MorphoSys
- DER AKTIONÄR

Neuer Krebspionier

Als DER AKTIONÄR Morphosys Anfang 2000 das erste Mal umfassend vorstellte, war der Antiköper-Spezialist der breiten Öffentlichkeit noch völlig unbekannt. Damals wurde die Biotech-Aktie zwischen zehn und 15 Euro gehandelt. Bereits am 21. Februar 2000 – also rund sieben Wochen später – notierte die Aktie im Hoch 1.000 Prozent höher bei 150 Euro.

Eine neue Chance
Kurz darauf kam es zur „Jahrhundert-Baisse“. Im Rahmen der monatelangen Talfahrt an den Aktienmärkten fielen auch die Morphosys-Papiere bis Ende 2002 auf ein Niveau von unter zwei Euro zurück. Danach hat die Gesellschaft ihre Produktpipeline weiter ausgebaut und mit lukrativen Kooperationen überzeugt. Folge: Der Kurs hat sich nach und nach wieder berappelt.

Rund zwölf Jahre später könnten bei Morphosys mehrere Phase-II- und Phase-III-Abschlüsse bevorstehen. Musste man früher noch selbst auf die zeitraubende Suche nach Kooperationspartnern gehen, so stehen die großen Pharmakonzerne bei der Biotech-Firma mittlerweile Schlange. Pharmamultis wollen sich einen Teil des Kuchens an der begehrten Antikörper-Bibliothek sichern. Da mittelfristig eine Kursverdopplung in Sichtweite ist, erhält man bei Morphosys jetzt die nächste Chance auf hohe Wertzuwächse.

MorphoSys
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115,00 €
55,00 €
17.03.2014


Pipeline vor Sprung in neue Ära  
Morphosys konnte zuletzt gewaltige Fortschritte machen. So brachte das Management das Kunststück fertig, die HuCAL-Technologie zur erfolgreichsten Antikörper-Bibliothek der Pharmabranche zu entwickeln. Die Pipeline der Biotech-Firma umfasst mittlerweile 81 therapeutische HuCAL-Antikörper. Davon befinden sich derzeit 21 Antikörper-Moleküle in klinischen Programmen. Von diesen wurden 18 Programme von teils namhaften Adressen aus der Pharmabranche initiiert. Sieben dieser Projekte befinden sich in Phase I der klinischen Entwicklung, neun in Phase II und zwei in Phase III. Demnächst dürften viele Phase-II-Programme den wichtigen Sprung in Phase III schaffen, während die aktuellen Phase-III-Produkte gute Aussichten auf eine baldige Zulassung haben. Mit anderen Worten: Morphosys ist auf dem besten Weg, die Früchte seiner Forschungsarbeit durch hochmargige Medikamente gegen Krebs, Alzheimer und Rheumatoide Arthritis zu ernten.

MOR208 gegen Leukämie  
Vor wenigen Wochen wies DER AKTIONÄR die Anleger bereits auf den Antikörper BT-062 von Biotest gegen Brustkrebs hin. BT-062 soll künftig in Kombination mit dem Krebsmittel Revlimid von Celgene eingesetzt werden. Die Biotest-Vorzugsaktie konnte daraufhin kräftig im Kurs zulegen.
Was das mit Morphosys zu tun hat? Nun, eine Menge: Morphosys arbeitet mit seinem Krebsantikörper MOR208 ebenfalls erfolgreich mit Celgene zusammen. Dabei wird MOR208 in Kombination mit Revlimid erprobt. Erst im Dezember 2013 startete diesbezüglich an der Ohio State University eine Phase-II-Studie gegen chronische lymphatische Leukämie (CLL).

Durchbruch gegen Krebs
Die zuvor beendete Phase-I-Studie zeigte bereits vielversprechende Anzeichen einer erhöhten Anti-Tumor-Wirksamkeit. Vorklinische Untersuchungen ergaben bei einer Kombination mit Revlimid noch bedeutend bessere Ergebnisse.
Das ist aber noch lange nicht alles: Revlimid und MOR208 lassen im Gegensatz zu anderen Krebspräparaten die natürlichen Killerzellen unangetastet, wodurch eine chemotherapie-freie Alternative ermöglicht wird. Das Forschungsteam von Morphosys konnte MOR208 auf eine Weise optimieren, dass eine deutlich gesteigerte Immun­antwort ausgelöst wird. Dadurch wurde ein Schlüsselmechanismus bei der Abtötung von Tumorzellen erreicht beziehungsweise verbessert. Mit MOR208 deutet sich damit eine Revolution in der Krebstherapie an.

Lukrative Lizenz
Der Antikörper MOR208 kann aber noch viel mehr. So wurde im Oktober 2013 eine Phase-I-Studie bei chronischer lymphatischer Leukämie abgeschlossen. Diese Studie wurde mit der US-Biotech-Firma Xencor durchgeführt. Auch hier konnten markante Tumorrückgänge beobachtet werden. Morphosys hat mit Xencor zu MOR208 eine lukrative Lizenz für die Behandlung von Krebs und anderen Indikationen vereinbart.
MOR208 kann bei Autoimmun­erkrankungen sowie in vier verschiedenen Krebs-Indikationen eingesetzt werden. Allein von den Krebserkrankungen der B-Zellen sind jährlich mehr als 150.000 Patienten betroffen.

Ein weiterer Antikörper
Es kommt aber noch besser: Der bisher auf dem Markt befindliche monoklonale Antikörper Rituxan (ein CD20-Antikörper) von Roche ist dem CD19-Antikörper MOR208 weit unterlegen. Der Hintergrund: Untersuchungen deuten an, dass CD19 wirkungsvoller und breiter einsetzbar ist als Rituxan. Rituxan (Patentablauf 2013) war übrigens ein Milliarden-Blockbuster.
Ein weiterer Antikörper von Morphosys ist MOR202 gegen ein Zielmolekül für die Behandlung des multiplen Myeloms – eine Krebserkrankung des Knochenmarks – und mehrerer Leukämien. Auch hier besteht eine Allianz mit Celgene. In einem Tierversuch mit Mäusen minderte MOR202 die Tumorlast sowie den durch die Krebszellen hervorgerufenen Knochenabbau. Eine parallele Verabreichung von Velcade oder Revlimid unterdrückte den Knochenabbau sogar vollständig. Velcade wurde von Millennium Pharmaceuticals entwickelt. MOR202 wird in einer wichtigen Phase-I-Studie getestet.
Bezüglich MOR202 gelang Morphosys im Jahr 2013 ein wichtiger Durchbruch: So erhielt der Antikörper-Spezialist von Celgene eine Einmalzahlung von 70 Millionen Euro. Von den Entwicklungskosten übernimmt die US-Firma zwei Drittel. Zusätzlich erwarb Celgene Morphosys-Aktien für ein Volumen von 46 Millio­nen Euro.



Rheumatoide Arthritis bald besiegt?  
Überaus erfolgreich verläuft auch das Projekt MOR103 gegen Rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose. Kooperationspartner GlaxoSmithKline zückte bereits die Brieftasche und überwies an Morphosys eine Vorauszahlung von 22,5 Millionen Euro. Zusätzlich hat Morphosys Anspruch auf weitere Zahlungen von bis zu 423 Millionen Euro sowie auf lukrative Tantiemen. Die Immuntherapie mit dem Phase-II-Antikörper MOR103 eröffnet völlig neuartige Behandlungsmethoden und könnte einen Durchbruch in bisher nicht behandelbaren Krankheitsbildern bedeuten.
Ebenfalls interessant ist das Phase-III-Programm Bimagrumab, das bei chronischen entzündlichen Muskel­erkrankungen eingesetzt wird. Dank des „Breakthrough Therapy“-Status der FDA winkt ein beschleunigtes Zulassungsprozedere. In Branchenkreisen werden in Kürze Neuigkeiten erwartet.

Großes Kurspotenzial
Wer sich näher mit Morphosys beschäftigt, der stellt fest: Der TecDAX-Konzern steht gleich an mehreren Fronten vor dem Durchbruch. Im Erfolgsfall winken einige Kassenschlager, die der Aktie deutlichen Auftrieb geben dürften. Eine Kursexplosion wie Anfang des Jahres 2000 ist zwar unwahrscheinlich. Dreistellige Kurse sind auf Jahressicht allerdings durchaus möglich. Risikobewusste Anleger steigen daher ein!

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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