Verbio
- Michael Schröder - Redakteur

Lukrative Quotenregelung

Das Biogasgeschäft erweist sich als Wachstumsträger für die Zukunft. Die Aktie ist noch spottbillig.

Das ist ein Statement, wie es Aktionäre hören wollen: "Ich will mehr, viel mehr", sagte Verbio-Chef Claus Sauter in einem Interview mit dem AKTIONÄR.

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02.01.2012

Ge­meint hat er damit die Kapazitäten für die Produktion von Biogas, das Verbio (WKN A0J L9W) nicht wie die meisten Biogasanbieter mit EEG-Förderung verstromt, sondern ins Erdgasnetz einspeist. Angesichts des hohen Ölpreises und des schwelenden Konflikts im Iran könnten Biokraftstoffe - neben Biogas auch Bio­diesel und Bioethanol - bald eine Renaissance erleben, was vor allem bör­sen­­notierten Vertretern wie Verbio Kurs­gewinne bescheren dürfte, denn die Leipziger sind in allen drei Bereichen bestens positioniert.

Zukunft Biokraftstoff
Das Geschäft mit Biokraftstoffen ist und bleibt ein Zukunftsthema, auch wenn Umstände wie die Einführung von E10 Anfang dieses Jahres anderes ver­muten lassen. Obwohl gut 90 Prozent der in Deutschland zugelassenen Fahr­zeuge E10 tanken könnten, war die Akzeptanz bei Einführung der neue Kraftstoffsorte mit rund zehn Prozent mä­ßig. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands hat sich die Situa­tion entspannt, sodass der Anteil von E10 aktuell bei 20 bis 30 Prozent liegt. Mittelfristig ist ein Marktanteil von 30 bis 50 Prozent realistisch. Die Entspannung zeigt sich auch in der Auslastung bei Verbio: Im dritten Quartal waren die Kapazitäten voll ausgelastet, was auch im Schlussquartal der Fall sein dürfte. Das Zahlenwerk dürfte auf Quartalsbasis entsprechend positiv ausfallen.

Biogas-Output verdreifacht sich
Wie der aktionär im Rahmen des Top-Tipp Spekulativ in Ausgabe 44/2011 be­reits ausführlich darstellte, ist Verbio vor allem wegen des Biogasgeschäfts ein attraktives Investment. Aus Abfallstoffen aus der Ethanol-Produktion wird Verbio 2011 rund 180 Gigawattstun­den (GWh) Bio-Erdgas produzieren. Bis 2013 wird sich der Biogas-Output auf 600 GWh mehr als verdreifachen.

Hohe Nachfrage
Im Bereich Biogas verzeichnet Verbio eine sehr hohe Nachfrage. Die Leipziger ha­ben bereits Lieferverträge mit den Stadtwerken München, Augsburg, Aschaffenburg, Braunschweig, Wittenberg und Schwedt, die das Biogas an Erd­gastank-stellen verkaufen. Verbio profitiert dabei nicht nur vom Verkauf des Biogases, sondern erhält auch sogenannte Quoten für die Vermarktung von Biogas nach dem Biokraftstoffquotengesetz. Diese Quoten kann Verbio verkaufen. Vor allem Ölfirmen sind dabei ein guter Abnehmer, da sie eine gesetzlich vorgeschriebene Gesamtquote für Biokraftstoffe von derzeit 6,25 Prozent erfüllen müssen. Noch interessanter dürfte es werden, wenn sich die Quoten ab 2015 an den durch Biokraftstoffe vermiedenen Treibhausgasen orientieren. Hier sorgt etwa Biogas für eine CO2-Reduktion im Vergleich zum konventionellen Sprit von mehr als 90 Prozent.

Unter Buchwert
Nachdem 2011 lediglich eine rote Null in den Büchern stehen dürfte, ist davon auszugehen, dass Verbio 2012 bei einem Um­satz von 650 Millionen Euro 18,3 Mil­lio­­nen Euro verdienen wird. Zahlen, die an­gesichts eines Börsenwertes von 200 Millionen Euro für Fantasie sorgen, zumal die Aktie unter ihrem Buchwert von 5,22 Euro je Aktie notiert.


Günstige Trendaktie
Die Entspannung auf dem Bioethanol­markt und die vielversprechenden Zukunftsperspektiven der Biogasaktivitäten sprechen für Verbio. Zumal die Aktie mit einem KGV von 11 spottbillig ist.

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