Berkshire Hathaway (B)
- Thorsten Küfner - Redakteur

Kein Stress, nur Freude

Anstatt sich jeden Tag Gedanken zu machen, welche Aktie man kaufen oder verkaufen sollte und am Ende des Jahres festzustellen, dass man längst nicht so viel verdient hat, wie man es sich zu Jahresbeginn erhofft hat, sollte man einfach eine Aktie kaufen, die seit Jahren beständig läuft.

Zählen Sie auch zu denjenigen Menschen, die gerade knapp 130.000 Euro übrig haben? Dann könnten Sie sich damit wirklich tolle Dinge leisten: Zum Beispiel einen Porsche 911 Carrera 4S Cabrio (Listenpreis ohne Extras laut Hersteller knapp 125.000 Euro). Sie könnten das Geld aber auch investieren, um sich in einigen Jahren ein noch größeres und teureres Auto oder gar zwei Porsche Carreras kaufen zu können. Die derzeit besten Chancen und den geringsten Stress haben Sie mit dem Kauf einer Aktie von Berkshire Hathaway, der Beteiligungsfirma von Warren Buffett, die ebenfalls rund 130.000 Euro wert ist.

Berkshire Hathaway (B)
90,24 €
120,00 €
69,50 €
28.03.2014

Alle, die aktuell über einen etwas weniger prall gefüllten Sparstrumpf verfügen, müssen jedoch nicht in die Röhre schauen. Denn seit 1996 gibt es B-Aktien auf Berk­shire Hathaway. Diese verbriefen zwar nur einen geringeren Anteil an einem der erfolgreichsten Unternehmen der Geschichte, kosten dafür aber „nur“ knapp 90 Euro.

Und diese 90 Euro oder besser natürlich ein Vielfaches davon wären in B-Aktien von Berkshire wahrlich sehr gut angelegt. Schließlich investieren Anleger damit in ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten äußerst erfolgreich ist, stets hohe Gewinne einfährt und auch den S&P in den vergangenen Jahren weit hinter sich gelassen hat Zwar gibt es keine Garantie, dass das „Orakel von Omaha“ oder eben seine Nachfolger auch in den kommenden Jahren stets erfolgreich bleiben werden. Der Grundstein für weitere Gewinne in zweistelliger Milliardenhöhe ist aber dank hoher Beteiligungen bei einigen der stärksten Unternehmen der Welt bereits gelegt. Buffetts Ansatz, vor allem auf unterbewertete Qualitätsfirmen zu setzen, sollte sich auch in Zukunft auszahlen.

„Begnadeter Antizykliker“

Darauf setzt auch der von Hendrik Leber gemanagte Aktienfonds Acatis Global. Mit 3,4 Prozent zählt Berkshire zu den größten Positionen des erfolgreichen Fonds. Buffett-Fan Leber bezeichnete Buffett im Gespräch mit dem AKTIONÄR als einen „begnadeten Antizykliker“ und verwies auf seine Investments während der Finanzkrise 2008. Damals hatte Buffett „mutig wie ein Löwe“ Kredite an ausgewählte Unternehmen vergeben, was sich bereits wenig später auszahlen sollte.

Schwächen? Gibt es – na und!

Natürlich gibt es auch Experten, die es wagen, den erfolgreichsten Investor aller Zeiten zu kritisieren. So verweisen einige Kritiker darauf, dass Buffett sehr stark auf US-Werte fokussiert ist. Innerhalb seiner 15 größten Beteiligungen tauchen mit der Munich Re und dem französischen Pharmakonzern Sanofi (beides AKTIONÄR-Empfehlungen) tatsächlich gerade einmal zwei Konzerne auf, die nicht ihren Sitz in den Vereinigten Staaten haben. Innerhalb der Top 30 gesellen sich lediglich die Anteile des Versicherers Swiss Re und des britischen Einzelhandelsriesen Tesco dazu. Ansonsten setzt der Altmeister ausschließlich auf Aktien aus seinem Heimatland. Zudem investiert Buffett ausnahmslos in Titel aus der „Old Economy“. An den atemberaubenden Kurssprüngen einiger Internet-Aktien können Berkshire-Aktionäre also nicht verdienen.

Die Kritiker haben mit ihren Anmerkungen zwar recht – allerdings macht Buffett mit seiner Anlagestrategie dennoch genau das für ihn Richtige. Denn er investiert eben nur in Unternehmen, deren Geschäftsmodell er versteht und deren Umfeld er einzuschätzen vermag. Das gelingt ihm eben bei US-Betrieben aus der „Old Economy“ eher als bei einer chinesischen IT-Firma. Im Wissen, dass Buffetts Handeln sich in den vergangenen Jahrzehnten stets ausgezahlt hat, dürfte es Berkshire-Aktionären leichtfallen, den einen oder anderen Trend zu verpassen. Zumal dabei nicht vergessen werden sollte: Auch in den Jahren vor dem Platzen der Internetblase im Jahre 2000 kam allmählich Kritik auf, dass Berkshire am Höhenflug der Titel der „New Economy“ nicht partizipiere. Die Kritik verstummte in den darauffolgenden Jahren – aus bekannten Gründen.

Raus aus Anleihen

Buffett geht weiter konsequent seinen Weg. Immer auf der Suche nach den attraktivsten Renditen zu vertretbaren Risiken wurde der Anleihenanteil in Berkshires Versicherungssparte nun auf 14 Prozent gesenkt, den niedrigsten Stand seit 2002. Verständlich, schließlich werfen die Schuldverschreibungen kaum noch ordentliche Renditen ab. Buffett investiert lieber in solide Aktien, die ihm ordentliche Dividendenrenditen einbringen, wie etwa Titel aus dem Infrastruktur- oder Energiesektor.

Der nächste clevere Schachzug

Nun setzt Buffett auf einen Fernsehsender. So übernahm Berkshire kürzlich die regionale Station WPLG aus Miami. Dafür legte er insgesamt fast 1,2 Milliarden Dollar (860 Millionen Euro) auf den Tisch. Bisheriger Eigentümer ist der ehemalige Washington Post-Verlag Graham, dem Buffett seit vier Jahrzehnten geschäftlich verbunden ist. „Ich bin überzeugt, dass beide Unternehmen von dieser Transaktion profitieren werden“, erklärte Buffett und es gibt wohl nur ganz wenige, die daran zweifeln werden.

Vertrauen Sie dem (Alt-)Meister

Die B-Aktie von Warren Buffetts Berk­shire Hathaway stellt vor allem für vorsichtige Anleger eine wunderbare Möglichkeit dar, von der Entwicklung der Börse langfristig (!) zu profitieren – ohne dabei ständig das Pferd wechseln zu müssen. Die Aktie hat darüber hinaus ein neues Kaufsignal generiert. Die Devise lautet daher: kaufen und liegen lassen. Und das möglichst lange.

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