Borussia Dortmund
- Markus Bußler - Redakteur

Offensiv aufgestellt

Diese Aktie wird ihren Höhenflug weiter fortsetzen.

Wild gestikulierend steht er an der Seitenlinie. Die Hände fliegen durch die Gegend als wolle er bald abheben. Die Mimik ist angespannt. Sein eigenes Spielfeld wirkt fast wie ein Gefängnis für ihn. Aus der sechs mal zwei Meter kleinen Coachingzone würde er am liebsten ausbrechen. Angespannt ist er, wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Es ist Samstagnachmittag, 17 Uhr im Signal-Iduna Park, Jürgen Klopp ist wieder einmal in seinem Element. Er treibt seine Mannschaft zu Höchstleistungen an - immer und immer wieder. Nur, an diesem Samstag gegen den Hamburger SV reicht es einfach nicht für einen Sieg. Die erste Heimniederlange 2013 für den BVB (WKN 549 309).

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11.02.2013

Neue Spielkultur

Seit Klopp bei der Borussia das Traineramt übernommen hat, ist der Club aus dem deutschen Mittelmass an die Spitze gestürmt. Mehr noch: Der BVB hat sich in beeindruckender Art und Weise in der Gruppenphase der Champions-League durch gesetzt. Dabei hat man der creme de la creme der europäischen Fußballclubs wie Manchester City oder Reals Madrid die Grenzen aufgezeigt. Klopp holt keine fertigen Spieler. Er hält mit seinem Scouting-Team Ausschau nach talentierten Spielern. Formt und entwickelt sie weiter. Junge Talente wie Mario Götze sind unter Klopp bereits in ihren jungen Jahren zu Spitzenspielern gereift. Ganz Europa hat seine Späher geschickt um dem BVB die Stars abzujagen. Nur können diese den Lockrufen von Real Madrid, Manchester United oder Juventus Turin weitestgehend widerstehen. Der Wohlfühlfaktor ist bei Borussia Dortmund groß. Es passt einfach beim Revierklub. Und erst dann können die Kicker eben ihr ganzes Leistungspotenzial abrufen. Klopp ist Lehrer, Mentor, gibt Anweisungen, verbessert, treibt an. Aber nicht nur er allein ist für den Erfolg des BVB in den letzten Jahren verantwortlich.

Bankdrücker Zorc

Auch Manager Michael Zorc bewies in den letzten Jahren bei den Transfers immer wieder ein goldenes Händchen. Vor der laufenden Saison zog es den kleinen dribbelstarken Japaner Shinji Kagawa auf die Insel. Für knackige 18 Millionen Euro ging der Wechsel zu Manchester United dann über die Bühne. Für den BVB ein gutes Geschäft. Oder Ilkay Gündogan. Von Nürnberger „Club" für 4,5 Millionen Euro in den Pott gelockt, zahlte der junge Techniker seine Ablöse mit brillanten Leistungen allen voran in der laufenden Saison zurück. Und der Entwicklungsprozess des defensiven Mittelfeldspeilers ist noch lange nicht zu Ende. Dabei hat Gündogan laut transfermarkt.de mittlerweile schon einen Marktwert von rund 14 Millionen Euro erreicht. Oder etwa Jakub Blaszykowski. Er war im Winter 2007 von Wisla Krakau für 2,9 Millionen Euro in den Ruhpott gewechselt. Durch seine starken Leistungen ist sein Marktwert mittlerweile auf 13 Millionen Euro gestiegen. „Wenn du einmal in Dortmund spielst, kommen für dich nicht mehr viel andere Vereine rund um den Globus in Frage", so das Liebesbekenntnis des polnischen Nationalspielers.

Leidenschaft

Wie groß die Lust ist beim BVB zu kicken, das zeigt der Transfer von Marco Reus. Der Gladbacher Spielmacher widerstand sogar den Lockrufen des deutschen Rekordmeisters Bayern München. Reus wollte einfach zum BVB, sich wohlfühlen, keine Stars, keine Extrawürste, einfach nur Fußball spielen unter Jürgen Klopp, und gemeinsam die europäischen Spitzenklubs aufmischen. Die Spieler des BVB sind begehrt wie selten zuvor. Der gesamte Kader hat einen Marktwert von rund 250 Millionen Euro. Die Transfererlöse lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei  26,1 Millionen Euro. Eine Steigerung um knapp 100 Prozent. Zurückzuführen auf die Transfercoups von Shinji Kagawa zu Manchester United und Lucas Barrios zur Guangzhou Evergrande FC.

Starkes Trio

Neben Trainer Jürgen klopp und Sportdirektor Michael Zorc spielt Hans-Joachim Watzke eine entscheidende Rolle beim BVB. Die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung der Borussia ist alleine Watzke zu verdanken. Im ersten Quartal 2012/13 setzte sich die gute Entwicklung fort. Das EBIT betrug 4,16 Millionen Euro, der Umsatz legte um fast 20 Prozent auf 52,7 Millionen Euro zu.

Zuschauermagnet

Der BVB ist ein echter Zuschauermagnet. Kein Wunder, ist es nach der englischen „Times" doch das Schönste Fußballstadion in Europa. 80.645 Plätze bietet der Signal Iduna Park. Die Auslastung des größten Fußballstadions in Deutschland betrug in der letzten Saison sagenhafte 99 Prozent. Mittlerweile ist die Borussia mit einem Schnitt von 80.552 Zuschauern pro Heimspiel vor dem FC Bayern München die klare Nummer eins. Erstmals konnte man auch in Europa den Platz an der Sonne erobern. Vor dem FC Barcelona (78.340) und Manchester United (75.115) eroberten Hummels, Weidenfells und Co Europas Thron - zumindest was die Zuschauerzahlen betrifft.

Luft nach oben

Noch aber ist Manchester United der wertvollste Sportverein der Welt. Nach Angaben des US-Magazins „bringt es der Tabellenführers der englischen Premier-League auf einen Marktwert von umgerechnet 2,5 Milliarden Euro. Mit einem Umsatz von  396 Millionen Euro liegen die Red Devils nach Angaben der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Deloitte noch deutlich vor Borussia Dortmund. Der Ruhrpottclub kam im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 auf einen Umsatz von 215 Millionen Euro. In allen anderen Belangen bietet der BVB dem großen Rivalen von der Insel mittlerweile aber die Stirn. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten des BVB reduzierten sich auf um 18 auf 42 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Red Devils drücken Schulden in Höhe von fast 500 Millionen Euro. Der Börsenwert von Rooney & Co beträgt knapp zwei Milliarden Euro. Der BVB, sportlich schon längst im Höhenflug - befindet sich mit einer Bewertung von 185 Millionen Euro noch immer im "Keller". Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von Manchester United beträgt 5,2. Der BVB wird an der Börse mit einem Quotienten von 0,9. Die Gelb-Schwarzen kommen auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht. Für Manchester United sind die Anleger bereit, ein aberwitizges KGV von fast 40 auf den Tisch zu legen. 

Zukunftsmusik

Freilich lassen sich die Einnahmen aus dem Fußball-Geschäft nicht beliebig in die Zukunft projizieren. Dennoch: Wer die Mannschaft von Borussia Dortmund in diesen Tagen erlebt, die mit ihrem Spiel Millionen Fans in Deutschland verzaubert hat, der lässt kaum Zweifel aufkommen, dass der Club auch in den nächsten Jahren die Champions League erreichen wird. Darüber hinaus ist dem BVB sogar zuzutrauen, sich kontinuierlich unter die acht besten Vereinsmannschaften in Europas Königsklasse zu spielen. Das wird Umsatz und Gewinn in neue Dimensionen katapultieren. Die Mehreinnahmen würden dem Aktienkurs einen ordentlichen Schub verleihen. Die Aktie von Borussia Dortmund bewegt sich in den letzten Monaten in einem wunderbaren Aufwärtstrend. Mit einem nachhaltigen Ausbruch über die Marke von drei Euro eröffnet sich Potenzial bis auf 4,20 Euro. Auf sich von zwei bis drei Jahren kann sich der Aktienkurs des BVB sogar verdoppeln.

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