SHS VIVEON
- Markus Bußler - Redakteur

Schrei vor Glück

Zalando ist nur einer der namhaften Kunden dieses Konzerns. Die Geschäfte laufen auf Hochtouren.

Die meisten werden es schon einmal im TV gesehen haben: Frauen und Männer kreischen vor Glück, wenn der Paketbote den Raum betritt oder an der Tür klingelt - und die bestellten Schuhe oder Sportsachen übergibt. Mit diesen Werbespots geht der Online-Shop Zalando derzeit auf Kundenfang. Was die wenigsten wissen? Zalando erregt nicht nur mit originellen Werbespots Aufmerksamkeit, sondern greift, um Kundenpotenziale optimal auszuschöpfen, auf die Services der Münchner SHS Viveon zurück. „Als Business- und IT-Lösungsanbieter schaffen wir für ein erfolgreiches Kundenmanagement die analytischen, strategischen und technischen Rahmenbedingungen", erklärt SHS-Vorstand Stefan Gilmozzi im Hintergrundgespräch mit dem AKTIONÄR.

SHS VIVEON
10,32 €
15,00 €
8,50 €
11.01.2012

Zalando ist aber nur einer von vielen namhaften Kunden aus den Bereichen Finanzdienstleistung, Telekommunikation, Industrie und Handel. Auch die Deutsche Telekom, UniCredit, Ingram Micro, Saint-Gobain, Shell oder BP setzen auf die Service- und Cloud-Lösungen oder Standard-Softwareprodukte der Gesellschaft.

 

Abläufe automatisieren

Bei den Öl-Multis ist SHS Viveon verantwortlich für die Optimierung der Credit-Management-Prozesse und sorgt länderübergreifend für mehr Transparenz und sichere Kreditentscheidungen. „Mit unserer Lösung kann man 80 Prozent der Abläufe automatisieren - und vor allem Forderungsausfälle deutlich reduzieren", so der Vorstand.

Um Liquiditätsengpässe durch Überschreitungen der Zahlungsziele oder gar komplette Ausfälle zu vermeiden, dürften sich künftig immer mehr Firmen für dieses Thema interessieren. Insbesondere die Bonitätsprüfung im boomenden E-Commerce-Bereich verspricht großes Potenzial. Von diesem Trend will SHS Viveon profitieren und weitere internationale Großkonzerne als Kunden gewinnen - und diese dann langfristig binden.

Für die Krise gerüstet

Im Gespräch mit Gilmozzi wird schnell klar: Negative Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise für sein Geschäft befürchtet der Vorstand nicht. Im Gegenteil: „Die Branchen, in denen wir tätig sind, waren schon immer besonders beratungsaffin. Zudem müssen die Konzerne aufgrund der rückläufigen Umsätzen auf der Kostenseite etwas machen. Wir können mit unseren Lösungen helfen, Risiken zu minimieren und gleichzeitig Kunden zu entwickeln", so Gilmozzi.

SHS Viveon hat in den letzten Jahren den Wandel von der Geldvernichtungsmaschine zum Wachstumswert erfolgreich vollzogen. „Wir haben viel gemacht, einiges restrukturiert, die Bilanz bereinigt, vieles angestoßen", sagt Gilmozzi. „Davon sollten wir nun nachhaltig profitieren." Die Chancen dafür sind nicht nur dank Zalando oder der Öl-Multis vielversprechend.

Mittelfristig will SHS Viveon rund 20 Prozent des Umsatzes mit eigenen Produkten stemmen. Das ist noch ein weiter Weg. Gilmozzi will dazu den Verkauf der eigenen Software über Partner ankurbeln. „Das ist ein wichtiges Thema für 2012. Darin liegt ein extrem hoher Hebel." Gut funktionierende Softwareunternehmen machen 50 Prozent über diesen sogenannten Channel-Vertrieb. „Wir bisher noch gar nichts", so der Vorstand. Diese Schwäche will er zu einer Stärke ausbauen und bereits ab 2013 zwei Millionen Euro mit Lizenzen einnehmen. Erste Gespräche laufen. „Mittelfristig muss die EBITDA-Marge in den zweistelligen Bereich", so Gilmozzi, „trotz Kosten für den Aufbau einer schlagfertigen Vertriebstruppe."

Starkes Wachstum

SHS Viveon verbindet das Kundenrisiko- mit Kundenwertmanagement - mit Erfolg! Die Gesellschaft sollte von der steigenden Nachfrage in diesem Bereich profitieren und überdurchschnittlich wachsen. Gelingt es, den Partnervertrieb erfolgreich aufzubauen, dürfte die Marge nachhaltig im zweistelligen Bereich liegen. Anleger können sich dann nicht nur über den Paketboten, sondern auch über eine satte Rendite freuen.

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| Jochen Kauper | 0 Kommentare

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