USU Software
- Michael Schröder - Redakteur

Effizientes Wachstum

Stark in der Nische. Dieser Small Cap verfügt über viel Kurs- und Wachstumsfantasie.

Die im schwäbischen Möglingen ansässige USU Software AG (WKN A0B VU2) gilt als einer der größten europäischen Anbieter für IT- und Knowledge-Management-Software. Doch was heißt das im Klartext?

USU Software
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07.09.2012

Früher waren alle unternehmensrelevanten Daten auf Papier gedruckt, in Ordnern abgeheftet und in Aktenschränken archiviert. Die Suche und zeitnahe Aufbereitung von nachgefragten Informationen war entsprechend mühsam. Heute befinden sich die wichtigsten Daten zur Steuerung eines Unternehmens irgendwo in irgendwelchen Datenspeichern. Wenn man versucht, dieses Wissen zusammenzufassen und zu ordnen, gibt es auch heute noch Probleme. Aus den stetig wachsenden Datenmengen nutzbringende Informationen zu erstellen und diese einfach und schnell elektronisch verfügbar zu machen, hat sich die USU Software AG auf die Fahnen geschrieben. „Unser größtes Pfand sind - so banal dies vielleicht auch klingen mag - unsere Kunden. Wir helfen ihnen, besser zu werden und zugleich effizienter", erklärt USU-Vorstand Bernhard Oberschmidt im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Mittlerweile gehören über 500 Unternehmen aus allen Bereichen der Wirtschaft zum Kundenkreis - von der Allianz über die BASF bis hin zu VW oder dem ZDF.

Besser als der Markt

Die Effizienz der IT-Ausstattung ist für Firmen nicht nur in konjunkturell schwierigen Zeiten wichtig. „Daher konnte sich USU als Nischenanbieter, der den Unternehmen beim Sparen und bei der Serviceverbesserung hilft, in den vergangenen Jahren stets besser als der allgemeine IT-Markt entwickeln", sagt Cosmin Filker, Analyst von GBC Research, gegenüber dem AKTIONÄR.

Auf Rekordfahrt

Die jüngsten Zahlen belegen das eindrucksvoll: Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 20 Prozent auf 25 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT kletterte um 28 Prozent auf 2,9 Millionen Euro. „Der umsatzseitige Anstieg gegenüber dem Vorjahr um über 20 Prozent verdeutlicht die eingeschlagene Dynamik der Gesellschaft", so Filker. „Aufgrund eines weiteren Aufbaus der personellen Infrastruktur ist zwar das Ergebnis im zweiten Quartal nicht in dem Maße wie die Umsätze angestiegen, dennoch konnte die Gesellschaft auf Halbjahresbasis sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig das beste Halbjahr der Unternehmensgeschichte vorweisen", führt der GBC-Analyst aus.

Richtungsweisende Partnerschaft

Dieser Trend dürfte sich auch über das laufende Jahr hinaus fortsetzen. Großen Anteil daran hat der Kauf der in Aachen ansässigen Aspera. Für Filker eine sehr gelungene Transaktion. „Wichtig in diesem Zusammenhang ist die vor wenigen Tagen gemeldete Partnerschaft mit CA Technologies, dessen Gegenstand die Aspera-Software ‚SmartTrack' ist und erhebliche Umsatz- und Ergebnispotenziale nach sich zieht", so der Analyst. Ein kluger Schachzug von USU, den der Markt bisher noch nicht annähernd realisiert hat. „Nach der erfolgreichen Implementierung der Aspera-Software in die CA-Lösung erhält USU garantierte Lizenzzahlungen und profitiert zusätzlich von den Wartungserlösen. Daher planen wir hier auch einen Ergebnisbeitrag von über einer Million Euro pro Jahr ein", erklärt ein sichtlich zufriedener Vorstand Oberschmidt den Partnerschaftsvertrag mit einem der größten global agierenden Softwarekonzerne. Analyst Filker denkt noch einen Schritt weiter: „Da diese Lizenz- und Wartungsergebnisse verhältnismäßig hohen Ergebnismargen entsprechen, dürfte die Gesellschaft insgesamt eine nochmals verbesserte Ergebnisqualität erreichen. Zudem dürfte eine steigende Bekanntheit der USU-Produkte auch zu Folgeaufträgen führen."

Konservative Prognose

Für das laufende Jahr hält der Vorstand an seiner Prognose fest: Demnach wird ein über dem Durchschnitt des deutschen IT-Marktes liegendes Umsatzwachstum von mehr als 4,5 Prozent auf mindestens 48 Millionen Euro und ein EBITDA von über 7,2 Millionen Euro erwartet. Damit sollte die EBITDA-Marge 15 Prozent erreichen. Auf Basis der Halbjahreszahlen und vor dem Hintergrund des hohen Auftragsbestands, der mit 24,5 Millionen Euro rund acht Prozent über Vorjahr liegt, eine recht konservative Prognose der Schwaben.

Wachstumstreiber Ausland

DER AKTIONÄR legt die Messlatte höher. Zumal es USU durch die Partnerschaft mit CA Technologies nun auch international gelingen dürfte, die eigene Power auf die Straße zu bringen. 2011 erzielte USU noch 88 Prozent seiner Umsätze in Deutschland. Daher gilt der Internatio­nalisierung großes Augenmerk. „Neben dem positiven Inlandsgeschäft sehen wir nach wie vor ein enormes Potenzial im Ausland", so Oberschmidt. „Unser Partnergeschäft trägt zunehmend Früchte und mit der Gründung der Aspera Technologies in den USA haben wir einen weiteren Grundstein dafür gelegt, auch in den kommenden Jahren weiter profitabel zu wachsen. Zugleich bedeutet dies eine Streuung des Risikos hinsichtlich der Abhängigkeit von Großprojekten. Und mit dem Ausbau des Kundenstammes ist zugleich auch das Wachstum im Wartungsgeschäft verbunden, welches inzwischen nahezu ein Viertel unseres Umsatzes ausmacht."

Stark, stärker, USU

Mit dem auf das wissensbasierte Servicemanagement ausgerichteten Produktportfolio hat sich USU Software auf einen Zukunftsmarkt mit hohen Wachstumschancen fokussiert. Die Bewertung bietet mit einem 2013er-KGV von 9 daher signifikantes Aufwärtspotenzial. Die Bilanz ist gekennzeichnet durch eine hohe Eigenkapitalquote (74,5 Prozent), das Fehlen von Bankverbindlichkeiten sowie liquiden Mitteln von etwa 13,4 Millionen Euro. Abgerundet wird das starke Bild von einer aussichtsreichen Charttechnik.

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