HANWHA SOLARONE A...
- Alfred Maydorn - Redakteur

Q-Cells lebt!

Das größte Opfer der Solar-Pleitewelle feiert sein Comeback in Südkorea.

Was wurde eigentlich aus Q-Cells, dem einst weltweit größten Hersteller von Solarzellen? Die Aktie des insolventen Solarkonzerns wird an den Regionalbörsen München, Hamburg und Hannover weiterhin gehandelt, allerdings unter dem neuen Namen „Global PVQ". Denn zusammen mit allen werthaltigen Unternehmensteilen wurde auch der Markenname „Q-Cells" im Rahmen der Insolvenz längst verkauft.

HANWHA SOLARONE A...
2,40 €
4,50 €
1,80 €
07.08.2013

Übrig geblieben ist ein inhalts- und wertloser Aktienmantel, dessen Kurs bei nur noch 0,02 Euro notiert. Die Filetstücke von Q-Cells samt der Namensrechte hat sich vor rund einem Jahr der südkoreanische Milliardenkonzern Hanwha geschnappt - zum Schnäppchenpreis von rund 250 Millionen Euro inklusive der Ablösung des Schuldenberges.

Während die Aktionäre von Q-Cells auf einer wertlosen Hülle sitzen, freut sich Hanwha über eine hochmoderne Solarzellenproduktion an den beiden Standorten in Deutschland und Malaysia.  Sie passen geradezu perfekt zum zweiten großen Solarinvestment, das Hanwha bereits 2010 eingegangen ist. Damals sicherten sich die Koreaner 49,9 Prozent am chinesischen Modulbauer Solarfun und benannten ihn in Hanwha SolarOne (WKN A1H 6P5) um. Heute schließt Hanwha Q Cells geradezu perfekt die Lücke zwischen der hauseigenen Silizium-Herstellung von Hanwha Chemical und der Modulproduktion von Hanwha SolarOne.

Hanwha will hoch hinaus

Die Firmenmutter Hanwha hat ehrgeizige Ziele. Mittelfristig will der koreanische Mischkonzern mit einem Jahresumsatz von über 20 Milliarden Euro die Nummer 1 im Solarsektor werden. Schon jetzt gehört der Konzern mit einer Jahresproduktion von 2,8 GW zu den Top 10 der Branche, davon entfallen 1,5 GW auf Hanwha SolarOne. Die börsennotierte Solartochter kann sich derzeit vor neuen Aufträgen kaum retten, die Produktion läuft am Anschlag. Verantwortlich ist vor allem die anhaltend hohe Nachfrage aus Japan. Hier wurde im ersten Quartal 2013 ein Drittel der Gesamtumsätze erzielt (siehe Grafik links). Hanwha SolarOne ist in Japan einer der führenden Anbieter von Solarmodulen. Und das ist gleich doppelt von Vorteil: Zum einen wird Japan im laufenden Jahr mit einer neu installierten Leistung von 10 GW zum größten Solarmarkt der Welt aufsteigen, zum anderen lassen sich dort aufgrund der üppigen Förderung die mit Abstand höchsten Modulpreise erzielen.

Aber auch auf weiteren wichtigen neuen Boommärkten der Solarbranche mischt Hanwha SolarOne kräftig mit. So etwa in Südafrika, wo im ersten Quartal 2013 schon gut 20 Prozent der Erlöse erwirtschaftet wurden. Der gesamte europäische Marktanteil ist indes weiter rückläufig und ging auf nur noch gut ein Viertel zurück. Im Vorquartal waren es noch rund 35 Prozent.

Hohes Wachstum, niedrige Bewertung

Insgesamt hat Hanwha SolarOne in den ersten drei Monaten des Jahres Solarmodule mit einer Leistung von 289 MW verkauft und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte um fast 40 Prozent auf 179 Millionen Dollar zu, der operative Verlust konnte gleichzeitig um rund die Hälfte auf 21 Millionen Dollar reduziert werden.

Durch die Nutzung weiterer Synergieeffekte und der fortlaufenden Reduzierung der Produktionskosten sollte Hanwha SolarOne Ende 2013 oder Anfang 2014 wieder schwarze Zahlen schreiben. Gelingt dies, stünde die von vielen Analysten kaum noch beachtete Aktie vor einer kompletten Neubewertung. Mit einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 216 Millionen Dollar wird Hanwha SolarOne mit weniger als einem Viertel des für 2014 erwarteten Jahresumsatzes bewertet.

Geheimtipp vor Verdopplung

Hanwha SolarOne ist ein echter Geheimtipp im Solarsektor. Der Modulproduzent profitiert von den Synergien mit Hanwha Q Cells und von der Finanzkraft der Konzernmutter Hanwha. Zudem hat sich Hanwha Solar­One frühzeitig eine starke Position auf den Solarmärkten der Zukunft erarbeitet. Trotz der jüngsten Kurssteigerungen ist die Aktie noch immer attraktiv bewertet. Das Kursziel liegt bei 4,50 Euro und damit fast 90 Prozent über dem aktuellen Kurs von 2,40 Euro.

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