ORGANOVO HLDGS
- Markus Bußler - Redakteur

Frisch gedruckte Organe

Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Es klingt nach Science-Fiction: Menschliche Organe könnten in Zukunft mithilfe des 3D-Druckers hergestellt werden – aus menschlichen Zellen wohlgemerkt. Dann gäbe es keine Abstoßreaktion des Körpers. Die anschließende Behandlung mit Immunsuppressiva würde entfallen. Die Lebensqualität würde steigen. Alles Zukunftsmusik? Sicherlich. Unvorstellbar? Nein, es gibt Unternehmen, die genau daran arbeiten.

Eines davon ist der US-Konzern Organovo. Vereinfacht ausgedrückt will das Unternehmen Organe vermöge des 3D-Druckers praktisch ausdrucken. Dazu entnimmt das Unternehmen dem Körper Zellen, die anschließend mithilfe einer Nährlösung vermehrt werden. Dann werden diese Zellen, die Organovo selbst als Bio-Tinte bezeichnet, mit einem 3D-Drucker zu dreidimensionalen Strukturen verarbeitet. Der Vorteil: Gelingt es einmal, lebende Organe zu produzieren, dann würden diese nicht vom Körper abgestoßen werden.

ORGANOVO HLDGS
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16.01.2014

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Tatsächlich ist es Organovo jedoch gelungen, Leberzellen mithilfe des 3D-Druckers herzustellen, die im Labor 40 Tage überlebt haben. „Mit dem 3D-gedruckten Lebergewebe haben wir die Möglichkeiten aufgezeigt, die Bioprinting hat. Das Verfahren kopiert menschliche Zellen besser als alles, was es zuvor gegeben hat“, sagt Vorstandsvorsitzender Keith Murphy. So weit, so gut: Doch bis wirklich einmal komplette lebende Organe ausgedruckt werden können, werden noch Jahre vergehen. Deshalb hat sich das Unternehmen auf ein anderes Geschäftsfeld spezialisiert.

Neue Hoffnung für die Pharmaindustrie

Die Ausgaben der Pharmakonzerne für die Forschung an neuen Medikamenten schnellen in die Höhe – und nicht selten merken die Konzerne erst im fortgeschrittenen Stadium, dass das Medikament im menschlichen Körper unerwünschte Nebenwirkungen auslöst. Hier kann Organovo Abhilfe schaffen. Bis das Unternehmen ganze Organe mit dem 3D-Drucker herstellen kann, sollen die künstlich hergestellten Gewebe der Pharmaindustrie zur Verfügung gestellt werden. So können die Pharmakonzerne bereits frühzeitig Wirksamkeit und Nebenwirkungen auf menschliche Organe testen. Fehlschläge könnten so viel früher erkannt werden – die Entwicklungskosten würden sinken. Kein Wunder, dass mit Pfizer bereits einer der ganz großen der Branche eine Partnerschaft mit Organovo eingegangen ist. Die Einnahmen wiederum will Organovo dazu nutzen, die Forschung im Bereich des 3D-Drucks von ganzen Organen voranzutreiben.

Reinrassiger Hot-Stock

Keine Frage: Bei Organovo handelt es sich um einen reinrassigen Hot-Stock. Die Technologie ist neu und aufregend – und mit zahlreichen Risiken verbunden. Auf der einen Seite besteht die Chance, dass Organovo eines Tages die Medizin revolutioniert. Auf der anderen Seite besteht nach wie vor das Risiko, dass die Entwicklung langsamer voranschreitet als gedacht. Mutige Anleger bauen eine erste Position auf.

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  • Volker Kunze -
    In meiner Blogroll zu 3D Druck www.cbt24.de bin ich unter anderem über Organovo gestolpert - die aktuellste Warnung http://www.3ders.org/articles/20140122-citron-issues-trade-warning-on-organovo.html - und das, nachdem ich gerade in LinkedIn eine Frage stellte "Graphene 3D Printing - Hype or Scam?" denn auch da kommt auf einmal eine vermeintliche Hypemeldung mit Myriarden von Ertragsmöglichkeiten. Quintessenz: 3D Druck wird vieles möglich machen, was heute undenkbar ist, aber auch viele Träume platzen lassen.

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