Muehlhan
- Thomas Bergmann - Redakteur

Ein Silberstreif am Horizont

Nach der vollzogenen Neuausrichtung können Firma und Aktionäre wieder optimistisch nach vorne blicken.

Wenn an der Börse der Begriff "Strategiewechsel" fällt, schrillen bei den Anlegern die Alarmglocken. Denn in der Regel bedeutet ein solcher Schritt für ein Unternehmen nichts Gutes, meist geht er mit hohen Verlusten einher, was sich dann auch im Aktienkurs bemerkbar macht. Die Muehlhan AG (WKN A0K D0F) musste diesen Weg ebenso beschreiten, doch zeigen die jüngsten Zahlen, dass die Gesellschaft richtig gehandelt hat. Sollten sich die Erfolge dieses Geheimtipps an der Börse erst einmal herumsprechen, dürfte die Aktie deutlich höher notieren.

Muehlhan
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04.07.2013

Neuer Fokus

Nachdem im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise das Kerngeschäft, das Beschichten von Stahloberflächen auf Schiffen, eingebrochen war, und auch notwendige Reparaturen von den Reedern angesichts fallender Frachtraten hintangestellt wurden, hat sich Muehlhan vor zwei Jahren neu ausgerichtet. Seitdem fokussiert sich das Unternehmen auf den Ausbau der Bereiche Energie und Industrie sowie sonstige Dienstleistungen.

Wachstumstreiber Nummer 1 ist der Industriesektor, der im ersten Quartal 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 47 Prozent auf 10,6 Millionen Euro verbuchte. Muehlhan liefert langlebige Beschichtungslösungen für Schleusen oder Wasserversorgungs- und Verkehrsinfrastrukturprojekte sowie den Sondermaschinenbau. In den ersten drei Monaten profitierte das Unternehmen besonders vom Brückengroßprojekt New Oakland Bay Bridge, wo die Seile und Pfeiler beschichtet werden.

Das zweite wichtige Standbein ist der Bereich Energie. Im wachsenden Markt der Erneuerbaren Energien hat sich der Konzern als Spezialist für die Beschichtung von Windkrafttürmen einen Namen gemacht. Daneben ist Muehlhan führend beim Korrosionsschutz auf Öl- und Gasplattformen. Immer bedeutender wird auch der Bereich sonstige Dienstleistungen. Als einer der größten Gerüstbauer Norddeutschlands profitiert Muehl­han auch von einer anhaltend hohen Nachfrage im Hochbau.

Nischen im Schiffsbau

Aufgegeben hat der Konzern den Schiffssektor deswegen noch lange nicht. Im einstigen Stammgeschäft konzentriert er sich derweil auf einzelne Nischen wie Mega-Jachten, Kreuzfahrtschiffe oder Marine-Boote, um den Umsatzrückgang in Grenzen zu halten. Im Bereich Schiffsreparaturen, wo Muehlhan neben kurzfristigen Reparaturen an Außenwänden auch komplexe Sanierungen von Wasserballast- und Cargo­tanks anbietet, hoffen die Verantwortlichen darauf, dass sich der angestaute Reparaturbedarf bei den Reedereien spätestens 2015 auflösen wird. Unabhängig davon arbeitet Muehlhan in diesem Geschäftsfeld trotz geringfügig weniger Aufträge immer noch profitabel, was ein EBIT von 1,1 Millionen Euro im ersten Quartal unterstreicht.

Prognose bekräftigt

Für das Jahr 2013 hat der Vorstand die Planzahlen erst bestätigt. Bei einem Umsatz zwischen 180 und 200 Millionen Euro soll ein EBIT von drei bis sechs Millionen Euro herauskommen. Die große Planungsspanne ist dem Projektgeschäft geschuldet, da Verschiebungen immer wieder vorkommen können.

Bestätigt hat auch Analyst Frank Laser von Warburg Research sein Kursziel für Muehlhan von 2,00 Euro. Nach seinen Prognosen wird der Konzern im nächsten Jahr 14 Cent je Aktie verdienen. Nicht eingerechnet dürften Übernahmen sein, die Muehlhan zur regionalen Ergänzung, aber auch in vor- und nachgelagerten Bereichen anstrebt.

Muehlhan

Die richtige Strategie

Muehlhan hat noch einmal die Kurve bekommen und den Strategiewechsel rechtzeitig eingeleitet. Der Konzern sollte 2013 wieder einen siebenstelligen Nettogewinn erzielen und dieses Ergebnis in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen können. Der Kurs dürfte entsprechend zulegen.

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