Francotyp-Postalia
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Fast sicheres Geschäft

Deutscher Small-Cap dürfte bald mit positiven Überraschunen aufwarten. Ein KGV von 4 lockt zum Einstieg.

Wenn man sich, wie jetzt täglich in der Presse zu lesen ist, sorgen um die Konjunktur machen muss, sollte man auf Aktien wechseln, die eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber konjunkturellen Schwankungen haben. Solche ein Wert ist der Briefkommunikationsspezialist Francotyp-Postalia (WKN FPH 900). Das Geschäft der FP-Gruppe klingt auf den ersten Blick wenig spektakulär: Neben traditionellen Maschinen für das Frankieren und Kuvertieren von Briefen umfasst das Angebot Dienstleistungen wie die Abholung von Geschäftspost sowie innovative Softwarelösungen wie der vollelektronische Brief (z. B. DE-Mail).

Francotyp-Postalia
2,75 €
5,00 €
2,00 €
07.09.2011

75 Prozent wiederkehrende Umsätze

Entwicklungen wie die Liberalisierung des Postmarktes, der zunehmende elektronische Briefverkehr über Einrichtungen wie DE-Mail bieten jedoch ebenso Wachstumsperspektiven wie die geplante Expansion nach Frankreich, die ab 2012 zum Umsatz beisteuern dürfte. Besonders reizvoll dabei: 75 Prozent der jährlichen Umsätze sind wiederkehrende Umsätze aus Serviceverträgen mit Bestandskunden. So dürfte Francotyp in diesem Jahr rund 162 Millionen Euro umsetzen. Auf der Ergebnisseite wird sich das Potenzial der Firma jedoch erst in den nächsten Quartalen zeigen: Im ersten Halbjahr hatte Francotyp bei 80 Millionen Euro Umsatz einen Verlust je Aktie von 0,38 Euro zu verbuchen. Ausschlaggebend dafür sind ausschließlich Abschreibungen und Aufwendungen für die laufende Restrukturierung. Wie Finanzchef Hans Szymanski im Gespräch mit dem AKTIONÄR erklärte, sind die entsprechenden Rückstellungen mit Ablauf des ersten Halbjahres komplett verbucht, so dass die künftigen Quartale keine weiteren Sonderfaktoren enthalten dürften. Die Anleger dürfen daher mit Spannung auf das dritte Quartal blicken, für das DER AKTIONÄR ein Ergebnis je Aktie von 0,15 Euro erwartet, was auf Jahressicht ein Ergebnis je Aktie in der Größenordnung von 0,60 Euro implizieren würde.

Konservative Gewinnprognose

Die Analysten von Hauck&Aufhäuser sind daher ausgesprochen optimistisch, was das Geschäftsjahr 2012 betrifft. Durch den Wegfall der Sondereffekte und dem weiterhin zu erwartenden Wachstum - Wettbewerber Neopost hat vor wenigen Tagen überaus überzeugende Zahlen vorgelegt - ist von einem Umsatz von 166 Millionen Euro und einem Gewinn je Aktie von eher konservativ gerechneten 0,70 Euro auszugehen. Damit wäre die Aktie beim aktuellen Kursniveau von 2,75 Euro mit einem KGV von lediglich 4 bewertet.

Einziger Wermutstropfen ist die etwas schwache Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von nur noch elf Prozent. Dieser Umstand dürfte sich allein aufgrund der Effekte aus der quasi abgeschlossenen Restrukturierung mittelfristig entspannen.

Aktie kaufenswert

Die Umsätze von Francotyp sind zu einem großen Anteil gut planbar, die Bewertung ist ausgesprochen günstig. Wenn mit den nächsten Quartalen die tatsächliche Ertragskraft auch im Zahlenwerk sichtbar wird, dürfte die Aktie deutlich höhere Kurse als jetzt sehen. DER AKTIONÄR hält Kurse von 5,00 Euro für gut möglich. Ein Stopp bei 2,00 Euro sichert ab.

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