USU Software
- Michael Schröder - Redakteur

Nebenwert mit Turbo

Aktionär-Altempfehlung auf Rekordfahrt. Der Vorstand im Hintergrundgespräch.

DER AKTIONÄR hat bereits mehrfach über die Vorzüge der USU Software AG (WKN A0B VU2) hingewiesen. Die erste Empfehlung erfolgte bereits im Mai 2009 zu Kursen von 2,55 Euro. Zum Vergleich: aktuell wird die Aktie für mehr als 8,00 Euro gehandelt. Ein Ende der Aufwärtsbewegung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil!

USU Software
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10.01.2013

Die USU Software AG setzt ihre Expansionsstrategie konsequent fort und steht vor einem weiteren Rekordjahr. Im Dezember hat sich USU ein 51-Prozent-Paket am Berliner Social-Media-Spezialisten B.I.G. gesichert. Die Gesellschaft, die auf renommierte Kunden wie beispielsweise Audi, Bosch, Microsoft, Deutsche Post/DHL, Lufthansa und O2 verweisen kann, ist 2012 beim Umsatz um mehr als 50 Prozent auf über drei Millionen Euro gewachsen. Mit der Übernahme erweitert USU das konzernweite Software as a Service (SaaS)-Angebot und erschließt sich zugleich zusätzliches internationales Wachstumspotenzial. Die vollständige B.I.G.-Übernahme soll innerhalb von zwei Jahren erfolgen.

DER AKTIONÄR traf Bernhard Oberschmidt, Sprecher des USU-Vorstandes, zum Hintergrundgespräch.

DER AKTIONÄR: Herr Oberschmidt, im Dezember haben Sie die mehrheitliche Übernahme der B.I.G. Social Media GmbH (B.I.G.) bekannt gegeben. Welche Bedeutung hat diese Akquisition für USU Software?

Bernhard Oberschmidt:  Mit der Übernahme von B.I.G. wird USU den Wachstumspfad beschleunigt fortsetzen und die Profitabilität weiter ausbauen, denn B.I.G. ist im rasch wachsenden Social Media Markt einer der führenden Anbieter. Durch die Verknüpfung der Social-Media-Technologie von B.I.G. mit der Wissensmanagement-Lösung USU KnowledgeCenter erzielen wir ein weltweites Alleinstellungsmerkmal im wissensbasierten Servicemanagement. Die als Software-as-a-Service webbasierte Software von B.I.G. passt hierbei in idealer Weise zur SaaS-Strategie der USU-Gruppe.

B.I.G. hat seinen Umsatz im Jahr 2012 voraussichtlich um mehr als 50 Prozent auf drei Millionen Euro gesteigert. Welche Umsatz- und Ergebnisbeiträge erwarten Sie sich ab 2013 von dieser Akquisition?

B.I.G. soll vergleichbare Wachstumszahlen zum Konzernergebnis beitragen wie seinerzeit Aspera zum Übernahmezeitpunkt. Das bedeutet, dass sich B.I.G. in den kommenden drei Jahren umsatz- und ergebnisseitig mehr als verdoppeln soll, was einer hohen durchschnittlichen Wachstumsrate von deutlich über 25 Prozent entspricht. Dass diese Entwicklung realistisch ist, zeigen auch die Wachstumsprognosen führender Marktanalysten wie z. B. Forrester.

Mit der neuen Konzerntochter planen Sie eine gemeinsame Social-Media-Strategie. Wie soll diese aussehen?

Die Social-Media-Software von B.I.G. liefert Ergebnisse darüber, was im Web über das Unternehmen geschrieben und wo über unternehmensrelevante Themen diskutiert wird und gestattet es den Unternehmen, darauf schnell und serviceorientiert reagieren zu können. Die Kombination der intelligenten Web-Analyse von B.I.G. mit der unternehmensweiten Wissensdatenbank USU KnowledgeCenter ermöglicht die bedarfsgerechte Aufbereitung der für das Unternehmen wichtigen Informationen, liefert ein vollständiges Bild über Kunden- und Markttrends und bildet die Basis für die Verbesserung des Kundenservice. Das wiederum hilft den Unternehmen dabei, ihre Produkte und Services zu optimieren und bildet zugleich den Ausgangspunkt für neue Geschäftsstrategien.

B.I.G. verfügt über eine namhafte Kundenliste, auf der u. a. Audi, Bosch, Deutsche Post/DHL und Lufthansa stehen. Welche Cross-Selling-Potenziale sehen Sie mit den bisherigen Geschäftsfeldern?

Wir sehen ein hohes Cross-Selling-Potenzial vor allem im Kunden- und Service Center-Bereich von Bestandskunden, aber auch bei möglichen Neukunden. Hier wollen wir die bestehenden Kontakte nutzen, um gegenseitig die jeweiligen Softwareprodukte zu vertreiben und im Idealfall eine Gesamtlösung zu platzieren. Aber auch das Heben von Synergien gehört zur Akquisitionsstrategie, vor allem in den administrativen Zentralbereichen.

Welche Rolle wird B.I.G. bei der internationalen Expansion spielen? Welche Märkte stehen dabei im Fokus?

 Wir werden B.I.G. von Anfang an in die Internationalisierungsstrategie einbeziehen und in den bestehenden Auslandsmärkten platzieren. Dabei streben wir mittelfristig an, neben Europa und den USA auch neue Märkte wie beispielsweise Asien zu erschließen. In Summe bietet die Einbeziehung von B.I.G. in den weltweiten Partnervertrieb für die gesamte USU-Gruppe ein enormes Potenzial, um den Auslandsanteil der Umsatzerlöse in den kommenden Jahren in Richtung der 20-Prozent-Marke auszuweiten.

 Im Rahmen der Transaktion übernimmt die USU Software AG zunächst 51 Prozent der Geschäftsanteile an der B.I.G. Social Media GmbH. Innerhalb von zwei Jahren streben Sie eine vollständige Übernahme an. Warum haben Sie sich zu dieser schrittweisen Übernahme entschlossen?

Bei einer Akquisition will der Käufer möglichst wenig bezahlen, während der Verkäufer nach Möglichkeit einen hohen Verkaufspreis anstrebt. Mit dem gewählten Modell werden sowohl die Interessen des Käufers als auch die des Verkäufers berücksichtigt, da USU mit dem Initialkauf der 51 Prozent die aktuelle Ist-Situation bezahlt, während der Earn out in 2015 die Entwicklung von B.I.G. in den kommenden zwei Jahren widerspiegeln wird.  Insgesamt wird sich - wie bereits bei Aspera - ein fairer Preis für beide Seiten ergeben. Dieses Übernahmemodell gewährleistet zudem eine schnelle Zusammenarbeit beider Unternehmen, um die strategischen und wirtschaftlichen Vorteile daraus ohne Zeitverzug realisieren zu können.

Können Sie etwas detaillierter darauf eingehen, welche Faktoren den endgültigen Kaufpreis bestimmen?

Der Kaufpreis für die B.I.G.-Akquisition ist primär vom EBIT, also dem operativen Ergebnis von B.I.G. , in den  Jahren 2012 bis 2014 abhängig und liegt im Falle der vollständigen Übernahme zwischen fünf Millionen und 10,7 Millionen Euro. Je besser sich also B.I.G. entwickelt, desto höher ist der endgültige Kaufpreis, desto höher ist aber auch der Gewinnbeitrag der neuen USU-Tochter zur Gesamtgruppe.

Wird der Kaufpreis komplett in Cash beglichen oder auch über Aktien?

 Der Kaufpreis für die ersten 51 Prozent wird vollständig in Bar beglichen. Für die restlichen 49 Prozent hat USU die Option, diese entweder gleichfalls zu 100 Prozent in Bar oder aber bis zu 20 Prozent des Restkaufpreises in Aktien und den Rest als Barzahlung zu begleichen. Die Entscheidung hierzu werden wir in Abhängigkeit des sich ergebenden Restkaufpreises und der USU-Liquiditätsentwicklung zu gegebener Zeit fällen und dabei die Interessen der Aktionäre berücksichtigen.

 Auch nach dieser Akquisition verfügt die USU Software AG über liquide Mittel von über zehn Millionen Euro. Planen Sie weitere Zukäufe im Jahr 2013?

 Akquisitionen sind ein zentraler Punkt unserer Wachstumsstory. Daher wird die B.I.G.-Übernahme nicht unser letzter Zukauf sein - allerdings steht derzeit zunächst einmal die Einbeziehung von B.I.G. in die USU-Gruppe im Vordergrund. Sobald sich eine weitere, für USU wertsteigernde Zukaufoption bietet, werden wir diese auch wahrnehmen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Strategie, das Portfolio, das Management und die Unternehmenskultur des zur kaufenden Unternehmens zur USU-Gruppe passen und der Kaufpreis angemessen ist.

Wie bewerten Sie den Geschäftsverlauf im Jahr 2012? Waren Sie mit dem Verlauf des vierten Quartals zufrieden?

 Ganz persönlich war ich sehr zufrieden, da wir die B.I.G.-Transaktion erfolgreich noch im Dezember unter Dach und Fach bringen konnten. Aber auch der operative Verlauf der bestehenden Tochtergesellschaften hat in Summe überzeugt. Details kann ich aktuell leider noch keine nennen, da die Jahresabschlussarbeiten gerade laufen. Am 26. März 2013 werden wir die finalen Geschäftszahlen 2012 veröffentlichen und gegebenenfalls vorab vorläufige Zahlen publizieren. Soviel kann ich aber sagen: Ich bin zufrieden mit dem Jahr 2012 und sehe noch zuversichtlicher auf das laufende Geschäftsjahr 2013.

Dann kommen wir abschließend noch auf das von Ihnen angesprochene laufende Geschäftsjahr zu sprechen: Mit welchen Erwartungen sind Sie ins Jahr 2013 gestartet?

 Ich erwarte, dass wir den positiven Wachstumstrend der vergangenen Jahre erfolgreich fortsetzen werden. Dabei steht für mich an erster Stelle, das bestehende, organische Geschäft erfolgreich weiter zu entwickeln und Wachstumsbeiträge aus Akquisitionen als zusätzliche Geschäftsausweitung zu nutzen. Wir haben aus eigenen Mitteln viele neue Produkte in 2012 entwickelt, unter anderem USU KnowledgeScout,  ein professionelles Ratgebersystem für den technischen Außendienst, USU Lifebelt für den anwenderfreundlichen IT-Self-Service oder USU Service Intelligence für die intelligente, kennzahlenbasierte IT-Steuerung eines Unternehmens. Mit dem bestehenden Geschäft als Wachstumsbasis und dem Steigerungspotenzial aufgrund des B.I.G.-Zukaufs plane ich neue Rekordwerte bei Umsatz und operativem Ertrag. Von den Ergebnissteigerungen werden dann, wie in den Vorjahren,  unsere Aktionäre wieder signifikant in Form einer Dividende profitieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

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