HOEFT+WESSEL AG O.N.
- Michael Schröder - Redakteur

Doppelte (Kurs-) Chance

Die angeschlagene Höft & Wessel AG soll mit vereinten Kräften saniert werden. Die lukrative Restrukturierungsspekulation bietet kurzfristig sogar eine doppelte (Kurs-) Chance.

Hinter Höft & Wessel liegen bewegte Monate. "Wir konnten eine tief greifende Restrukturierung und die Refinanzierung erfolgreich abschließen", erklärt Rudolf Spiller, Vorstand der Höft & Wessel-Gruppe, gegenüber dem AKTIONÄR. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit der Kapitalerhöhung im Oktober sind der Gesellschaft 8,5 Millionen Euro frisches Kapital zugeflossen. Zudem wurde die Droege International Group neuer Mehrheitseigner (Anteil über Tochterunternehmen: 72,7 Prozent). Die Kapitalmaßnahme ermöglicht zusammen mit einem Forderungsverzicht der Banken eine deutliche Verringerung der Verschuldung auf 8,5 Millionen Euro. Neben der Stärkung des Eigenkapitals dürften auch mehrere frische Millionen Euro an Investitionen in die Entwicklung fließen. Höft & Wessel will das Leistungsangebot mit dem Fokus auf den weltweiten Megatrend Mobility sukzessive ausbauen. "Wir wollen uns zum Lösungsanbieter für den intramodalen Transport von Personen, Waren und Dienstleistungen weiterentwickeln", erklärt Spiller. Dabei stehen entsprechende Systeme für die Ausgabe, Prüfung und Verarbeitung von Fahrscheinen und für die Parkraumbewirtschaftung sowie für die mobile Erfassung von Daten europaweit und in ausgewählten Ländern im Fokus. "Die fortschreitende Digitalisierung in Verbindung mit dem Wunsch des Einzelnen nach Flexibilität fördert die Tendenz zu immer stärker vernetzter Mobilität", ergänzt der Firmenlenker.

HOEFT+WESSEL AG O.N.
3,95 €
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27.11.2013

Nach zwei Geschäftsjahren mit hohen Verlusten dürften 2013 operativ bereits wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Im kommenden Jahr dürfte sich das EBIT durch das Restrukturierungsprogramm "H&W 2.0" um weitere zwei Millionen Euro verbessern. Läuft alles weiter nach Plan und fallen die Sonderaufwendungen im kommenden Jahr weg, ist ein EBIT von dann bis zu vier Millionen Euro möglich. Die EBIT-Marge würde bei knapp fünf Prozent liegen. Bis 2018 will der Vorstand den Umsatz auf mehr als 100 Millionen Euro steigern. "Die EBIT-Marge sollte schon im Verlauf der Jahre ansteigen und im Ziel bei ungefähr acht Prozent oder besser liegen", so Spiller. Damit wäre ein Gewinn je Aktie von mehr als 60 Cent möglich. Die Marktkapitalisierung sollte dann aber deutlich über den aktuellen 37 Millionen Euro liegen.

Neben der Turnaround-Spekulation ergibt sich kurzfristig eine zweite Kurschance. Für den 6. Dezember ist die Hauptversammlung terminiert. Nach dem Kapitalschnitt im Sommer ist das Grundkapital in 1,7 Millionen alte Aktien und 8,5 Millionen junge Aktien eingeteilt. Der Unterschied zwischen beiden Gattungen liegt nur in der Gewinnberechtigung – die kann aufgrund der Verlustsituation in den letzen Jahren aber vernachlässigt werden – und dem aktuellen Kurs. „Die Zusammenlegung der jungen mit den alten Aktien erfolgt nach der Hauptversammlung gewissermaßen automatisch“, erklärt Vorstand Spiller. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Notierungen beider Aktien im Vorfeld annähern werden – und dabei die jungen Aktien (WKN A1X 3SL / akt. Kurs: 3,56 Euro) deutlich mehr zulegen als die alten Aktien (WKN A1X 3X6 /akt. Kurs: 3,95 Euro) verlieren.

Höft & Wessel ist eine lukrative Turn­around-Spekulation. Im Vorfeld der Hauptversammlung sollten Anleger auf die jungen Aktien setzen – und sich so die doppelte Chance sichern.

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