Highlight Communications
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Fack ju Göhte: Angriff auf die Lachmuskeln

Deutschland hat Humor. "Fack ju Göhte" hat einen Sensationsstart hingelegt und seit dem 7. November mittlerweile über vier Millionen Menschen in die Kinos gelockt. Und immer noch sind die Säle voll – am zweiten Wochenende strömten sogar mehr Zuschauer an die Kinokassen als am ersten Wochenende. Wenn Hauptdarsteller Elyas M’Barek in die Rolle eines Lehrers schlüpft und rotzfreche Schüler mit einem Paintball-Gewehr zurück in das Klassenzimmer treibt, lacht auch Bernhard Burgener lauthals auf. Der CEO von Highlight Communications (WKN: 920299) freut sich über die "vielen witzigen Szenen" – aber auch die sprudelnden Einnahmen aus dem Film.

Die Komödie hatte zwei Wochen nach dem Start an den Kinokassen bereits über 17 Millionen Euro an Einnahmen generiert. Der Highlight-Tochter Constantin Film AG fließen daraus 40 bis 50 Prozent zu. "Unsere Erwartungen an den Film wurden weit übertroffen", so Burgener im Hintergrundgespräch mit dem AKTIONÄR.

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06.12.2013

Der Überraschungserfolg kommt gerade recht, denn der bisherige Jahresverlauf im Bereich Film war verhalten. Nachdem 2012 noch "Türkisch für Anfänger" für gute Zahlen gesorgt hatte, blieben die Impulse in den ersten neun Monaten 2013 aus – der Film "Chroniken der Unterwelt“ enttäuschte. Entsprechend ging der Gewinn je Aktie von 0,45 Franken auf 0,13 Franken zurück.

Doch mit dem jüngsten Kinoerfolg im Rücken dürfte 2013 sehr versöhnlich ausfallen. Analysten erwarten nach einem Gewinnrückgang im laufenden Jahr schon im nächsten Jahr die Rückkehr zu alter Gewinnstärke. Der Ausrutscher im bisherigen Jahresverlauf wird bei Anlegern spätestens beim Blick auf das Konto vergessen sein: Highlight schüttet konstant wie ein Schweizer Uhrwerk zur Hauptversammlung im Mai einen großen Teil seiner Gewinne aus.

Angesprochen auf die in den letzten Jahren üppige Dividende von rund 0,14 Euro je Aktie sagte Burgener: "Das Niveau der Dividendenausschüttung wollen wir auch das nächste Jahr beibehalten." Damit können Anleger damit rechnen, dass die derzeitige Ausschüttung (aktuelle Rendite rd. 3,5 Prozent) nachhaltig ist.

Ribery und Co in die Wohnzimmer

Garant für ein nachhaltig erfolgreiches Geschäft ist neben dem Bereich Film der Verkauf der UEFA-Champions-League-Rechte an TV-Stationen (Team Holding). Im dritten Quartal 2013 ist der Vermarktungsprozess für die Spielzeiten 2015/16 bis 2017/18 angelaufen. In den Regionen Nahost und Nordafrika wurden erste Verträge getätigt. Bis zum Jahresende seien weitere Abschlüsse zu erwarten, teilten die Schweizer mit. Angesichts der ungebrochenen Leidenschaft für das Produkt Fußball rund um den Erdball zeigt sich Burgener betont optimistisch, was die weitere Vermarktung angeht. Mit Blick auf die nächsten Jahre sagte der Highlight-CEO: „Wir wollen im Sport- und Event-Segment neue Verkaufsrekorde erzielen.“

Pipeline voll mit 3D-Filmen

Von Rekorden ist die Highlight-Aktie derzeit weit entfernt. Nachdem am 11. November schwache Zahlen vorgelegt wurden, tauchte das Papier ab. Doch das jetzige Kursniveau stellt eine gute Einstiegsgelegenheit dar. Zumal der Erfolg von „Fack ju Göhte“ für gute Q4-Zahlen sorgen dürfte. Auch für die nächsten Monate ist die Film-Pipeline prall gefüllt, um die eine oder andere Überraschung landen zu können: Rechtzeitig zu Weihnachten startet „Walking with Dinosaurs 3D“, im Februar 2014 folgen „Tarzan 3D“ und „Pompeii 3D“.

Highlight ist heiß

Der grandios angelaufene Film "Fack ju Göhte" dürfte der Highlight-Aktie kurzfristig Rückenwind bescheren. Die hohe Dividendenrendite sichert nach unten ab. Dennoch hat die Volatilität im operativen Filmgeschäft und in der Aktie zuletzt gezeigt: Das Highlight-Papier ist nichts für schwache Nerven.

Dieser Artikel ist Ende November in der AKTIONÄR-Ausgabe 49/2013 erschienen und wurde aktualisiert.

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