Nanogate
- Michael Schröder - Redakteur

Nanogate: Umsatzverdopplung bei steigender Profitabilität

Prognose übertroffen, ehrgeizige Ziele im Blick. Die Nanogate AG hat das Umsatzziel von 50 Millionen Euro vorzeitig erreicht und ein neues Strategieprogramm mit dem Namen Phase5 gestartet. Mittelfristig peilt der Spezialist für Hochleistungsoberflächen Konzernerlöse von 100 Millionen Euro an – bei einer steigenden Profitabilität.

DER AKTIONÄR sprach mit Firmengründer und Vorstandschef Ralf Zastrau über die Ergebnisüberraschung in 2013, die Expansionspläne in Asien und das zunehmende Interesse institutioneller Investoren.

Nanogate
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05.03.2014

DER AKTIONÄR: Herr Zastrau, Nanogate hat früher als erwartet die Marke von 50 Millionen Euro Umsatz erreicht. Worauf führen Sie das gute Abschneiden zurück?

Ralf Zastrau: Nanogate verspürt viel Rückenwind. Wir haben 2013 mehrere Großaufträge erhalten, meist im Millionenbereich. Vor allem bei unseren beiden strategischen Wachstumsfeldern haben wir wichtige Fortschritte erreicht. Sowohl bei energieeffizienten Wärmetauschern als auch bei innovativen Kunststoffen konnte Nanogate namhafte und volumenstarke Aufträge gewinnen. Zugleich profitierten wir davon, dass wir einige Projekte bereits in einem starken vierten Quartal abrechnen konnten statt erst im neuen Jahr.

Wie zufrieden waren Sie mit dem operativen Abschneiden im Geschäftsjahr 2013?

Die vorläufigen Zahlen belegen unsere starke Marktposition. Über alle Bereiche hinweg konnten wir den Umsatz um mehr als 35 Prozent auf über 52 Millionen Euro steigern. Und das operative Ergebnis legte trotz der Belastungen aus dem Wachstumskurs auf mehr als 6,2 Millionen Euro zu – damit haben wir unsere Ergebnisprognose deutlich übertroffen. Somit können wir äußerst zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückblicken. Wir werden uns aber keinesfalls auf dem Erfolg ausruhen – vielmehr sehen wir es als Ansporn für die nächste Unternehmensphase. Daher trägt unsere neue Wachstumsagenda auch den Namen Phase5.

Die ersten sechs Wochen 2014 liegen hinter uns. Liegen Sie aktuell auf Kurs? Wann wird Nanogate die Prognose veröffentlichen?

Die gute Geschäftsentwicklung setzt sich nahtlos fort. So erhöhte sich beispielsweise das Auftragsvolumen für unser China-Geschäft bereits deutlich. Wir sind für die nächsten Jahre äußerst optimistisch gestimmt, wie der angekündigte Ausbau unserer Kapazitäten zeigt. Wir erwarten daher ein kontinuierlich steigendes Geschäftsvolumen. Traditionell legen wir unsere Prognose mit dem Geschäftsbericht vor, der im April veröffentlicht werden soll.

Nanogate hat in der Vergangenheit bereits EBITDA-Margen von 15 Prozent ausgewiesen. Im 2013 lag die Konzern-EBITDA-Marge aufgrund hoher Investitionen unter dieser Marke. Wann werden Sie wieder an das frühere Niveau anknüpfen können oder rechnen Sie mittelfristig sogar mit noch höheren Margen?

Nanogate konzentriert sich derzeit auf die internationale Markterschließung und die Kapazitätserweiterung. Damit legen wir heute die Grundlagen, um künftig unsere Profitabilität auszubauen. Ohne diesen Mittelaufwand würden wir heute zwar besser dastehen, aber Chancen für die Zukunft verspielen. Wir stellen heute die wachsende Profitabilität sicher. Mit unserer mittelfristigen Umsatzmarke von 100 Millionen Euro haben wir unser Ziel klar vor Augen.

Volkswagen, Porsche, Volvo: Die Premium-Automobilhersteller vertrauen auf das Nanogate-Know-how. Wie begegnen Sie Befürchtungen über eine zu hohe Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur?

Der Konzern hat sicher ein starkes Standbein im Automobilgeschäft. Und das Premiumsegment, das wir in erster Linie adressieren, hat sich bislang auch sehr krisenresistent gezeigt. Angesichts des wachsenden Wohlstands in aller Welt und dem hohen Interesse an Autos „Made in Germany“ mache ich mir da keine Sorgen. Hinzu kommt unsere starke Marktposition in anderen Geschäftsfeldern: Immer mehr Heizungshersteller setzen unsere Technologie ein, um die Effizienz ihrer Wärmetauscher möglichst hoch zu halten. Im Sport-/Freizeit-Markt profitieren wir nicht nur von der Kooperation mit der weithin bekannten Sportmarke FILA. Und zurück zum Transport-Sektor: Die Scheiben in einem Airbus-Flugzeug sind durch uns beschichtet. Und wenn ich es in den Medien richtig verfolge, hat Airbus gut gefüllte Auftragsbücher.

Im Dezember haben Sie eine Kapitalerhöhung platziert, die rund 9,4 Mio. Euro in die Firmenkasse gespült hat. Werden Sie mit der höheren Kapitalkraft nun das Expansionstempo weiter forcieren?

Wir haben jetzt unser neues strategisches Wachstumsprogramm Phase5 initiiert, das uns den Kurs zur Marke von 100 Millionen Euro Umsatz bei steigender Profitabilität weisen soll. Dazu werden wir neben der internationalen Expansion in neue Kapazitäten investieren sowie unser Produkt- und Technologieportfolio ausweiten. Dazu setzen wir auch wie in der Vergangenheit selektiv auf externes Wachstum. Nanogate hat mehrfach bewiesen, dass wir Technologien und Unternehmen erfolgreich integrieren und weiter entwickeln können.

Ein Wachstumsfeld ist der Bereich Glazing. Durch die Inbetriebnahme des neuen integrierten Kompetenzzentrums haben Sie Ihre Marktposition spürbar ausgebaut. Ab dem ersten Quartal 2015 soll sich die Kapazität mit einer zweiten Fertigungsreihe sogar nochmals verdoppeln. Was macht Sie so zuversichtlich, dass Sie diese Kapazitäten auch auslasten können?

Wir verfügen über eine wachsende Auftragsbasis, gerade bei innovativen Kunststoffen mit glasartigen Eigenschaften. Daher mache ich mir um die Auslastung der geplanten Kapazitäten keine Sorgen.

Stichwort Asien: Im November haben Sie einen ersten Großauftrag aus China vermeldet. Wie sehen Ihre Expansionspläne für Asien und speziell China aus?

Wir werden bereits kurzfristig in China präsent sein, um die Markterschließung voranzutreiben und unsere Kunden mit Engineering-Leistungen zu unterstützen. Parallel werden wir eine umfassende Strategie entwickeln, wie Nanogate die wachsenden Märkte Asiens erschließen wird. Dazu zählt dann natürlich auch die Entscheidung, ob und wann wir ein Büro oder eine eigene Fertigung aufbauen. Bislang kann Nanogate die Produktion gut von Deutschland aus sicherstellen.

Warburg Research hat sein Kursziel für die Nanogate-Aktie Ende Januar auf 45,50 Euro angehoben. Mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Millionen Euro hat Nanogate zudem eine kritische Marke überwunden. Spüren Sie ein verstärktes Interesse von Seite institutioneller Investoren?

Absolut. Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung haben sich nach unserem Kenntnisstand mehrere institutionelle Investoren, auch aus dem Ausland, bei Nanogate engagiert. Wobei wir vorher bereits renommierte Investoren hatten, wie etwa die französische Fondgesellschaft AltoInvest. Die Großaufträge des Jahres 2013 haben viel Interesse entfacht und unsere Aktionäre mehr denn je in den Fokus von Growth- und Smallcap-Investoren gerückt.

Kommen wir abschließend auf Ihre Vision zu sprechen: Wo sehen Sie den Nanogate-Konzern in fünf Jahren?

Wir haben jetzt unser neues Wachstumsprogramm Phase5 gestartet. Ziel ist es, mittelfristig die Marke von 100 Millionen Euro zu übertreffen. Wenn wir das in den nächsten fünf Jahren schaffen würden, wäre das aus heutiger Sicht eine gute Vision.

Vielen Dank für das Gespräch!

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