IFA Systems
- Thomas Bergmann - Redakteur

Boombranche Telemedizin

Telemedizin, IFS Systems, Spezialsoftware, 20140113

Derzeit taucht am Horizont ein spannender Nischenmarkt auf, der sich zu einem neuen Megatrend verfestigen sollte. Dabei handelt es sich um die neue Boombranche Telemedizin. Ifa Systems (WKN: 783 078) dürfte nach Ansicht des AKTIONÄR von dieser Zukunftsbranche klar profitieren.

Die Firma bietet Spezialsoftware für Augenkliniken und Augen-OP-Zentren an. Zu den Kunden zählen Augenarztpraxen, Augenkliniken und ambulante Laserzentren. In der Vergangenheit verschwand Ifa Systems zwischenzeitlich vom Radar der Anleger. Der Grund: Der Life-Science-Spezialanbieter investierte in den letzten Jahren regelmäßig bis zu 20 Prozent der Umsatzerlöse in die Markterschließung, was zu Lasten der Profitabilität ging.

IFA Systems
7,20 €
9,00 €
4,80 €
03.02.2014

Gewinnhebel durch Großprojekte

Jetzt aber könnte Ifa Systems vor dem Durchbruch stehen. Die getätigten Investitionen haben einen hohen Hebel auf den zukünftigen Gewinn, da die Firma Referenzprojekte in Australien, Indonesien, Belgien, Holland sowie in den USA verwirklichen konnte. Zusätzlich läuft eine Pilotversion in chinesischer Sprache am Universitäts-Augenklinikum in Peking.

Ifa Systems erhält für jeden Arbeitsplatz, an dem die Software installiert ist, eine sogenannte Runtime-Lizenz für regelmäßige Produktaktualisierungen. Diese stetig wiederkehrenden Einnahmen werden ab 2014 überaus stark zulegen und decken einen Großteil der Fixkosten ab.

Maßgeschneiderte Softwarelösung

Was aber macht das Geschäftsmodell von Ifa Systems jetzt so interessant? Zum einen stimmt die Firma die IT-Lösungen passgenau auf das Anforderungsspektrum von Augenkliniken und Augen-OP-Zentren ab. Zum anderen kann Ifa Systems mit seinem Datenmodell und seinem auf medizinischen Inhalten basierenden Ansatz auf Alleinstellungsmerkmale verweisen. Und hier versprechen insbesondere die Bereiche Telemedizin und elektronische Patientenakte (ePA) gewaltige Wachstumsfantasie.

Telemedizin als Zukunftsbranche

Die Telemedizin soll den Menschen das Leben zu Hause mithilfe von technischen Lösungen erleichtern. Angestrebt wird eine automatisierte Kommunikation mit Angehörigen, Ärzten und Pflegediensten. Zuletzt startete in Brandenburg ein wegweisendes Telemedizin-Pilotprojekt mit Hochrisiko-Herzpatienten. Die Daten der Patienten (EKG, Blutdruck et cetera) gehen drahtlos an eine Basisstation und von dort über Datenleitungen an die Telemedizin-Zentren in Cottbus und Brandenburg. Von dort werden sie automatisch in die digitalen Patientenakten eingeführt. Die Ärzte haben rund um die Uhr Zugriff auf die aktuellen Daten und können bei Bedarf eingreifen.

Kurstreiber digitale Patientenakte

Ab 2014 werden die Ärzte und Kliniken in der EU und vor allem in den USA mit zusätzlichen Regulierungen konfrontiert, die hohe Anforderungen an die Dokumentation der Honorarabrechnungen stellen. Diese Umstellung wird nur mit entsprechender Software – wie sie eben Ifa Systems anbietet – zu bewältigen sein.

Die bisher bekannte Papierdatei des Arztes wird allmählich verschwinden und durch die ePA ersetzt. Die ePA ist eine Datenbank, in der die Anamnese samt Behandlungsdaten, Medikamenten und Allergien der gesetzlich Krankenversicherten gespeichert werden. Ganz wichtig: In allen westlichen Ländern sollen diese Daten demnächst sektor- und fallübergreifend und landesweit einheitlich gespeichert werden.

Gewaltiges Marktwachstum

Das Potenzial ist immens, da derzeit weltweit immer noch weniger als zehn Prozent der Ärzte papierlos arbeiten. In den USA sind es knapp 20 Prozent. Für die USA ist davon auszugehen, dass der Anteil der Ärzte mit elektronischen Erfassungssystemen bis zum Jahr 2016 auf 60 Prozent ansteigen wird. Das wäre eine Zunahme von satten 200 Prozent. In Europa ist ein Zuwachs von 150 Prozent zu erwarten.

Noch Luft nach oben

Ifa Systems ist im Bereich der elektronischen Patientenakte bestens positioniert. Die Kombination aus Software und klinische Datenbanken für Augenärzte ist vielversprechend. Seit Erstempfehlung im AKTIONÄR 04/2014 bei 4,75 Euro ist die Aktie zwar schon sehr gut gelaufen, angesichts eines 2014er-KGV von 13 und der guten Wachstumsaussichten hat Ifa Systems immer noch reichlich Potenzial.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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