkte wie die Mittelkonsole für die C-Klasse, sowie ein ANZIEHEN DES europäischen Truckmarkets ab dem zweiten Halbjahr 2014 werden das Wachstum bei Grammer in der Zukunft ankurbeln“, sagt Ludwig. Die Aktie ist und bleibt daher ein Kauf.






Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: