Invision Software
- Michael Schröder - Redakteur

Profitabel in der Cloud

Mit Dienstleistungen aus der Wolke sollte dieser Nebenwert bald abheben.

Im November hat Peter Bollenbeck im Gespräch mit dem AKTIONÄR erklärt, dass er es über das übliche Geschäftsrisiko hinaus für ausgeschlossen hält, dass die Invision AG (WKN 585 969) operativ noch mal rote Zahlen schreiben werde. Die Anfang der Woche vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr untermauern diese Aussagen.

Invision Software
18,50 €
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18.02.2013

Die Gesellschaft erzielte wie erwartet ein EBIT von rund 0,8 Millionen Euro und verbesserte damit das Betriebsergebnis um insgesamt 4,7 Millionen Euro (2011: minus 3,9 Millionen Euro). Mit einem Umsatz von 13,2 Millionen Euro verzeichnete die Gesellschaft einen Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was ebenfalls im Rahmen der Erwartungen liegt.

Wachstum in der Wolke

Sehr dynamisch zeigte sich der Bereich Software und Abonnements, der aufgrund der wiederkehrenden Erlöse aus cloud-basierten Dienstleistungen und Inhalten der wichtigste Wachstumstreiber der Gesellschaft ist: Hier stiegen die Umsätze um 19 Prozent auf 10,5 Millionen Euro. Die Dienstleistungsumsätze sanken dagegen um  24 Prozent auf 2,7 Millionen Euro.

Transformation abgeschlossen

Invision befand sich in den letzten Monaten in einem Transformationsprozess. Im Zeitraum April 2011 bis September 2012 hat die Gesellschaft den Kern ihres Geschäftsmodels auf Cloud Computing umgestellt. Trotz der Transformation verliert Vorstand Peter Bollenbeck seine Mission, die 1995 mit der Gründung der in Ratingen ansässigen Gesellschaft startete, nicht aus den Augen. "Wir möchten mit unserem Workforce-Management-System vor allem eines sicherstellen: dass unsere Kunden mit einem geringen Aufwand immer die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort einsetzen."

Starke Zahlen

Ebenfalls positiv: "Es gibt aufgrund der Transformation keine Abschreibung mehr. Das wurde alles in der Zeit zwischen April 2011 und September 2012 verarbeitet", so Bollenbeck gegenüber dem AKTIONÄR. Die Bilanz ist sauber. Zum 31. Dezember 2012 stiegen die liquiden Mittel um 50 Prozent auf 2,5 Millionen Euro. Die jährliche Kostenbasis konnte zum 1. Januar 2013 weiter auf 11,7 Millionen Euro reduziert werden, was einem Rückgang von neun Prozent entspricht (1. Januar 2012: 12,9 Millionen Euro).

Hohes Kursziel

Wenn man diese Entwicklung linear auf das laufende Jahr hochrechnet, dürfte sich das operative Ergebnis ohne zusätzliches Umsatzwachstum nahezu verdoppeln. Bei zehn Prozent Erlöswachstum ergibt sich bereits eine Verdreifachung des EBIT. Die Analysten von Matelan Research empfehlen die Aktie daher mit Ziel von 30 Euro zum Kauf. Bewahrheiten sich die jüngsten Gerüchte aus Bankenkreisen, dürfte es nicht die letzte Kaufstudie bleiben.

Viel Spielraum

Nach der erfolgreichen Transformation kommt noch ein weiterer Aspekt zum Tragen. Bisher wurde die Aktie auf Basis eines klassischen Software-Geschäftsmodells bewertet. Firmen aus dem Cloud-Computing-Bereich werden in der Regel deutlich höhere Bewertungen zugesprochen. Kurse jenseits der 20-Euro-Marke dürften daher nur eine Frage der Zeit sein.

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