SHS VIVEON
- Jochen Kauper - Redakteur

Die Datenjäger

Wenn Stefan Gilmozzi loslegt, ist er fast nicht mehr zu halten. Seine Hände wirbeln durch die Gegend, die Sätze sprudeln ohne Punkt und Komma aus seinem Mund. Gilmozzi spricht über  Datenmengen im Internet die in den letzten Jahren explodiert sind, er spricht über Wachstumsmärkte, er spricht über Big Data und wie er im Konzert der großen mitmischen und profitieren will. Es ist ein riesiger Markt, in dem sich SHS Viveon tummelt. Big Data, so nennen Experten diesen neuen, gigantischen Wachstumsmarkt. Einfach ausgedrückt geht es um die Erfassung und Analyse riesiger Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen, noch dazu in hoher Geschwindigkeit. Ziel der Analyse ist es aus den Daten einen wirtschaftlichen Nutzen für den Kunden zu erzielen. Denn die Datenflut im Netz explodiert, nimmt überhand.  Handys oder besser gesagt, Smartphones und die immer stärkere Nutzung von Social-Media-Netzwerken wie etwa Facebook oder Twitter lassen die Datenmengen immer weiter anschwellen.

Explosion der Datenmenge
Beispiel gefällig? Eine Studie des IT-Brancheverbandes BITKOM ergab, dass sich von 2003 bis 2005 die Datenmenge vervierfacht hat. Bereits 2012 lag die Datenmenge bei 2,5 Zettabytes, sechsmal mehr als im Jahr 2006. Im Jahr 2020 könnte die Datenmenge auf 100 Zettabytes explodieren, das wären 100 Trilliarden Bytes, heute fast noch unvorstellbar. Spezialisten wie SHS Viveon sind gefragt und sind gut im Geschäft. Gilmozzis-Firma ist eine der wenigen deutschen Software-Unternehmen, die auf dem Milliardenmarkt mitmischen.

SHS VIVEON
9,61 €
15,00 €
7,50 €
22.04.2014

Eintagsfliege
SHS hat sich darauf spezialisiert, dass Firmen so gut wie möglich mit ihren Kunden kommunizieren. Es geht es darum, die einzelnen Kommunikationskanäle zwischen Unternehmen und Kunden, sei es via E-Mail, Call-Center, Kundenportale oder Social Media so gut wie möglich miteinander zu verzahnen. Zugleich wird das Zusammenspiel zwischen Marketing und Risikomanagement erhöht werden. Kurzum: Gilmozzi und sein Team helfen dabei, neue Kunden zu gewinnen, diese gleichzeitig zu beurteilen, zu bewerten, eine Bonität zu erstellen. Es gilt gleichzeitig, die Abwanderung zur Konkurrenz zu verhindern. Und das alles am besten sofort, in Sekundenschnelle. „Es geht darum, möglichst viel Stammdaten, Infos über den Kunden zu sammeln und zu analysieren“, sagt Gilmozzi. Ziel ist es auch, die Kundenbindung zu erhöhen. „Unternehmen müssen auf ein nachhaltiges, innovatives und emotionales Kundenmanagement setzen, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren“, sagt Gilmozzi.

Dennoch: Die Kletterpartie der Erlöse wurde 2013 jäh beendet. „2013 war nicht einfach“, sagt Gilmozzi. SHS hatte jede Menge investiert, baute eine eigene Marketing- und Sales-Abteilung auf. Der Erfolg jedoch ließ jedoch länger auf sich warten als gedacht. Die Folge: Der Umsatz knickte auf 24,5 Millionen Euro im Jahr 2013 ein. Unter dem Strich stand sogar ein Verlust von 43 Cent pro Aktie. Die Aktie von SHS Viveon verlor innerhalb von vier Monaten 50 Prozent an Wert und stürzte auf knapp sieben Euro ab. Gilmozzi setzte ein Zeichen. Er selbst erhöhte seinen Anteil an SHS Viveon auf sieben Prozent.

Kehrtwende geschafft
„Wir haben die Kostenstruktur Ende des Jahres wieder in den Griff bekommen“, sagt der SHS-Vorstand. „Auch haben wir von ersten Abschlüssen des zu Jahresbeginn neu aufgebauten Sales-Teams profitiert“, ergänzt der Manager. Zudem gewann SHS Viveon mit Bosch, Consors oder Otto viele namhafte neue Kunden. Schon länger hilft die Software von SHS unter anderem dem Ecommerce-Riesen Zalando dabei, die Absätze zu steigern und die Risiken von Zahlungsausfällen zu reduzieren. Auch zählen BayWa, BMW Financial Services, BP und Raab Kärcher zum Kundenstamm. Allen voran an der Rentabilität will Gilmozzi arbeiten. „Was die Margen betrifft, so werden wir wieder in den zweistelligen Bereich kommen. Das muss eine Software-Fima einfach leisten.“ SHS Viveon steht in den Startlöchern. In den letzten Wochen hat sich die Aktie deutlich von den Tiefs lösen können. Gilmozzi hat den Spekulanten Futter gegeben: „2014 erwarten wir wichtige Lizenzabschlüsse, des weiteren bin ich davon überzeugt, dass wir unsere Wachstumsziele für 2016 erreichen werden.“

Jede Menge Potenzial
Big Data ist einer der größten Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Und SHS Viveon ist mittendrin. Der Börsenwert liegt bei gerade einmal 20 Millionen Euro und damit deutlich unter dem für dieses Jahr erwarteten Umsatzes von 30 Millionen Euro.




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