Dr. Hönle
- Michael Schröder - Redakteur

Erfolgsrezept für steigende Kurse

Blaues Licht für grüne Kurse: Der Vorstand hat diese Gesellschaft mit gezielten Zukäufen auf Wachstum getrimmt. Die bevorstehende Gewinnexplosion sollte den Kurs weiter vorantreiben.

"Wir müssen den Leuten draußen klar aufzeigen, dass wir uns deutlich breiter aufgestellt haben", erklärt Norbert Haimerl im Gespräch mit dem AKTIONÄR. "Viele Investoren sehen in der Dr. Hönle AG (WKN 515 710) immer noch den Zulieferer für die Druckindustrie", führt der Hönle-Finanzvorstand aus. Dabei ist dieser Bereich mittlerweile nur noch für weniger als 25 Prozent der Umsätze verantwortlich.

Dr. Hönle
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20.11.2012

In den letzten Jahren hat Dr. Hönle  acht Firmen zugekauft. Auch wenn die Firmen aus unterschiedlichen Branchen kamen, hatten alle eine Gemeinsamkeit: der Fokus liegt auf UV-Anwendungen. Mit der bisher letzten Akquisition im Januar 2012 wurde der Quarzglas-Produzent Raesch übernommen und auch die Konzernstruktur neu gegliedert: Im Bereich "Geräte und Anlagen" werden nun die Aktivitäten rund um die langlebigen Investitionsgüter zusammengefasst. Dazu zählen unter anderem der Druck- und Beschichtungsmarkt, die Sonnensimulation und die Oberflächenentkeimung sowie Geräte zur Klebstoffhärtung. Im Bereich "Glas und Strahler" dreht sich alles um die Wasserentkeimung, UV-Strahler für Trocknungsprozesse und die Erschließung des Quarzglasmarktes. Dieses Segment zählt genau wie der Bereich Klebstoffe zu den kurzlebigen Wirtschaftsgütern. Schon an der Aufreihung der einzelnen Bereiche kann man die starke Diversifizierung der Gesellschaft sehr gut ablesen.

Am Erfolg kleben

Insbesondere der Bereich Klebstoffe bietet Fantasie. "Die Nachfrage nach UV-härtenden und thermisch-härtenden Klebstoffen steigt kontinuierlich", erklärt Haimerl. "Wir entwickeln auf unsere Kunden zugeschnittene Klebstoffe, an die mit Blick auf Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit höchste Anforderungen gestellt werden." Das Einsatzgebiet ist groß. Neben dem Medizintechniksektor kommen immer mehr Kleber auch auf Smartcards und in Smartphones zum Einsatz. Bei einem neuen Gerät eines namhaften Smartphone-Herstellers ist Dr. Hönle sogar mit fünf Klebepunkten zur Befestigung von Bauteilen dabei. Um welchen Anbieter es sich handelt und wie groß das Volumen des Auftrags ist, darf der Vorstand leider nicht preisgeben. Das Geschäft mit den kurzlebigen Wirtschaftsgütern, dessen Umsatzanteil aktuell noch bei knapp unter 50 Prozent liegt, will Haimerl in Zukunft ausbauen. Weitere Zukäufe sind dabei nicht ausgeschlossen - auch im Klebstoffsektor. Dabei dürfte die Ausrichtung des Geschäfts immer internationaler werden. Während Dr. Hönle zuletzt nur noch knapp 35 Prozent (Vorjahr: 42,5 Prozent) der Umsätze im Inland generiert hat, stieg der Erlösanteil außerhalb der europäischen Landesgrenzen von 22 auf rund 32 Prozent.

Gewinnexplosion erwartet

Alles in allem war 2011/12 ein Übergangsjahr. Großen Anteil daran hat zum einen die Kaufzurückhaltung im Vorfeld der Branchenmesse Drupa im Frühjahr 2012 und zum anderen der Umsatzrückgang und die Wertberichtigungen auf Forderungen von 1,1 Millionen Euro in Folge der Insolvenz des Kunden Manroland Ende 2011. Dank der breiten Aufstellung ist Dr. Hönle insgesamt aber noch recht glimpflich durch dieses Sturmtief gekommen. Zudem lag im Vorjahr der Fokus auf der erfolgreichen strukturellen Ausrichtung aller Unternehmen in der Hönle-Gruppe, insbesondere der "Neulinge" Raesch Gruppe, der UV-Technik Speziallampen GmbH und der Mitronic GmbH. "Damit haben wir die Voraussetzungen für weiteres, nachhaltiges Wachstum geschaffen", so Haimerl.

Starke Kennzahlen

Der Anteil an wiederkehrenden Umsätzen dürfte auch in Zukunft spürbar zunehmen - die Konjunkturempfindlichkeit dagegen klar abnehmen. Entsprechend vielversprechend sind die Prognosen: In den nächsten drei Jahren soll die Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro überschritten und eine EBIT-Marge von 14 bis 16 Prozent erzielt werden. Im Anfang Oktober gestarteten Geschäftsjahr 2012/13 sollten bereits rund 82 Millionen Euro und ein EBIT von mindestens zwölf Millionen Euro in den Büchern stehen. Zum Vergleich: Für 2011/12 werden ein Umsatz von 70 Millionen Euro sowie ein EBIT von acht Millionen Euro in Aussicht gestellt. Anfang Dezember werden die Zahlen und weitere Details  zum Ausblick und zur Dividendenpolitik erwartet. Werden erneut 0,50 Euro je Aktie ausgeschüttet, liegt die Rendite bei stolzen 4,3 Prozent.

Nachhaltig aufwärts

Mit der breiten Aufstellung in verschiedenen Wachstumsmärkten hat Vorstand Haimerl das Rezept für einen nachhaltigen Aufschwung gefunden. Mit einem 2012/13er-KGV von 8 dürfte die jüngst gestartete Aufwärtsbewegung bei den erwarteten Wachstumsraten erst der Anfang einer nachhaltigen Kurssteigerung sein.

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