LS Telcom
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Internet auf Speed

Während US-Firmen aufgrund Nähe zum Geheimdienst kritisch beäugt werden, stehen dieser Firma die Türen offen.

Das ist gedoptes Drahtlos-Internet", erklärt Google-Gründer Larry Page den Trend "White Space". Der Clou der neuen Technologie: Sie nutzt etwa in bereits vorhandenen TV-Netzen temporäre Lücken im Funkspektrum. Das Internet wird durch „White Space" schneller und gleichzeitig drastisch günstiger. Schon für 1,50 Dollar pro Monat wäre in Emerging Markets eine Flatrate denkbar.

LS Telcom
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25.06.2013

Auch der deutsche Mittelständler LS Telcom (WKN 575 440) hat sich positioniert. "Wir sind in den USA als White-Space-Datenbankbetreiber akkreditiert und sitzen bei aktuellen Konferenzen zu dieser Technologie mit Microsoft und Google auf einer Bank, wenn Expertenvorträge und -diskussionen gefragt sind", so LS-Telcom-Chef Dr. Manfred Lebherz.

LS Telcom ist bereits in aller Welt gefragt, wenn es darum geht, das Funkfrequenzspektrum in Funkdiensten effizient zu nutzen. Ob Mobilfunk-, Rundfunk- oder Satellitenfunknetze aufgebaut oder gemanagt werden - die Badener haben die entsprechenden Produkte im Portfolio.

Wachstum in Afrika

In Afrika entsteht etwa gerade das weltgrößte digitale Fernsehnetz. Hier beschäftigt sich LS Telcom massiv mit Planungsarbeit, der Installation von Sender- und Energieversorgungscontainern. Im Januar hat LS Telcom zudem begonnen, für die kanadische Regulierungsbehörde ein System für die Frequenzvergabe und Koordinierung aller kanadischen Funkdienste aufzubauen.

Vertrauen "made in Germany"

Mehr als 90 Prozent der Umsätze erzielt der deutsche Mittelständler im Ausland. Und während US-Firmen aufgrund der angeblichen Nähe zum Geheimdienst derzeit kritisch beäugt werden, stehen LS Telcom die Türen offen. „In manchen Ländern legen Kunden immer noch starken Wert auf ‚made in Germany' und die Expertise deutscher Ingenieure", so Lebherz.

LS Telcom ist es dabei relativ egal, welche Netztechnologie sich durchsetzt - entscheidend ist, dass aufgrund des wachsenden Bedarfs digitaler Inhalte (auch getrieben durch Smartphones und Tablets) immer stärker in die In­frastruktur investiert wird.

Ein Beispiel für die Innovationsfreude von LS Telcom ist der Einsatz von Drohnen, welche Strahlungswerte von Antennen prüfen. Im Höhenflug befindet sich auch das Geschäft. Im ersten Geschäftshalbjahr (bis März) stieg der operative Gewinn um 70 Prozent auf 2,7 Millionen Euro. Bemerkenswert: Der Auftragsbestand legte ähnlich stark auf 52 Millionen Euro zu. Dennoch sind die Badener beim Ausblick zurückhaltend: "Wir wollen Umsatz und Ergebnis weiter steigern." Nicht nur das breite Lächeln von Lebherz beim Aussprechen dieses Satzes lässt aber den Schluss zu: Positive Überraschungen sind möglich.

Schrittweise einsteigen!

Das starke Wachstum, die niedrige Bewertung (KGV 11) und das Know-how im Bereich "White Space" dürften die Aktie mittelfristig weiter beflügeln. Auch der Aufwärtstrend im Chart spricht für den Small Cap. Vorsicht, die Aktie ist markteng! Aufgrund der aktuell schwachen Marktphase empfiehlt sich ein schrittweiser Aufbau der Position.

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 26/2013 erschienen und wurde aktualisiert.

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