Klöckner & Co
- Markus Bußler - Redakteur

Position ausgebaut

Mit Übernahmen ist dieser Konzern zum Marktführer empor gestiegen. Die Strategie zahlt sich aus.

Es läuft wieder rund bei dem Stahlhändler Klöckner & Co. Und das zeigen die Duisburger auch in Sachen Akquisitionen. Nachdem das Management in der Krise die Übernahmepolitik zurückgefahren hat, greift das Unternehmen jetzt wieder an: Der jüngste Zukauf in den USA soll dabei erst der Anfang sein.

Klöckner & Co
24,10 €
30,00 €
20,50 €
21.01.2011

Seit dem Börsengang vor vier Jahren hat Klöckner & Co bereits 22 Unternehmen übernommen und hat sich so an die Spitze der Stahlhändler in Europa katapultiert. Jetzt rückt vermehrt das außereuropäische Ausland in den Fokus der Duisburger. In den USA will Klöckner den Konzern Macsteel übernehmen. Macsteel hat zuletzt 1.200 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar erzielt. Es soll die größte Übernahme in der Konzerngeschichte von Klöckner & Co werden. Der Konzern verbessert sich damit auf Rang drei in den USA. Der Kaufpreis soll sich Schätzungen zufolge im Bereich von 400 bis 460 Millionen Euro bewegen.

Kriegskasse weiter gut gefüllt

Die Kriegskasse ist damit aber noch lange nicht leer. Klöckner & Co hatte zuletzt 700 Millionen Euro für Übernahmen zur Verfügung. Und diese Kasse soll auch weiter aufgefüllt werden. Schließlich dürfte es sich bei der Übernahme von Macsteel nicht um die letzte Akquisition gehandelt haben. Vorstandsvorsitzender Gisbert Rühl kündigte im Interview mit dem Handelsblatt weitere Übernahmen an. Brasilien sei ein interessanter Markt, aber auch weitere kleinere Übernahmen in den USA seien durchaus vorstellbar. Klar ist: Klöckner & Co wird seine Strategie, durch Akquisitionen zu wachsen, weiter fortsetzen.

Fokus auf Schwellenländern

Der Fokus dürfte sich dabei vor allem auf die Schwellenländer richten. Neben Brasilien wird für Klöckner auch China interessant werden. Hier will der Konzern jedoch einen eigenständigen Markteintritt vollziehen und sich dabei auch auf Niederlassungen von europäischen und nordamerikanischen Kunden fokussieren. Doch auch der Ausbau der Marktstellung in den USA dürfte sich für Klöckner positiv auswirken. Immerhin erlebt dort der Stahlpreis gerade eine Hausse. Seit Mitte November haben die Stahlpreise in den USA um knapp ein Drittel angezogen.

Klöckner & Co hat sich für das laufende Jahr ein organisches Wachstum von zehn Prozent als Ziel gesetzt. DER AKTIONÄR hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass sich zu dem organischen Wachstum auch Übernahmen gesellen werden. Klöckner & Co bildet mehr und mehr ein Gegengewicht zu den großen Stahlkochern. Dort ist der Markt bereits größtenteils bereinigt. Dieser Prozess findet bei den Distributionsunternehmen gerade statt. Als einer der Big Player wird Klöckner & Co diesen Prozess weiter aktiv gestalten. DER AKTIONÄR sieht das Kursziel für die Aktie bei 30,00 Euro.

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