Axel Springer
- Jochen Kauper - Redakteur

Schöne digitale Welt

Mit dieser Aktie verdienen sie am fortschreitenden Trend zur Digitalisierung der Medien.

Axel Springer
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23.01.2012

Es war der 23.November 2010. Mattias Döpfner ist Gast in der Talkshow des US-Star-Journalisten Charlie Rose. Der Manager des Axel Springer Konzerns redet sich in Rage, reiht einen Satz an den anderen. Döpfner ist in seinem Element. Er lobt die neueste Kreation aus dem Hause Apple als genialste Erfindung der letzten Jahre. Döpfner geht sogar noch einen Schritt weiter und empfiehlt jedem Verleger sich persönlich bei Steve Jobs für sein neuestes Wunderwerk der Technik zu bedanken. Es war der Startschuss für den Axel Springer Verlag (WKN 550 135) zum Aufbruch in eine neue - digitale - Welt.

Springers neue digitale Welt

Nachdem der Axel Springer Verlag vor rund zwei Jahren mit der Einführung von kostenpflichtigen Inhalten im mobilen und stationären Internet begann, fällt die Bilanz Anfang 2012 positiv aus. Vor allem Marken wie „Bild" oder „Die Welt" werden auf den mobilen Tausendsassas iPhone oder iPad intensiv genutzt. „Axel Springer konnte auf starke Marken wie Bild und Die Welt zurückgreifen,  die auch in der digitalen Welt sehr schnell eine Leserschaft auf sich vereinten. Abgerundet wird die Strategie durch den Zukauf weiterer Unternehmen im digitalen Bereich, wie StepStone oder Seloger", so Analyst Frank Neumann vom Bankhaus Lampe.

Digitalisierungsstrategie

Im Jahr 2012 steht für Axel Springer die Digitalisierung und Internationalisierung des Geschäftsmodells im Fokus. Früher mussten Verlage bei der Internationalisierung von Printmedien unter anderem hohe Markteintrittsbarrieren überwinden. Dazu zählten zum Beispiel  Sprachbarrieren oder der Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes. Die Digitalisierung der Medien führt sicherlich gleichzeitig dazu, dass eine Internationalisierung der Marken weniger Hürden in sich birgt.

Gut positioniert

Im Vergleich zu den Wettbewerbern hat Axel Springer viele starke Marken im Portfolio, die zum Großteil Marktführer in der Nische sind.  Im Bereich Content werden die Inhalte, die im Print-Bereich vermarktet wurden, nun auch digital angeboten. Diese sind bereits, oder werden in der Zukunft zunehmend kostenpflichtig. Für die Zukunft bedeutet das, dass die Umsätze im Bereich Content durch Werbung sowie  durch kostenpflichtige Inhalte (Paid-Content) erzielt werden. Dabei setzt Axel Springer derzeit auf  verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Bezahlung ausgesuchter Artikel, der Verkauf von digitalen Abos für Zeitungen oder den Verkauf von kostenpflichtigen Apps für Tablet-PC und Handys. Springers Strategie zahlt sich mehr und mehr aus.

Umsätze explodieren

Erst seit fünf Jahren erzielt das Unternehmen nennenswerte Umsätze im Bereich Digitale Medien. Von ursprünglich 24 Millionen Euro und 1,0 Millionen beim EBITDA, schossen die Kennzahlen rapide in die Höhe. 2011 dürften in diesem Bereich breits ERläse von über 900 Millionen Euro in der Kasse von Axel Springer klingeln. Das EBITDA schätzen Experten auf knapp über 150 Millionen Euro. Grund für das stramme Wachstum ist die Konsumfreude der Nutzer mit ihren neuen digitalen Alleskönnern wie iPad oder iPhone.

Spinne im Netz

Weiterhin setzt Springer auf ein gutes Angebot im Netz. Nicht nur Zeitungen - neudeutsch: ePaper-  hat man im Portfolio, sondern besitzt man mit Stepstone auf eine Arbeitsmarktbörse oder mit SeLoger auf Anzeigen im Immobiliensektor. Weitere Zukäufe sind nicht ausgeschlossen. Diese können durchaus im Bereich der Online-Spiele erfolgen. Springers großer Vorteil diese Strategie erfolgreich umzusetzen ist die gute Basis. Finanziert wird das Ganze nämlich aus den laufenden Einnahmen, unter anderem durch die nach wie vor starke Nachfrage nach der Printausgabe der „Bild". „Das Stammgeschäft mit Zeitungen erwirtschaftet hohe Cash-Flows, die zum Teil in den Ausbau der Internet-Aktivitäten gesteckt werden können. Durch den Ausbau des eigenen und den Zukauf neuer Angebote im Internet hat der Konzern große Verbundsvorteile", fasst Frank Neumann vom Bankhaus Lampe zusammen.

Axel springt

Axel Springer Vorstand Döpfner hat frühzeitig den Trend hin zu Neuen Medien erkannt. Die Digitalisierungsstrategie trägt Früchte. Die steigende Nachfrage nach Smartphones und Tablet-PCs kommt Axel Springer zu Gute und wird die bereits knackige EBITDA-Marge von 18,9 Prozent weiter beflügeln. Die interessanteste Medienaktie auf dem europäischen Kurszettel.

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