Impreglon
- Thomas Bergmann - Redakteur

Günstiges Niveau

Das Unternehmen kauft erneut zu und denkt darüber hinaus über ein Aktienrückkaufprogramm nach.

Impreglon (WKN A0B LCV) setzt seine erfolgreiche Buy-and-Build-Strategie konsequent fort. Mit der Übernahme der Schweizer RUAG Coatings AG verstärkt der Oberflächenspezialist sein Geschäft in der DACH-Region. Der künftig unter Impreglon Coating firmierende Geschäftsbereich beliefert über 250 Kunden und erwirtschaftet mit rund 100 Mitarbeitern einen Umsatz von über 20 Millionen Euro. DER AKTIONÄR sprach mit Konzernchef Henning J. Claassen über die Bedeutung dieser Akquisition, die kürzlich angelaufenen Großprojekte und Maßnahmen gegen die jüngste Kursschwäche.

Impreglon
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09.10.2012

DER AKTIONÄR: Herr Claassen, auch für Impreglon ist ein Zukauf in einer Umsatzgrößenordnung von über 20 Millionen Euro nicht alltäglich. Welche Bedeutung hat diese Akquisition für die Gruppe?

Henning J. Claassen: Die Impreglon Coatings - so ist der neue Name - dürfte 2013 circa 20 Prozent zum Umsatz der Gruppe beitragen. Es ist also ein Schwergewicht mit großer Bedeutung.

Welche Synergieeffekte versprechen Sie sich von dieser Integration in den Impreglon-Konzern?

IC bedient Branchen und Geschäftsfelder mit Beschichtungsspezialitäten, die auch für die restlichen Unternehmen der Gruppe interessant sind. Die Vertriebsorganisation der Gruppe bietet wiederum in der DACH-Region neue Absatzchancen für IC.

Ab wann werden Sie IC konsolidieren? Welche Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis erwarten Sie hierdurch für 2012 und 2013?

IC wird ab dem vierten Quartal 2012 konsolidiert. 2012 sollte sich der Umsatz der Gruppe dadurch um vier bis fünf Millionen Euro erhöhen und 2013 um circa 20 Millionen Euro. Auch bei den Ergebnissen sollten sich entsprechend positive Effekte bemerkbar machen.

RUAG beliefert Kunden im Maschinenbau und der Automobilindustrie, wo sich die Nachfragesituation zuletzt leicht abgeschwächt hat. Welche Auswirkungen hat dies auf Ihr operatives Geschäft?

Es ist richtig, dass sich die konjunkturelle Abschwächung in den meisten Branchen durch einen Rückgang bei den Auftragseingängen bemerkbar macht. Dies konnte jedoch durch die neuen Großprojekte stark abgemildert werden. Zwei dieser Projekte sind inzwischen angelaufen, das dritte wird im zweiten Quartal 2013 in die Serienphase gehen.

Gibt es im Gegenzug Branchen und Märkte, die einen Rückgang in den Segmenten Automobil und Maschinenbau kompensieren könnten?

Es gibt einige Bereiche, wie Medizintechnik, Lebensmittel, Erdöl und der Instandhaltungssektor, die bislang wenig oder gar nicht vom Konjunkturrückgang betroffen sind.

Planen Sie weitere Übernahmen in den nächsten Monaten? Wie viel Kapital steht Ihnen dafür aktuell noch zur Verfügung?

Da wir zurzeit mehrere Angebote vorliegen haben, gehen wir davon aus, dass bis Anfang 2013 noch ein oder zwei weitere Unternehmen zur Impreglon-Gruppe stoßen werden. Das können wir mit dem zur Verfügung stehenden Kapital bewerkstelligen. Sollte sich eine weitere interessante Akquisitionsmöglichkeit bieten, müssen wir neu überlegen.

Die Impreglon-Aktie ist wieder auf den Unterstützungsbereich bei acht Euro zurückgefallen. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie die Attraktivität der Aktie in den nächsten Monaten erhöhen?

Als größter Aktionär bin ich mit dem Kurs der Aktie nicht zufrieden. Da ich jedoch vom enormen Wachstumspotential des Unternehmens und den damit verbundenen Ertragschancen für die Aktionäre überzeugt bin, denken wir zurzeit auch über ein Aktienrückkaufprogramm nach.

Herr Claassen, vielen Dank für das Interview.

Impreglon

Attraktives Einstiegsniveau

Der Impreglon-Kurs schwächelt seit Wochen. Die Aktie leidet unter der hohen Abhängigkeit zur Automobil- und Maschinenbauindustrie. Hinzu kommt, dass Nebenwerte nicht gerade stark gefragt sind. Auf dem aktuellen Niveau aber ist Impreglon massiv unterbewertet und es ist eine Frage der Zeit, wann der Wert wieder auf die Beine kommt. Für zusätzliche Fantasie sorgen weitere Zukäufe, die in den nächsten Monaten anstehen könnten.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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