Impreglon
- Michael Schröder - Redakteur

Auf einem guten Weg

Der Lüneburger Beschichtungsspezialist Impreglon setzt seine internationalen Expansionspläne mit einem zweiten Werk in China konsequent um. Joint-Venture-Partner ist das in Shanghai ansässige Technologie-Unternehmen KeyonTechs. Aber auch in den USA und Australien hat Impreglon neue Werke zur Kapazitätsausweitung angekündigt. Die Prognose von Warburg Research lässt für 2014 einen Ergebnissprung auf 0,73 Euro je Aktie erwarten.

Die breite Aufstellung, starke Zahlen und die aussichtsreichen Expansionspläne haben die Impreglon-Aktie zuletzt wieder an die 10-Euro-Marke geführt. Der AKTIONÄR sprach mit Unternehmensgründer und Vorstand Henning J. Claassen über die weiteren Expansionspläne und den anstehenden Gewinnsprung.

Impreglon
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16.04.2014

DER AKTIONÄR: Herr Claassen, Impreglon hat ein weiteres Joint Venture im Raum Shanghai gegründet und wird damit zukünftig mit einem zweiten Werk in China vertreten sein. Welche Rolle spielt China in Ihren Wachstumsplänen?

Henning J. Claassen:
Kurzfristig spielt China noch keine große Rolle in unseren Wachstumsplänen, denn sowohl bei unserem bereits bestehenden als auch dem neuen Joint Venture handelt es sich um Startup-Unternehmen. Da wir jedoch sehr viele Anfragen aus China haben, sehen wir langfristig ein interessantes Wachstumspotential.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem ersten Werk in China gesammelt, das sich auf die Automobilindustrie fokussiert? Haben sich Ihre Erwartungen bisher erfüllt?

Mit unserem Joint Venture Partner haben wir gute Erfahrungen gemacht. Nach einem Rückschlag im zweiten Jahr läuft jetzt alles nach Plan, so dass wir auch dieses Werk gezielt weiter ausbauen werden.

Das neue chinesische Werk wird sich auf Polymer- und Fluorpolymerbeschichtungen konzentrieren. Wie groß sollen die Produktionskapazitäten in der ersten Stufe sein? Haben Sie schon erste Kunden für das Werk in Aussicht?

Unser Joint Venture Partner KeyonTechs wird unser erster Kunde sein. Darüber hinaus gibt es schon konkrete Aufträge von einem in China ansässigen deutschen Unternehmen. Die Produktionskapazitäten werden wir nach Bedarf peu à peu aufstocken. In der ersten Stufe können wir wohl bis zu 5 Millionen Euro Umsatz generieren.

Zudem haben Sie ein neues, größeres Werk am US-Standort Houston/Texas angekündigt, „um Kunden im Bereich ‚Öl und Gas‘ besser bedienen zu können und den gestiegenen Umsätzen gerecht zu werden“. Wie hoch sind hier die Investitionen und welche zusätzlichen Umsatz- und Ergebnisbeiträge erwarten Sie durch das neue US-Werk?

Die Investition beläuft sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Wir rechnen mit einer Umsatzverdoppelung mit entsprechender Margenverbesserung in den folgenden drei bis vier Jahren.

Auch in Australien haben Sie die Weichen für die Zukunft gestellt und werden in der Nähe des bisherigen Standorts ein neues Werk erwerben, das ausreichend Platz für Expansion bietet. Welche Ziele haben Sie mit Impreglon Australia?

Wir müssen uns in Australien unabhängig machen von der Automobilindustrie, die nach Asien abwandert und dem Bergbau, der unter schwachen Weltmarktpreisen leidet. Wir werden daher neue Geschäftsfelder erschließen, wie z. B. die Lebensmittelbranche und die Medizintechnik, die wir auf Grund mangelnder Kapazitäten und Verfahren bisher nicht bedienen konnten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2014 peilen Sie ein Umsatzwachstum von 119 Millionen auf 140 Millionen Euro an. Liegen Sie nach dem ersten Quartal im Plan? Wie zufrieden sind Sie aktuell konzernweit mit Auslastung und Auftragseingang?

Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben. Wir haben noch nicht alle Zahlen unserer 34 Werke. Aber anhand der Tagesreports kann ich ersehen, dass Umsätze und Auftragseingänge gute Resultate versprechen.

Bei 34 Werken in 15 Ländern auf vier Kontinenten können nicht alle Werke gleich gut performen. Welche Märkte laufen aktuell besonders gut?

In Europa läuft es eindeutig besser als im vergangenen Jahr, wobei Deutschland und die Niederlande hervorstechen. Aber auch in den USA ist ein leichtes Anziehen der Auftragseingänge zu verzeichnen.

Wie sehen Ihre weiteren Expansionspläne aus? Werden in den nächsten Monaten noch ein 35. und 36. Werk zur Impreglon-Gruppe hinzustoßen?

Ja, die Chancen stehen nicht schlecht. Es gibt interessante Kandidaten. Wenn die Preise stimmen, sollten noch zwei Werke dazu kommen.

Die Analysten von Warburg Research trauen Impreglon im laufenden Jahr beim Gewinn je Aktie einen Anstieg von 0,32 auf 0,73 Euro zu. Wie abhängig sind Sie dabei vom konjunkturellen Umfeld?

Dieser Anstieg ist durchaus möglich, unter der Voraussetzung dass sich die Konjunktur nicht wieder abschwächt. Da gibt es schon einen Einfluss.

Kommen wir abschließend auf die Impreglon-Aktie zu sprechen, die sich im Aufwärtstrend befindet. Wie zufrieden sind Sie mit dem Kursverlauf? Beobachten Sie aktuell ein zunehmendes Interesse von Seiten institutioneller Investoren?

Es ist erfreulich zu sehen, dass offensichtlich einige institutionelle Investoren die Aktie entdeckt und in den vergangenen zwölf Monaten für einen Kursanstieg gesorgt haben. Wenn wir in diesem Jahr unsere Prognosen erfüllen, ist noch viel Spielraum im Kurs nach oben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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