Euromicron
- Michael Schröder - Redakteur

Hier funkt´s

Übernahmefantasie nach Neuordnung der Aktionärstruktur und starke Zahlen laden zum Kauf.

DER AKTIONÄR hatte bereits berichtet, dass sich bei der Euromicron AG (WKN 566 000)  hinter den Kulissen einiges getan hat. Investoren wie die Allianz Global Investors und die Universal Investment prägen den neu gestalteten Aktionärskreis der Gesellschaft.

Euromicron
22,70 €
26,00 €
19,40 €
27.01.2011

"Diese Aktionäre bauen auf die ausgewiesene Strategie des Unternehmens und wollen uns aktiv unterstützen", erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Willibald Späth gegenüber dem AKTIONÄR.

AvW-Anteil umplatziert

Jetzt ist auch das vorläufig letzte Kapitel der Glättung der Aktionärsstruktur abgeschlossen. Die Insolvenzverwaltung der insolventen Kärntner Finanzgruppe AvW hat die 5,7 Prozent-Beteiligung an Euromicron verkauft. Der Deal ging in einer eintägigen Versteigerung über die Bühne. "Innerhalb einer Stunde waren alle Stücke weg", so Späth. Dabei hat keiner der neuen Investoren mehr als 80.000 Aktien erhalten. "Damit wurde unser Ziel erreicht", erklärt der Vorstand. "Wir wollten keinen weiteren größeren Aktionär, sondern den Streubesitz weiter vergrößern." Dem Vernehmen nach wurden 21,50 Euro je Anteilsschein bezahlt.

Übernahme

Bei einem Streubesitz von rund 80 Prozent darf man das Thema Übernahme sicherlich nicht vergessen. „Interessenten müssten sich nun aber mit den anderen Großaktionären arrangieren oder über die Börse kaufen. Wir haben keine Stücke mehr", so Späth. Zuletzt gab es Spekulationen, wonach der fränkische Automobilzulieferer Leoni ein möglicher Interessent sei. Mitte Dezember hatte der Netzinfrastrukturprofi mit der NBG Fiber Optics GmbH eine Tochter des MDAX-Konzerns übernommen, um die Neuausrichtung des Österreich-Engagements voranzutreiben. "Das ist aktuell kein Thema", wiegelt der Vorstand ab. Euromicron arbeitet über die Tochter Sachsenkabel schon einige Jahre mit Leoni zusammen und dürfte die Verbindung weiter stärken.

Starkes Geschäft

Langfristig denkt Späth aber dennoch über einen Ankerinvestor aus der Industrie nach - und da wäre Leoni natürlich ein interessanter Partner. "Ich denke in alle Richtungen, aber aktuell steht der Kunde und das operative Geschäft im Vordergrund", so der Unternehmenslenker. Und hier läuft es unverändert gut. Bei einem Umsatz von 210 Millionen Euro dürfte 2010 ein Gewinn je Aktie von 2,52 Euro in den Büchern stehen. Um den Umsatz wie geplant im laufenden Jahr über die 300-Millionen-Euro-Marke zu katapultieren, verhandelt Dr. Späth derzeit mit Unternehmen, die die Umsatzlücke von 50 bis 80 Millionen füllen können - und dabei vor allem von Anfang an profitabel arbeiten. Die Verhandlungen gehen dem Vernehmen nach langsam aber sicher auf die Zielgerade.

Weiter aufwärts

Euromicron sollte auch bei zunehmender Größe die eigene Qualität und damit den Gewinn dauerhaft steigern können. Mit einem 2011er-KGV von 8 ist die Aktie weiterhin deutlich unterbewertet. Durch die gezielte Erhöhung des Streubesitzes dürfte es auch in Zukunft immer wieder Übernahmespekulationen geben. DER AKTIONÄR erwartet einen anhaltend positiven Newsflow. Insgesamt spricht damit vieles dafür, dass der Real-Depot-Wert seine Aufwärtsbewegung schon bald fortsetzen wird. Das nächste Ziel liegt bei 26 Euro.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte:

Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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