Alno
- Michael Schröder - Redakteur

Es ist angerichtet: Küchenbauer Alno nach Übernahme vor Comeback

Was lange währt, wird endlich gut. DER AKTIONÄR hatte bereits Ende November spekuliert, dass Alno vor einer richtungsweisenden Übernahme stehen würde. Nun ist der Deal in trockenen Tüchern. Der Küchenbauer übernimmt von der Schweizer AFG Arbonia-Forster-Holding AG 100 Prozent der Anteile der AFG Küchen AG. Zum Marktführer in der Schweiz gehören die beiden renommierten Marken Piatti und Forster Schweizer Stahlküchen. „Wir freuen uns, dass Piatti und Forster Schweizer Stahlküchen Teil der Alno -Familie werden. Im Gegenzug erhält die AFG Küchen AG mit uns einen starken strategischen Partner“, sagt Max Müller, Vorstandsvorsitzender der Alno AG. "Unser Ziel ist es, das Wachstum der beiden Marken zu stärken, in neue Marktsegmente vorzustoßen und das Exportgeschäft mit den Stahlküchen auszubauen“, so der Firmenchef weiter.

Die Finanzierung des Kaufpreises und des operativen Geschäfts des AFG Küchengeschäftes wird durch bereits zugesagt Kredite von Schweizer Banken und durch die Ausgabe einer bei großen Investoren platzierten Wandelschuldverschreibung erfolgen. „Damit können wir auf einer soliden finanziellen Basis aufbauen“, erklärt Alno-Finanzvorstand Ipek Demirtas. „Wir haben nach unserer Restrukturierung im vergangenen Jahr nun wieder die Kraft, unsere Zukunft und unser Wachstum aktiv zu gestalten.“

Alno
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17.01.2014

Für den führenden deutschen Küchenhersteller ist die Übernahme zudem ein bedeutender Schritt in der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie. Denn damit sichert sich die Gesellschaft die Führungsposition im wachsenden Schweizer Küchenmarkt – einer der relevanten Zielmärkte für das Unternehmen. Gleichzeitig erhöht Alno den Auslandsanteil (mit zum Teil deutlich höheren Margen) am Gesamtumsatz auf über 40 Prozent. 2012 lag der Auslandsanteil am Umsatz noch bei rund 29 Prozent. Damit wird insgesamt der Umsatz auf eine breitere Basis gestellt und die Ertragskraft des Konzerns, der mit rund 6.000 Vertriebspartnern in mehr als 64 Ländern der Welt aktiv ist, nachhaltig gestärkt.

Die Schweizer werden 2013 voraussichtlich einen Umsatz von rund 140 Millionen Euro erwirtschaften. Auch nach der Übernahme wird Alno das AFG Küchengeschäft als eigenständiges Unternehmen fortführen und selbstverständlich den Schweizer Charakter erhalten. Aufgrund der Ende 2012 begonnenen Effizienzprogramme bei Piatti und Forster Schweizer Stahlküchen sowie der Einkaufsvorteile, die aus dem Zusammenschluss resultieren, rechnet Alno mit Synergiepotentialen von voraussichtlich 15 bis 20 Millionen Euro ab 2015.

Durch den Zusammenschluss vergrößert Alno seine Unabhängigkeit vom wettbewerbsintensiven deutschen Markt. Der Schweizer Küchenmarkt verfügt über ein hohes Preisniveau, ist stabil und mit einer Zunahme von drei Prozent pro Jahr - getrieben von einer starken Bau- und Modernisierungstätigkeit - einer der Wachstumsmärkte in Europa. Speziell mit den Stahlküchen verfügen die Eidgenossen über ein Produkt, dass eine deutliche Differenzierung vom Wettbewerb erlaubt und die Erschließung neuer internationaler Märkte ermöglicht.

Für das Gesamtjahr 2013 sieht sich die Gesellschaft weiter auf Kurs – und erwartet ein gegenüber dem Vorjahr verbessertes EBIT. DER AKTIONÄR hält daher an seinem Fazit vom 26. November fest: Gelingt die erfolgreiche Integration, könnte die Alno-Aktie vor einem nachhaltigen Comeback stehen. 

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