Elexxion
- Michael Schröder - Redakteur

Die Zukunft wird grün

Aussichtsreicher Nischenplayer auf dem Weg zum Turn-around. Aktie steht vor Aufwärtsbewegung.

Laser sind in der Zahnmedizin auf dem Vormarsch. Die 2002 gegründete Elexxion AG (WKN A0K FKH) ist auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Dentallaser-Systemen spezialisiert und möchte sich von dem Kuchen ein kleines Stück abschneiden.

Elexxion
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22.05.2013

Die Gesellschaft hat mit seinem Vorzeigeprodukt einen Milliardenmarkt im Visier. Vorstand Per Liljenqvist peilt in den nächsten Jahren Umsatzsteigerungen von 60 Prozent an. DER AKTIONÄR sprach mit Liljenqvist über die aktuelle Vertriebsoffensive, dass neue „Abo-Modell" und die mittelfristigen Ziele der Gesellschaft.

DER AKTIONÄR: Herr Liljenqvist, Sie haben zum Ende des ersten Quartals verkündet, dass die Elexxion AG nach der Internationalen Dentalschau mit vollen Auftragsbüchern startet. Wie hat sich Ihr Geschäft in den ersten Monaten 2013 entwickelt?

Per Liljenqvist: Unser Auftragsbuch repräsentiert nach wie vor ein hohes Niveau unserer Verkaufstätigkeit, wir liegen deutlich über den Vorjahreszahlen. Im laufenden Geschäftsjahr konnten wir neue Händler gewinnen und die Reichweite der Elexxion AG Monat für Monat erhöhen. Die IDS war eine Rekordmesse für uns, sowohl in Bezug auf Besucher, Interesse und Abschlüsse. Hier haben wir unsere Neuheiten im Bereich der Dentallaser und der Verbrauchsmaterialen präsentiert. Die Offensive, neue Länder zu beliefern, ist erfolgreich gestartet. Insbesondere der asiatische Markt entwickelt sich sehr positiv für die Elexxion AG. Damit haben wir ein Fundament für ein solides Wachstum im Export gelegt. 

Sie bezeichnen sich als Qualitäts- und Technologieführer. Was unterscheidet Elexxion deutlich vom Wettbewerb und welchen Marktanteil haben Sie in Deutschland?

Elexxion bietet als einziger Hersteller ein komplettes Produktsortiment an Dentallasern. Zudem realisiert kein anderer Laserhersteller derzeit so hohe Qualitätsmerkmale, dass sie die Messlatte der Elexxion Laser erreicht. Wir haben eine einzigartige Pulstechnologie, die patentiert ist. Darüber hinaus bieten wir hochentwickelte Schulungsprogramme mit denen wir bezüglich der Handhabung des Lasers weltweit Standards setzen. Wir sind in Deutschland Marktführer und haben mehr als ein Drittel des deutschen Marktes.

Elexxion ist mehr als ein reiner Laserhersteller. Welche Rolle spielen in Ihrer Unternehmensstrategie die zum Behandlungsverfahren passenden Medikamente?

Das ist eine weitere Besonderheit: Wir verfügen nicht nur über eine komplette Laser-Familie in unserem Portfolio, für bedeutende Anwendungen - wie Karies, die Versorgung des Zahnhalteapparates und Implantate - bieten wir auch Wirkstoffe an, die in Verbindung mit unserem Laserlicht reagieren. Der Verkauf eines Lasers wird künftig also erst der Grundstein für eine langfristige Kundenbeziehung sein. Der Schlüssel liegt im Einsatz von Verbrauchsmaterialien - so wie bei Perio Green, das durch den Laser aktiviert wird. Damit haben wir ein echtes Highlight geschaffen. Wir sind dabei, mit unserer Technologie in der Zahnmedizin „Geschichte zu schreiben". Das ist die Elexxion-Story!

Wie genau funktioniert Perio Green und wofür wird es eingesetzt?

Der Wirkstoff Perio Green, der seit September 2012 auf dem Markt ist, wird wirkungsvoll zur schmerzfreien Behandlung von Parodontose und Perioimplantitis eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Tablette, die zunächst in destilliertem Wasser aufgelöst wird. Die Flüssigkeit wird anschließend mit einer Spritze auf die Zähne bzw. das Zahnfleisch aufgetragen. Aktiviert wird der Wirkstoff dann durch den Kontakt mit unseren Lasersystemen. Das ist nahezu schmerzfrei für den Patienten. Einsetzbar ist das Produkt gegen bakterielle Entzündungen in der Mundhöhle. Eine sehr effektive Prävention erreicht man aber auch bei Implantaten, denn es verhindert schon im Vorfeld den Bakterienbefall. Der Bakterienbefall führt, wenn er nicht behandelt wird, zu einem Verlust des kostbaren Implantates. Damit basiert die Behandlung mit Perio Green auf einem klaren Business Case.

Welche Vorteile bietet eine Laserbehandlung mit Perio Green im Vergleich zu klassischen Behandlungsmethoden? Wie teuer ist derzeit eine Behandlung mit Perio Green für den Patienten?

Die Behandlung ist schmerzarm und ohne Betäubung möglich. Die Behandlung mit Perio Green ermöglicht aber auch eine deutlich schnellere Behandlung und Wundheilung sowie eine nachweislich höhere keimreduzierende Wirkung. Es wirkt entzündungshemmend, ist effektiver, schneller und entspricht dem Trend der Zeit - minimal invasiv zu arbeiten. Perio Green kann viele schmerzhafte Parodontitis-Folgebehandlungen ersparen und den Ausfall von Implantaten verhindern. Studien gehen davon aus, dass 40 Prozent aller gesetzten Implantante von Perioimplantitis befallen werden. Der Zahnarzt entscheidet dabei selbst, wie er die Behandlung mit Perio Green abrechnet. Ein Referenzpreis wäre in etwa ein Betrag von 280 Euro.

Wie sieht Ihr Abrechnungsmodell bei Perio Green aus?

Wir haben unser Geschäftsmodell umgestellt und gehen in ein „Abo-Modell" über. Das heißt, mit der Behandlung von Perio Green subventionieren wir einen Laser. Diesen gibt es gegen einen Abovertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Damit erzielen wir eine höhere Kundenbindung, eine bessere Planbarkeit und senken die Eintrittsbarrieren für unsere Dentallaser. Der Abovertrag ist dabei mit dem eines Mobilfunkvertrages vergleichbar.

Welche Umsatzziele verfolgen Sie mit Perio Green?

Die Behandlung von Entzündungen des Zahnhalteapparates gilt als weltweiter Wachstumsmarkt mit einem Potenzial von rund drei Milliarden Euro für Perioimplantitis und drei Milliarden Euro für Parodontitis. Der Gesamtmarkt ist damit um den Faktor 50 größer als der globale Dentallasermarkt. Wir sehen hier ein enormes Potential und stehen vor einem erwarteten Umsatz- und Gewinnsprung. Ziel ist es, in drei Jahren einen Gesamtumsatz für die Elexxion AG von deutlich über zehn Millionen Euro zu generieren. Die Zukunft der Elexxion wird „grün".

Gegenüber dem aktuellen Niveau würde dies einem deutlichen Umsatzsprung entsprechen. Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?

 Im laufenden Geschäftsjahr rechnen wir mit einem Umsatzwachstum von zwei Millionen auf 3,5 Millionen Euro. Für die nächsten drei Jahre haben wir uns ein jährliches Umsatzwachstum von jährlich mindestens 60 Prozent. als Ziel gesetzt. Wir wollen unsere Organisation so ausrichten, dass 50 Prozent unseres Umsatzes aus Geräten und mindestens 50 Prozent aus Verbrauchsmaterialen resultieren.

Was sind die weiteren Wachstumstreiber neben Perio Green? Die Bedeutung von Perio Green als Wirkstoff ist unverkennbar. Welche strategischen Ziele werden Sie mittelfristig umsetzen?

Die weltweit spürbare Entwicklung der Nachfrage zur besseren medizinischen Versorgung gibt uns eine klare Orientierung. Das ist unter anderem der Aufbau weiterer Exportmärkte. Neben Asien betrifft das zunehmend auch Osteuropa. Wir sehen eine Penetration des Laser Marktes in weiten Bereichen. Mit der eingeschlagenen Marschrichtung vollzieht die Elexxion AG die Umstellung des Geschäftsmodells vom reinen Hardware-Verkauf auf die Kombination von Hardware und Verbrauchsmaterialien. Tangierende verkaufstechnische Maßnahmen - wie das erwähnte„Abo-Modell"- werden für weiteres Wachstum sorgen.  Der Anteil wiederkehrender Umsätze wird gesteigert und die Rohertragsmarge werden wir sukzessive erhöhen.

 Noch sind Laserbehandlungen eher die Ausnahme in Zahnarztpraxen. Das hängt auch mit den Extrakosten für Patienten zusammen.

Ja, seit Anfang 2012 übernehmen jedoch die Kassen zumindest einen Teil der Kosten für Laserbehandlungen. Momentan sind das zwar erst 15 Euro. Aber ich bin sicher: Wir stehen hier erst ganz am Anfang. Es gibt 55.000 Zahnärzte in Deutschland. Es geht darum einen Weg zu finden, um den Lasermarkt zu einem Massenmarkt zu machen und nicht nur ein paar innovative Zahnärzte zu begeistern. Mit einer zunehmenden Anzahl erfolgreicher Einsatzbeispiele wird sich für die Anwendung eine Eigendynamik entwickeln. Es ist der Anspruch der Elexxion AG, diesen Markt mit zu gestalten und zu entwickeln. 

Wie viele Kunden haben Sie und wie sind Sie im Vertrieb aufgestellt?

Die Elexxion AG hat mittlerweile 2.000 Bestandskunden. Wir arbeitet nicht nur eng mit unseren Meinungsbildnern und Referenten zusammen sonder auch mit unseren Bestandskunden. Diese werden uns zukünftig als Multiplikatoren für unser geplantes Wachstum sehr hilfreich sein. Darüber hinaus werden wir in diesem Jahr die erwähnten klinischen Studien durchführen und über Seminare daran arbeiten, dass wir weitere Meinungsbildner für unsere Produkte gewinnen. Wir haben Vertriebspartner in über 60 Ländern und betreuen diese über ein Key Account Management System. Großes Potenzial sehen wir insbesondere in Asien. In China befinden wir uns derzeit in einem Zulassungsprozess.

Wie ist es denn aktuell um die finanzielle Situation der Elexxion AG bestellt?

Wir haben mit unserem Hauptinvestor Peter Greither, der auch bei uns im Aufsichtsrat sitzt, einen Mehrheitsgesellschafter, der hinter dem Unternehmen steht. Er ist ein erfolgreicher deutscher Unternehmer, der schon seit vielen Jahren in der Schweiz lebt und von dort ein Family Office führt. Im ersten Quartal 2013 wurden der Elexxion AG durch den Hauptinvestor zusätzliche Mittel in Höhe von 0,43 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit ist unser Kapitalbedarf derzeit gesichert. Ab 2014 werden wir uns aus den laufenden Erträgen finanzieren. 

 Sie sprechen die Ertragssituation an: Wann wird Elexxion schwarze Zahlen schreiben?

Wir sind zuversichtlich, den Break-even bereits im laufenden Geschäftsjahr bei einem geplanten Umsatz von etwa 3,5 Millionen Euro erreichen zu können. Im kommenden Jahr peilen wir einen Jahresüberschuss von 0,5 Millionen Euro an.

Welche Ziele haben Sie sich mittelfristig gesetzt?

Unser Ziel ist es, im Geschäftsjahr 2015 bei Erlösen von zehn Millionen Euro einen Nettogewinn von zwei Millionen Euro zu erwirtschaften. Das entspräche dann einer Nettorendite von 20 Prozent für den Konzern. Das klingt zunächst ambitioniert. Aber in dem Moment, in dem wir mit unseren Verbrauchsmaterialien Traktion bekommen, sind diese Zahlen absolut realistisch. Auf Grund der Attraktivität des Produktes „Perio Green" und der erwarteten hohen Rohertragsmarge peilen wir mittelfristig eine Verbesserung der EBIT-Marge auf 40 Prozent an.

Fazit: Risikofreudige Anleger können bei dem Micro Cap auf dem aktuellen Niveau mit einer ersten Position auf nachhaltig steigende Umsätze und Gewinne spekulieren.

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